Erdoğan sprach nur von einer 'großen Chance': Warum schweigt die AKP zum neuen İmralı-Prozess?
Der İmralı-Prozess, der mit dem Aufruf des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli an den PKK-Anführer Abdullah Öcalan begann, hat die Debatten vertieft. Kritisiert wird dabei, dass Präsident Erdoğan, dem die Opposition vorwirft, nicht „klar“ zu sein, lediglich den Begriff „Chance“ verwendete und innerhalb der Partei keine eindeutigen Botschaften zum Prozess zu vernehmen sind. Was denkt die AKP also über den neuen Prozess? Hier sind die Details...
Die Diskussionen um den Imralı-Prozess, der mit der Fraktionsrede des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli im Oktober 2024 begann und mit Erklärungen der Terrororganisation PKK fortgesetzt wurde, halten an.
Während die Opposition ihre Kritik verschärft und behauptet, Präsident Recep Tayyip Erdoğan vertrete keine klare Haltung zu diesem Thema, fällt auf, dass auch vonseiten der AKP keine konkrete Erklärung zur Zukunft des Prozesses erfolgt.
ERDOĞAN SPRACH LEDIGLICH VON EINER CHANCE
Präsident Erdoğan vermied es in seiner Erklärung zum Imralı-Prozess, einen klaren Fahrplan vorzulegen.
Erdoğan äußerte sich wie folgt: "Ich muss mit großer Zufriedenheit feststellen: Wir befinden uns heute in einer stärkeren, entschlosseneren und vorteilhafteren Position, um das Ziel einer Türkei ohne Terror in all seinen Dimensionen zu verwirklichen. Wir sind so nah wie nie zuvor daran, uns dauerhaft und endgültig von einer Plage zu befreien, die seit 40 Jahren das Blut, das Leben und die Ressourcen unserer Nation aussaugt. Es ist für einen Politiker, der Verantwortung gegenüber seiner Nation trägt, undenkbar, einer solchen Chance den Rücken zu kehren. Wir sind verpflichtet, unseren Vorteil bestmöglich zu nutzen, um ein Ergebnis zu erzielen, das dem Wohl aller 85 Millionen zugutekommt."
Diese Worte Erdoğans wurden jedoch von der Opposition als unzureichend empfunden, da sie keinerlei Hinweise darauf gaben, wie der Prozess ablaufen soll.
KEINE KLARE STELLUNGNAHME DER AKP
Innerhalb der AKP herrscht Unsicherheit über den Prozess. Laut einem Bericht von Merve Kılıç von der Zeitung Cumhuriyet gibt es in der Partei sowohl Befürworter des Prozesses als auch Stimmen, die eine vorsichtige Haltung einnehmen. Obwohl Erdoğan den Prozess als „historische Chance“ bezeichnete, gab es von der AKP-Führung weder eine konkrete Erklärung noch einen Fahrplan.
Einige AKP-Quellen bezeichnen den Prozess als „letzte Chance für die DEM-Partei, sich vom Terror zu distanzieren“, während gleichzeitig berichtet wird, dass die Arbeiten an einer neuen Verfassung innerhalb der Partei an Fahrt gewinnen. AKP-Führungskräfte betonen zwar, dass bei den ersten vier Artikeln keine Zugeständnisse gemacht werden, weisen jedoch darauf hin, dass Ideen bezüglich einer Änderung der Definition der „Staatsbürgerschaft“ diskutiert werden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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