Machtkampf innerhalb der Polizei? 'Die MHP protestiert erstmals so lautstark' – Die Debatte um den Schatten von Süleyman Soylu!
Mit einem von Präsident Erdoğan unterzeichneten Dekret wurden die Polizeichefs von 37 Provinzen ausgetauscht und 22 hochrangige Polizeibeamte in den Ruhestand versetzt. Die Entscheidung hat die Debatte über die mögliche Entlassung von Personen, die der MHP nahestehen, neu entfacht.
Mit einem am 11. September vom Präsidenten und AKP-Vorsitzenden Recep Tayyip Erdoğan unterzeichneten Dekret wurden die Polizeichefs von 37 Provinzen ihres Amtes enthoben und 22 hochrangige Polizeibeamte in den Ruhestand versetzt. Nach den Änderungen fiel insbesondere die Entlassung von Personen auf, die der MHP nahestehen.
Während die Äußerung von Innenminister Ali Yerlikaya über „unfähige Ehrgeizlinge“ (kifayetsiz muhteris) als Anspielung auf den ehemaligen Minister Süleyman Soylu interpretiert wurde, heizten die Veränderungen bei der Polizei die Debatten über die „Soylu-Yerlikaya-Spannungen“ und eine „neue Parallelstruktur“ an.
BAHÇELİ NAHESTEHENDE PERSONEN WURDEN ENTLASSEN
Nach Informationen des Sözcü-Kolumnisten Saygı Öztürk befindet sich unter den Entlassenen auch der Leiter der Spezialeinheit, Süleyman Karadeniz. Es wird behauptet, dass ein Foto, auf dem Karadeniz die Hand des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli küsst, bei dieser Entlassung eine Rolle gespielt habe.
Dass zudem der Leiter der Abteilung für Schmuggel und organisierte Kriminalität (KOM), Şükrü Yaman, und sein Stellvertreter Oğuzhan Yonca in den Ruhestand versetzt wurden, löste in MHP-Kreisen Empörung aus. Öztürk erinnerte daran, dass auch der Polizeichef, der 1999 Abdullah Öcalan verhörte, entlassen wurde, und bewertete dies mit den Worten: „Personen, die der MHP nahestehen, werden systematisch neutralisiert.“
Ein Polizeibeamter erklärte gegenüber Öztürk: „Die Entlassenen haben in der schwierigsten Zeit gegen die FETÖ gekämpft. Dass sie nun aufs Abstellgleis geschoben werden, verärgert sie nicht nur, sondern demotiviert auch die Verbleibenden.“
Der Grund für die Entlassungen wurde der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt. Öztürk wies darauf hin, dass einige Ernennungen nicht auf objektiven Kriterien beruhten, und nannte Beispiele wie: „Während ein Direktor, dessen Sohn ByLock nutzte, auf einen höheren Posten befördert wurde, wurden Personen befördert, deren Geschwister als FETÖ-Anhänger bekannt sind.“
DIE DEBATTE UM SOYLUS SCHATTEN
Öztürk brachte die Behauptung auf, dass der ehemalige Innenminister Süleyman Soylu weiterhin Einfluss auf die Polizei und die Gendarmerie ausübe:
„Man könnte meinen, es sei immer noch Süleyman Soylu und nicht Innenminister Ali Yerlikaya.“
REAKTION DER MHP
Der Halk-TV-Kolumnist İsmail Saymaz gab Informationen weiter, die er aus MHP-Kreisen erhalten hatte. Laut Saymaz ist die Zahl der Polizeibeamten, die im Zuge des Dekrets ihre Position verloren haben und als MHP-nah gelten, auf 7 gestiegen.
Einige Funktionäre innerhalb der MHP deuteten an, dass Familienangehörige der entlassenen Personen Verbindungen zur FETÖ haben könnten. Saymaz kommentierte: „Die MHP protestiert erstmals so lautstark gegen die Entscheidungen von Yerlikaya.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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