Appell und Warnung eines ehemaligen CHP-Vorsitzenden an Kılıçdaroğlu: 'Kemal Beys Vorgehensweise in dieser Angelegenheit...'
Während sich die Krise um die Führung und den Parteitag in der CHP verschärft, kritisierte der ehemalige Parteivorsitzende Murat Karayalçın die Haltung von Kemal Kılıçdaroğlu und äußerte wichtige Warnungen zur Einheit der Partei.
Nachdem das Regionalgericht Ankara im Rechtsstreit um den CHP-Parteitag eine Entscheidung über die absolute Nichtigkeit getroffen hatte, wurde Kemal Kılıçdaroğlu an die Spitze der Partei berufen.
Während die absolute Nichtigkeit und die darauffolgenden Entwicklungen weiterhin das Tagesgeschehen bestimmen, hatte Kılıçdaroğlu nach der Gerichtsentscheidung erklärt, er werde eine einigende Haltung einnehmen und man werde den Prozess gemeinsam steuern.
Doch der ehemalige Parteivorsitzende Hikmet Çetin distanzierte sich von Kılıçdaroğlus Ansatz und drückte seine Unterstützung für Özgür Özel aus. Ähnlich erklärte Murat Karayalçın, er habe versucht, nach der Gerichtsentscheidung Kontakt zu Kılıçdaroğlu aufzunehmen, jedoch keine Antwort erhalten.

“Ich habe ihn unter der Nummer angerufen, unter der ich ihn immer erreiche, aber leider konnte ich ihn nicht erreichen.”
In einem Gespräch mit der Zeitung Oksijen wies Karayalçın bei seiner Bewertung der aktuellen Entwicklungen darauf hin, dass die Verantwortlichen und Mitglieder der Partei auf die gesellschaftlichen Reaktionen hören müssten, und sagte: “Unsere Parteiführung muss auf die Straße hören, sie muss diese Botschaft empfangen.” Unter Verweis auf den Massenmarsch, der am vergangenen Sonntag in Ankara stattfand, betonte er, dass die Botschaft von der Basis für die Parteiführung von großer Bedeutung sei.
Karayalçın erklärte, er habe in dieser Krisenzeit sowohl mit Özgür Özel als auch mit Kemal Kılıçdaroğlu sprechen wollen, habe aber nur von Özel eine positive Rückmeldung erhalten. Dass er Kılıçdaroğlu telefonisch nicht erreichen konnte, kommentierte er mit den Worten: “Kemal Beys Vorgehensweise in dieser Angelegenheit macht mich traurig.”
PARTEITAGSPROZESS UND JURISTISCHE DEBATTEN
Karayalçın ging auch auf die innerhalb der CHP geführten Diskussionen über den Parteitag ein und betonte, dass die Ungewissheit in der Partei so schnell wie möglich beendet werden müsse. Karayalçın erklärte, die Gerichtsentscheidung widerspreche den etablierten Gepflogenheiten des Wahlrechts in der Türkei, und setzte seine Kritik fort: “Unsere Mandate werden vom Hohen Wahlausschuss vergeben, aber diesmal hat die ordentliche Gerichtsbarkeit eingegriffen und die Wahlprozesse beeinflusst. Das ist eine inakzeptable Praxis.”
Er unterstrich, dass der Parteitagsprozess unverzüglich eingeleitet werden müsse, und warnte davor, dass die Partei andernfalls mit einem ‘Liquidationsprozess’ konfrontiert werden könnte. “Wir sind keine Partei, die durch die Entscheidung einiger weniger Richter ins Chaos gestürzt werden kann. Dies ist eine ungerechte, falsche Entscheidung. Der Weg, dies zu überwinden, besteht darin, so schnell wie möglich einen Parteitag abzuhalten”, sagte er.
Darüber hinaus wies Karayalçın auf das Risiko einer möglichen ‘vorgezogenen Wahl’ hin und erklärte, dass die Regierungspartei solche Krisenmomente zu ihrem Vorteil nutzen könne und eine Verzögerung des Parteitagsprozesses die Wahlvorbereitungen der Opposition unter Druck setzen würde.
Zu den Ansichten über das Risiko einer Spaltung der Partei sagte Karayalçın: “Ich habe die Sorge, dass wir uns, wenn wir uns einmal spalten, nicht wieder erholen können. Ich denke, dass dies der Partei und der Sozialdemokratie großen Schaden zufügen wird”, und betonte, dass der Schutz der Identität und Integrität der CHP eine ‘rote Linie’ sein müsse. Er betonte jedoch auch, dass man der Gesellschaft in Bezug auf das Personal mehr Vertrauen vermitteln müsse.
"WENN ES ANZEICHEN FÜR EINE LIQUIDATION GIBT, MUSS ÜBER EINE NEUE PARTEI NACHGEDACHT WERDEN"
Karayalçın betonte, dass er die Kommunikation zwischen Özgür Özel und den Massen für stark halte, und sagte: “Ich sehe, dass zwischen Özgür Bey und den Massen eine starke Schwingung herrscht”, und wies darauf hin, dass diese Energie den Weg für eine neue politische Bewegung ebnen könnte. Ein weiterer wichtiger Punkt war seine Aussage: “Wenn es Anzeichen für eine Liquidation gibt, muss über eine neue Partei nachgedacht werden”, womit er andeutete, dass neue Formationen unvermeidlich seien, falls der Weg für eine Politik der Liquidation und Ausgrenzung innerhalb der Partei geebnet werde.
Der ehemalige Parteivorsitzende ging auch auf die Bedeutung der innerparteilichen Demokratie ein und erklärte, dass der nächste Präsidentschaftskandidat unter Beteiligung der Mitglieder bestimmt werden müsse, was der Vergangenheit und den demokratischen Gepflogenheiten der CHP entsprechen würde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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