Die Verantwortlichen von Soma und Ermenek kommen einer nach dem anderen frei
Das im türkischen Parlament (TBMM) verabschiedete 11. Justizpaket hat mit der Einbeziehung von Verurteilten, die für Todesfälle im Zusammenhang mit Erdbeben verantwortlich sind, zu ersten Entlassungen aus den Gefängnissen geführt. Die durch die Regelung entstandenen Lücken haben jedoch in vielen Bereichen, von Grubenunglücken bis hin zu Arbeitsunfällen, für heftige Debatten gesorgt.
Nach dem Inkrafttreten des 11. Justizpakets haben die Entlassungen aus den Gefängnissen begonnen. Diese im Amtsblatt veröffentlichte Regelung, die Strafminderungen vorsieht, umfasst auch Verurteilte, die für Todesfälle infolge von Erdbeben verantwortlich sind. Die Lücken in der Regelung haben jedoch nicht nur im Zusammenhang mit Erdbeben, sondern auch bei vielen anderen Straftaten zu Diskussionen geführt.
ERDBEBEN-DELIKTE UND ZERSTÖRUNGEN
Dem Artikel des T24-Autors Gökçer Tahincioğlu zufolge fallen Zerstörungen an Gebäuden, bei denen es nicht zu Todesfällen kam, unter die Strafminderungsregelung. In diesem Fall können auch Todesfälle, bei denen festgestellt wurde, dass sie nicht direkt durch das Erdbeben verursacht wurden, von der Strafminderung profitieren. Wenn beispielsweise ein Gebäude durch ein Erdbeben eingestürzt ist, aber keine Todesopfer zu beklagen waren, können die Verantwortlichen für das Gebäude von dieser Regelung profitieren.
Gleichzeitig wurde betont, dass der Tod zweifelsfrei als Folge des Erdbebens bestätigt werden muss. Sollte der erdbebenbedingte Tod nicht in den Akten vermerkt oder falsch festgestellt worden sein, können die Verantwortlichen dennoch eine Strafminderung erhalten.
SOMA- UND ERMENEK-KATASTROPHEN FALLEN UNTER DIE STRAFMINDERUNG
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt in dem Artikel ist, dass auch die Verantwortlichen vergangener Grubenunglücke durch diese Regelung eine Strafminderung erhalten könnten. Die Verantwortlichen für große Minenkatastrophen wie in Soma und Ermenek können unter bestimmten Bedingungen ebenfalls von dieser Minderung profitieren.
Wie Tahincioğlu feststellt, befindet sich die Regelung in einem komplexen Bereich bezüglich Zerstörungen und Todesfällen. Wenn beispielsweise in einem Krankenhausgebäude nach einem Erdbeben aufgrund von Panik Todesfälle aufgetreten sind, können diese ebenfalls im Rahmen der Strafminderung bewertet werden. Selbst wenn das Gebäude den Vorschriften entsprechend errichtet wurde, aber aufgrund der Stärke des Erdbebens eingestürzt ist, können die Verantwortlichen dennoch von der Strafminderung profitieren.
In Tahincioğlus Artikel wurden auch andere umstrittene Themen im Rahmen der Regelung angesprochen. Verantwortliche für viele Straftaten, von schweren Arbeitsunfällen bis hin zu Verkehrsunfällen, können durch diese Regelung eine Strafminderung erhalten. Sogar schwere Straftaten wie Mord können unter bestimmten Bedingungen von dieser Minderung profitieren. Die gleiche Regelung wird angewandt, ohne zwischen Morddelikten und Straftaten zu unterscheiden, bei denen es um Notwehr oder einen unfallbedingten Tod geht.
Nachrichtenquelle: 12punto
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