Die Regierung ist handlungsunfähig: Forderungen vertagt, die Fronten sind verhärtet!
Die Journalistin Hilal Köylü teilte Informationen aus dem Hintergrund zum İmralı-Prozess. Köylü berichtete, dass Forderungen nach Demokratisierung aufgeschoben wurden, die Spannungen im Parlament zunehmen und der Prozess in eine Phase eingetreten ist, in der „die Fronten verhärtet sind“.
Die Journalistin Hilal Köylü hat bemerkenswerte Hintergrundinformationen zum İmralı-Prozess geteilt, der nach der Ankündigung der Terrororganisation PKK, die Waffen niederzulegen, begonnen hatte. Köylü erklärte, dass die politische Aktivität in Ankara intensiv sei und sagte: „Die Kulissen brennen, die Spannungen sind über den Siedepunkt hinaus, die Fronten sind verhärtet.“
Köylü erinnerte daran, dass bereits zu Beginn der Ausschusssitzungen der Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş auf die zu erwartenden heftigen Debatten hingewiesen habe. „Diese Phase wird als ein Umbruchprozess betrachtet, in dem die Politik aller Parteien überprüft und neu gestaltet wird“, so Köylü.
„BAHÇELİS VORSTOSS HAT DEN PROZESS GEPRÄGT“
Köylü berichtete, dass die Äußerungen des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli, der den Aufruf des Anführers der Terrororganisation, Abdullah Öcalan, vom 27. Februar mit dem Begriff „Gründervater“ in die Debatte einbrachte, die politischen Diskussionen verschärft habe. „Bahçeli öffnete dem Prozess die Tür mit den Worten: ‚Zögert nicht, er hat ihn bereits als Gründervater bezeichnet‘“, teilte sie mit.
Köylü bewertete dies wie folgt: „Diese Botschaft richtet sich nicht nur an die DEM-Partei, sondern an alle politischen Parteien. Im Prozess wurde der Ansatz einer ‚Türkei ohne Terror‘ verabschiedet.“
„DEMOKRATISIERUNGSSCHRITTE VERTAGT“
Köylü erinnerte an die Forderungen der CHP bezüglich eines Endes der Zwangsverwaltung (Kayyum), der Abschaffung von Untersuchungshaft sowie der Verbindlichkeit von Urteilen des EGMR und des Verfassungsgerichts. Sie stellte jedoch fest, dass der Prozess nicht in diese Richtung verlaufe und hielt fest:
„Es wurde erkannt und gesehen, dass das Demokratisierungspaket und der Prozess einer ‚Türkei ohne Terror‘ nicht parallel verlaufen können. Auch die Erklärungen des Beraters des Präsidenten, Mehmet Uçum, zeigten die Richtung des Prozesses auf. Uçum legte den Ansatz dar, indem er sagte: ‚Die Rückkehr derjenigen, die die Waffen niedergelegt haben und nicht in Aktionen verwickelt waren, wird ermöglicht. Das Demokratisierungspaket kommt später.‘“
„DIE REGIERUNG IST HANDLUNGSUNFÄHIG“
Köylü wies darauf hin, dass die Kritik innerhalb der Regierungslager an der fehlenden Umsetzung von Demokratisierungsschritten zunehme. „Jeder erwartet etwas. Doch die Regierungsseite vermittelt die Botschaft: ‚Es gibt Bedingungen, die uns die Hände binden‘“, sagte sie.
Köylü erklärte, dass im Prozess ein schrittweiser Fahrplan verfolgt werde, der als „Stufenmethode“ bezeichnet wird. „Es wird ein kontrollierter Plan zur schrittweisen Umsetzung angewandt“, sagte sie.
„APO-PAROLEN GINGEN NACH HINTEN LOS“
Köylü erklärte, dass die Diskussionen darüber, ob die Kommission nach İmralı reisen werde, andauerten, und sagte, dass die im Parlament skandierten „Apo“-Parolen die Spannungen erhöht hätten. Köylü erinnerte daran, dass Bahçeli auf diese Parolen reagiert habe: „Bahçeli sagte: ‚Das ist eine Entgleisung, das kann ich nicht zulassen.‘ Die DEM-Partei antwortete: ‚Das ist unser demokratisches Recht.‘“
Köylü berichtete, dass es auch innerhalb der DEM-Partei Diskussionen gebe: „Es gibt auch DEM-Mitglieder, die sagen, dass diese Parolen nach hinten losgegangen sind und sie es ‚lieber nicht hätten geschehen lassen‘.“
HARTE REAKTION DER İYİ-PARTEI
Köylü erinnerte daran, dass die İYİ-Partei von Beginn an keine Mitglieder in die Kommission entsandt habe: „Von Seiten der İYİ-Partei hieß es: ‚Wir lehnen Treffen mit Öcalan ab, wir glauben nicht an diesen Prozess.‘ Der Vorsitzende Müsavat Dervişoğlu kritisierte den Prozess zudem mit Begriffen wie ‚Verrat‘ und ‚Niedertracht‘. Sie werfen der Regierung vor, gemeinsame Sache mit der DEM-Partei zu machen.“
Köylü gab an, dass Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş am Freitag gemeinsam mit den Kommissionsmitgliedern nach Diyarbakır reisen werde, um die Stimmung in der Öffentlichkeit vor Ort zu erfassen. Köylü sagte: „Jeder wartet auf einen vertrauensbildenden Schritt. Doch der Prozess erlebt einen großen Bruch. Mittlerweile werden auch die politischen Kampagnen auf Basis dieses Prozesses gestaltet.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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