Erdoğan über Hamas: 'Ich sehe sie nicht als Terrororganisation'
In einem Interview in New York betonte Präsident Recep Tayyip Erdoğan erneut, dass er die Hamas nicht als Terrororganisation betrachte und dass das Leid des palästinensischen Volkes nicht ignoriert werden dürfe.
Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan gab anlässlich der 79. Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York dem amerikanischen Fernsehsender NBC News ein exklusives Interview.
Erdoğan beantwortete die Fragen von Keir Simmons und äußerte sich insbesondere zu den Themen Hamas und NATO-Mitgliedschaft der Ukraine.
'ICH HABE DIE HAMAS NICHT ALS TERRORORGANISATION BEZEICHNET'
Auf eine Frage zu den Beziehungen der Türkei zur Hamas betonte Erdoğan, dass er die Hamas nie als Terrororganisation bezeichnet habe. Erdoğan erklärte, die Hamas sei eine Widerstandsgruppe, die versuche, ihr Land zu verteidigen, und äußerte sich wie folgt:
"Wir sind gegen Terroristen. Aber ich bin einer der Staatschefs, die die Hamas gut kennen. Ich habe die Hamas nie als Terrororganisation bezeichnet. Und auch jetzt sehe ich die Hamas nicht als Terrororganisation an. Denn die Hamas ist eine Widerstandsgruppe, die sich bemüht, ihr Land zu schützen. Wie könnte ich also eine solche Widerstandsgruppe als Terrororganisation bezeichnen?"

DIE EREIGNISSE VOM 7. OKTOBER
Bezüglich der Ereignisse vom 7. Oktober wies Erdoğan darauf hin, dass das Leid, das das palästinensische Volk bereits zuvor erfahren habe, nicht ignoriert werden dürfe, und sagte:
"Seit 1947 hat Palästina durch den Verlust von Gebieten diesen Punkt erreicht. Wenn wir hinter die Kulissen blicken, müssen wir leider die Gründe, die zu den Bedingungen des 7. Oktobers geführt haben, genau kennen."
ZURÜCKHALTUNG BEI NATO-MITGLIEDSCHAFT DER UKRAINE
Auf eine Frage zur NATO-Mitgliedschaft der Ukraine antwortete Erdoğan, dass man bei dieser Entscheidung die Schritte aller NATO-Staaten berücksichtigen werde. Erdoğan betonte, dass insbesondere die USA eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nicht wünschten, und erklärte, dass dieses Thema nicht überstürzt behandelt werden dürfe: "Amerika möchte nicht, dass die Ukraine der NATO beitritt. Viele NATO-Länder möchten ebenfalls nicht, dass die Ukraine der NATO beitritt. Wir müssen unsere Entscheidung unter Berücksichtigung dieser Realitäten treffen", sagte er.
Erdoğan betonte, dass NATO-Entscheidungen keine Themen seien, die man impulsiv angehen könne, und dass die Türkei die Haltung aller Verbündeten in dieser Angelegenheit bewerte: "Dies sind keine Themen, bei denen man voreilig handeln sollte. Wir werden unsere endgültige Entscheidung treffen, nachdem wir die Haltung aller NATO-Länder verfolgt haben", erklärte er.
Auf die Frage von Simmons, ob er diesbezüglich bereits eine Entscheidung getroffen habe, antwortete Erdoğan klar mit "Nein".
Nachrichtenquelle: 12punto
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