Ekrem İmamoğlu nach Treffen des Städtebundes: 'Zwangsverwalter-Praktiken erinnern an die Zeit der Militärputsche'
Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu äußerte sich nach einer Sitzung des Exekutivrats des türkischen Städtebundes. İmamoğlu erklärte: 'Die Türkei muss sich von dieser Regierung befreien, und der Weg dazu führt über die Wahlurne.'
Der Bürgermeister der Stadtverwaltung Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, äußerte sich nach einer Sitzung des Exekutivrats des türkischen Städtebundes. Auf der Agenda von İmamoğlu standen die Entscheidungen zur Einsetzung von Zwangsverwaltern (Kayyum) in Esenyurt sowie in den Provinzen Mardin, Batman und im Bezirk Halfeti in Şanlıurfa.
Der İBB-Bürgermeister Ekrem İmamoğlu erklärte, dass durch die Zwangsverwalter-Praktiken in der Türkei die lokale Demokratie und der Volkswille untergraben würden und die dem Innenminister durch die Verfassung verliehenen Befugnisse missbraucht würden. İmamoğlu betonte, dass die in der Verfassung vorgesehene Befugnis des Ministers zur Suspendierung nur für Ausnahmesituationen gedacht sei, und sagte: "Diese Praktiken verletzen unsere Demokratie zutiefst."
''DIE TÜRKEI BEWEGT SICH AUF EIN TOTALITÄRES REGIME ZU''
İmamoğlu betonte, dass die Einsetzung von Zwangsverwaltern die Türkei aus dem Prozess der gewählten Demokratie herauslöse und in Richtung eines totalitären Regimes führe; er fügte hinzu, dass dieser Zustand an die antidemokratischen Praktiken während der Zeit der Militärputsche erinnere. "Diese Entscheidungen rufen Zeiten in Erinnerung, in denen die Demokratie außer Kraft gesetzt war. Die Arbeit der Menschen wird ignoriert, und die Abkehr von der Demokratie wird auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben", sagte er.
WIRTSCHAFTLICHE ANFÄLLIGKEIT NIMMT ZU
İmamoğlu wies darauf hin, dass die Abkehr von der Demokratie auch die türkische Wirtschaft negativ beeinflusse: "Aufgrund dieser Politik ist unser Land zu einer der anfälligsten Volkswirtschaften der Welt geworden. Unser Volk leidet unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten", sagte er.
DAS RECHT ZU WÄHLEN UND GEWÄHLT ZU WERDEN WIRD ZERSTÖRT
İmamoğlu äußerte, dass die Einsetzung von Zwangsverwaltern und die Eingriffe in die Kommunalverwaltungen systematisch geworden seien und das Recht zu wählen und gewählt zu werden unter Druck stehe. "Trotz des Drucks der Zentralregierung auf die Kommunen haben unsere Gemeinden gute Arbeit geleistet. Wir stellen uns gegen diese Razzien und antidemokratischen Praktiken, unabhängig davon, gegen wen sie sich richten", sagte er und kritisierte die Behinderung der lokalen Selbstverwaltung.
EINE REGIERUNG, DIE KEINE RECHENSCHAFT ABLEGT
İmamoğlu argumentierte, dass die Kommunen durch die Einsetzung von Zwangsverwaltern einer Verwaltung überlassen würden, die nicht rechenschaftspflichtig sei: "Die Funktionsweise der Kommunen wird durch die Einsetzung von Zwangsverwaltern gestört, und es wird zu einem Führungsstil übergegangen, der keine Rechenschaft ablegt", sagte er. Er betonte, dass dieser Regierungsstil, der Druck auf die Kommunen ausübe, so schnell wie möglich beendet werden müsse.
DIE TBMM MUSS SCHNELL HANDELN
İmamoğlu erinnerte daran, dass es im Gemeindegesetz Regelungen darüber gebe, wie Oberbürgermeister ihres Amtes enthoben werden können, und sagte, dass Strafen individuell sein müssten. "Die während des Ausnahmezustands eingeführte Praxis der Zwangsverwaltung muss nun beendet werden. Als türkischer Städtebund werden wir Beratungen mit den politischen Parteien führen. Es ist zwingend erforderlich, dass die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) schnell in diesen Prozess eingreift", erklärte er.
Zum Abschluss seiner Rede kündigte İmamoğlu an, dass er Gespräche mit den Vorsitzenden der politischen Parteien über die in den Kommunen eingesetzten Zwangsverwalter führen werde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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