Fatih Erbakan zur Lösung des Kurdenkonflikts: 'Das kurdische Volk muss als Ansprechpartner akzeptiert werden'
Der Vorsitzende der Yeniden Refah Partisi, Fatih Erbakan, kritisierte die Aufrufe an Abdullah Öcalan und betonte, dass der Kampf gegen den Terrorismus kompromisslos fortgesetzt werden müsse. Erbakan erklärte: „Für einen Lösungsprozess muss das kurdische Volk als Ansprechpartner akzeptiert werden.“
Der Vorsitzende der Yeniden Refah Partisi, Fatih Erbakan, äußerte sich bei einer Pressekonferenz im türkischen Parlament zu aktuellen politischen Themen.
Erbakan sprach sich gegen Vorschläge zur Freilassung des PKK-Anführers Abdullah Öcalan aus und bewertete die jüngsten Terroranschläge sowie den sogenannten Lösungsprozess in der Türkei.
TERRORBEDROHUNG BESTEHT WEITER
Erbakan verwies auf den kürzlich verübten Terroranschlag auf das Unternehmen TUSAŞ und erklärte: „Dieser Angriff zeigt deutlich, dass die Terrorbedrohung weiterhin besteht. Dass ein solcher Angriff auf eine strategische Einrichtung in der Hauptstadt unseres Landes verübt werden konnte, verdeutlicht, dass Sicherheitslücken geschlossen werden müssen.“

'FÜR EINE LÖSUNG MUSS DAS KURDISCHE VOLK ALS ANSPRECHPARTNER AKZEPTIERT WERDEN'
Erbakan kritisierte die Äußerungen des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli zu Abdullah Öcalan scharf: „Dass dem Terroristenführer erlaubt werden soll, im Parlament zu sprechen, ist ein schwerer Schlag gegen den Kampf unserer Nation gegen den Terrorismus und gegen das Andenken unserer Märtyrer.“ Erbakan betonte, dass seine Partei die Rechte der kurdischen Bürger verteidige, fügte jedoch hinzu: „Wenn es einen Ansprechpartner für einen Lösungsprozess geben soll, dann müssen dies die politischen Parteien, die das kurdische Volk vertreten, sowie NGOs und Meinungsführer sein. Nicht die PKK, die PYD oder die YPG.“
DIE ZERSCHLAGUNG DER PKK REICHT NICHT AUS, DIE PYD-YPG-BEDROHUNG BLEIBT BESTEHEN
Erbakan wies darauf hin, dass die USA in Syrien die PYD und YPG ausbilden und ausrüsten: „Die Zerschlagung der PKK allein reicht nicht aus. Solange direkt vor unserer Haustür eine 140.000 Mann starke, von den USA ausgerüstete PYD-YPG-Armee steht, kann sich der Kampf gegen den Terrorismus nicht nur auf das Ende der PKK beschränken.“
Erbakan setzte seine Kritik an der Cumhur İttifakı (Volksallianz) fort und behauptete, dass mögliche Schritte der MHP und AKP im Lösungsprozess von politischem Kalkül geleitet seien. Erbakan sagte: „Es ist nicht im Interesse der Türkei, für den Gewinn einer weiteren Wahl mit Terrororganisationen zu verhandeln. Das ist ein großer Widerspruch.“

DER PROZESS DES AUSTRETENS AUS DER CUMHUR İTTİFAKI
Zum Austritt aus der Cumhur İttifakı erklärte Erbakan: „Wir hatten unsere roten Linien, die zum Wohle des Landes festgelegt wurden. Doch in der vergangenen Zeit wurden keine Schritte unternommen, die diesen Linien entsprachen; im Gegenteil, es wurde entgegengesetzt gehandelt. Deshalb haben wir uns seit den Kommunalwahlen faktisch von der Cumhur İttifakı getrennt.“
WAS HAT BAHÇELİ GESAGT?
Bahçeli hatte in der vergangenen Woche bei der Fraktionssitzung seiner Partei gefordert, dass Öcalan im türkischen Parlament sprechen solle, und dabei folgende Worte gewählt:
„Wenn die Isolation des Terroristenführers aufgehoben wird, soll er kommen und in der Fraktionssitzung der DEM-Partei im Parlament sprechen. Er soll erklären, dass der Terrorismus vollständig beendet ist und die Organisation aufgelöst wurde. Wenn er diese Entschlossenheit zeigt, sollte der Weg für eine gesetzliche Regelung zur Ausübung des Rechts auf Hoffnung geebnet werden. Weder Kandil noch Edirne; die Adresse soll von İmralı zur DEM führen, damit dieses schwere und historische Terrorproblem vollständig von der Tagesordnung des Landes verschwindet. Ich fordere dazu auf, wir sind bereit.“
UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE DEM-PARTEI
Die Antwort der DEM-Partei auf Bahçelis Aufruf ließ nicht lange auf sich warten. Die Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tülay Hatimoğulları, antwortete auf Bahçelis Appell: „Der Ansprechpartner für die kurdische Frage in der Türkei ist Abdullah Öcalan. Wenn es einen Neuanfang geben soll, muss die Isolation sofort aufgehoben werden. Wir sind bereit, die Initiative für einen würdevollen Frieden zu ergreifen. Wir kämpfen seit Jahren für die Aufhebung der Isolation Öcalans. Sie muss definitiv aufgehoben werden. Wir sagen, er soll physisch kommen und sprechen. Lassen Sie uns alle sehen, was er zu sagen hat. Ohne Zeitverlust müssen in dieser Angelegenheit dringend Schritte unternommen werden. Ich unterstreiche noch einmal, dass wir als DEM-Partei bereit sind, alles Notwendige in dieser Hinsicht zu tun.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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