Klare Forderung der CHP an die Regierung: 'Die Wahlurne muss so schnell wie möglich kommen'
Tausende Menschen, die sich in Sakarya versammelten, brachten bei der Kundgebung der CHP unter dem Motto „Das Volk schützt seinen Willen“ ihre Forderungen nach Gerechtigkeit und vorgezogenen Neuwahlen nachdrücklich zum Ausdruck. Die Botschaften des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel und des inhaftierten Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, prägten die Veranstaltung.
Die 106. Kundgebung der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP) unter dem Motto „Das Volk schützt seinen Willen“ fand diesmal in Sakarya statt. Der Demokrasi Meydanı in Adapazarı wurde bereits ab den Morgenstunden von einer großen Menschenmenge geflutet. Die Teilnehmer sandten mit Slogans wie „Es gibt kein Entkommen allein, entweder alle zusammen oder keiner von uns“ und „Präsident İmamoğlu“ starke Botschaften an die Regierung.
Der Brief, den der inhaftierte Bürgermeister von Istanbul und Präsidentschaftskandidat der CHP, Ekrem İmamoğlu, für die Kundgebung gesandt hatte, wurde auf dem Platz mit Begeisterung aufgenommen. Der Brief wurde vom Provinzvorsitzenden der CHP in Sakarya, Oğuz Can Curoğlu, verlesen.
„WER ZU UNGERECHTIGKEIT SCHWEIGT, TRÄGT DIE GRÖSSTE SCHULD“
In İmamoğlus Botschaft wurden folgende Schwerpunkte hervorgehoben:
„Wer auch immer zu der Ungerechtigkeit schweigt, die er sieht, lädt die größte Schuld auf sich.“
Darüber hinaus erklärte İmamoğlu, dass im Land Ungerechtigkeit und Willkür herrschten, und betonte, dass eine wohlhabende Ordnung aufgebaut werde, in deren Mittelpunkt die Gerechtigkeit stehe.
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel, der auf der Kundgebung sprach, wies darauf hin, dass die Menschen in Sakarya trotz ihrer Unterstützung für die Regierung keine Gerechtigkeit bei den Dienstleistungen erfahren hätten. Özel erinnerte daran, dass die Wunden der Stadt nach dem Erdbeben noch immer nicht verheilt seien, und äußerte sich wie folgt zum Verhältnis von Steuern und Investitionen:
„Sakarya hat im vergangenen Jahr 70 Milliarden Lira an Steuern gezahlt, erhielt im Gegenzug aber nur 12 Milliarden Lira an Investitionen. Diese Stadt hat sieben gegeben und eins erhalten.“
Özels Kritik beschränkte sich nicht darauf. Er ging auf die Probleme von Rentnern, Mindestlohnempfängern, Landwirten und Produzenten ein und erklärte, dass die Regierung keine Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme produziere.
ERDBEBEN, WOHNUNGSBAU UND INVESTITIONSPROBLEME AUF DER AGENDA
Özgür Özel betonte, dass die CHP der Bevölkerung der Stadt niemals den Rücken gekehrt habe, obwohl sie in Sakarya seit vielen Jahren die Kommunalwahlen nicht gewinnen konnte. Er stellte fest, dass die Bedürfnisse von Sakarya nach dem Erdbeben immer noch nicht gedeckt seien und viele Probleme von der Bildung über die Unterbringung bis hin zur Gesundheitsversorgung und städtebaulichen Dienstleistungen fortbestünden.
„Sie kommen vor der Wahl, holen eure Stimmen und vergessen Sakarya dann wieder. Seit dem Erdbeben von 1999 konnte die Stadterneuerung immer noch nicht abgeschlossen werden.“
Andererseits ging Özel auch auf die Wohnungskrise in Sakarya ein, betonte, dass die Mieten in den letzten 4 Jahren um 970 Prozent gestiegen seien, und fügte folgende Worte hinzu:
„TOKİ wird keine Luxusvillen für Reiche bauen, sondern Wohnheime für Studenten und Dienstwohnungen für Beamte. Wir werden die Wohnungskrise grundlegend lösen.“
BETONUNG DER UNTERSTÜTZUNG FÜR LANDWIRTE UND PRODUZENTEN
Der CHP-Vorsitzende wies darauf hin, dass die Abhängigkeit vom Ausland in der Landwirtschaft zugenommen habe und die Landwirte nicht die Unterstützung erhielten, die sie verdienten. Özel kritisierte die Schließung der Fleisch- und Milchbehörde (Et ve Süt Kurumu) sowie der Zuckerfabriken und versprach, dass diese Einrichtungen wiedereröffnet würden.
„Wir werden die Garantie nicht den Geldmagnaten, Bankiers oder Günstlingen geben, sondern den Landwirten und Produzenten.“
Zudem wies er darauf hin, dass das Steuersystem in der Türkei ungerecht sei, und verwies auf die Last der indirekten Steuern sowie die Kluft zwischen Reichen und Geringverdienern.
„DIE WAHLURNE MUSS SO SCHNELL WIE MÖGLICH KOMMEN“
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel beendete seine Rede mit der erneuten Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen:
„Wir wollen die Wahlurne so schnell wie möglich.“
UNTERSTÜTZUNGSBOTSCHAFT VON İMAMOĞLU
Vor der Kundgebung hatte Ekrem İmamoğlu über den Social-Media-Account seines Präsidentschaftskandidatenbüros einen Beitrag geteilt und die Bürger zur Kundgebung in Sakarya eingeladen. İmamoğlu hatte folgende Botschaft übermittelt:
„Morgen treffen wir uns in Sakarya. Ich bin auch vor dem Bildschirm bei euch.“
Aufnahmen von İmamoğlus früherer Aussage in Sakarya, „Wir werden dieses Land mit den Kindern des Volkes regieren“, wurden ebenfalls in den sozialen Medien geteilt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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