Erdoğan zur „öffentlichen Hand“: „Gleichbedeutend mit Verrat“
Präsident und AKP-Vorsitzender Recep Tayyip Erdoğan sprach im Beştepe Millet Kongre ve Kültür Merkezi des Präsidentenpalastes bei der „Zeremonie zur gemeinsamen Eröffnung von 201 Werken anlässlich des 100. Jubiläums der Stiftungswoche“. Erdoğan erklärte: „Sich an öffentlichem Eigentum zu vergreifen, ist in unseren Augen gleichbedeutend mit Verrat.“
Der Präsident und AKP-Vorsitzende Recep Tayyip Erdoğan nahm im Beştepe Millet Kongre ve Kültür Merkezi des Präsidentenpalastes an der „Zeremonie zur gemeinsamen Eröffnung von 201 Werken anlässlich des 100. Jubiläums der Stiftungswoche“ teil.
Die wichtigsten Punkte aus Erdoğans Rede:
„ICH GRATULIERE ALLEN UNSEREN INSTITUTIONEN“
„In den letzten 22 Jahren haben wir 5.500 von unseren Vorfahren hinterlassene Werke wieder instand gesetzt. Ich danke unserer Generaldirektion für Stiftungen, die sich in vorbildlicher Weise um das Erbe unserer Vorfahren kümmert.
Wir erhöhen kontinuierlich den Druck, um die israelische Führung zu einem Waffenstillstand zu zwingen. Zunächst hatten wir Exportbeschränkungen für 54 Produkte eingeführt. Seit letzter Woche haben wir den Import und Export mit Israel gestoppt, und zwar für alle Produkte. Wir haben zudem beschlossen, uns der in Den Haag gegen Israel eingereichten Völkermordklage anzuschließen. Wir werden alle unsere Möglichkeiten nutzen, damit diejenigen, die das Leben von 35.000 unserer Brüder und Schwestern, darunter 15.000 Kinder, auf dem Gewissen haben, sich vor dem Gesetz verantworten müssen.
Ich glaube, dass diese unsere Entscheidungen auch anderen Ländern, die ein Ende des Blutvergießens in der Region wünschen, Mut machen werden. Unsere edle Nation, die dem palästinensischen Volk in seinen schwersten Tagen zu Hilfe eilte, ist neben der Erfüllung ihrer brüderlichen Pflicht auch zum Gewissen der Menschheit geworden. Auch wenn einige Geschäftemacher in unseren Reihen dies nicht sehen oder trotz besseren Wissens verzerren: Die Türkei ist mit ihrem Staat, ihren Bürgern und ihren NGOs eines der Länder, das die Gaza-Prüfung am erfolgreichsten bestanden hat. Daran haben unsere Katastrophenschutzbehörde AFAD, der Rote Halbmond, unsere Generaldirektion für Stiftungen und andere freiwillige Organisationen einen wirklich großen Anteil. Ich gratuliere allen unseren Institutionen, die Unterdrückte und Bedürftige unterstützen, egal wo auf der Welt sie sich befinden.
„ES GIBT KEINE ENTSCHULDIGUNG“
Ich möchte hier einen Punkt besonders unterstreichen: So wie Stiftungsbauwerke ein Vermächtnis unserer Vorfahren und der Stifter an uns sind, so sind auch öffentliches Eigentum und öffentliche Ämter ein Vermächtnis der Nation. Öffentliches Eigentum, an dem auch Waisen einen Anteil haben, und öffentliche Aufgaben können nur dann effizient, segensreich und nützlich sein, wenn sie mit einem solch hohen Bewusstsein erfüllt werden; nur dann wird der Verantwortung in vollem Umfang gerecht. Ein Beamter ist dazu verpflichtet, dazu berufen und dazu angehalten, unseren Bürgern bei Angelegenheiten, die seine Verantwortung oder seinen Zuständigkeitsbereich betreffen, zu dienen. Auf dem Weg des Dienstes an der Nation gibt es absolut keinen Platz für Trägheit, Nachlässigkeit, Launen oder die Verantwortungslosigkeit eines ‚Komm heute, geh morgen‘. Ich sage es immer wieder und betone es heute erneut: Wir verdanken alle Ämter, die wir innehaben, unserer edlen Nation. Egal in welcher Position wir uns befinden, wir alle sind gegenüber unserer Nation verantwortlich. Überheblichkeit gegenüber der Nation, Herabschauen, sich als Herr aufspielen oder Probleme ignorieren, ist absolut inakzeptabel. Erst recht ist es in unseren Augen gleichbedeutend mit Verrat, sich an öffentlichem Eigentum zu vergreifen. Politiker, Beamte und Führungskräfte können keine Ausreden haben, wenn es darum geht, ihre Pflichten gegenüber dem Land und der Nation zu erfüllen. Wenn man nicht mit den Sorgen der Nation mitleidet, keine Lösungen für ihre Probleme findet und sich nicht ihren Segen verdient, dann ist jedes Amt, egal welches, eine Last für den Menschen. Wir sind entschlossen, unserem Volk die Szenarien der alten Türkei nicht noch einmal erleben zu lassen. Wir sind uns der Beschwerden, die in dieser Hinsicht insbesondere in letzter Zeit zugenommen haben, bewusst. Wir werden gegen alle von uns festgestellten Mängel, Fehler und, falls vorhanden, Verrat, in Zukunft hoffentlich noch entschlossener vorgehen. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um eine reibungslose und fehlerfreie Erbringung öffentlicher Dienstleistungen zu gewährleisten, und werden bürokratische Trägheit in keiner Weise dulden.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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