İYİ-Parti-Mitglied greift Kemal Kılıçdaroğlu an: 'Akşener wollte kandidieren'
Der ehemalige Leiter der Migrationspolitik der İYİ Parti, Mehmet Tolga Akalın, hat in Beiträgen auf seinem Social-Media-Account scharfe Kritik an Kemal Kılıçdaroğlu geübt. Akalın schilderte, wie Meral Akşener von ihrer Präsidentschaftskandidatur Abstand nahm.
Der ehemalige Leiter der Migrationspolitik und stellvertretende Vorsitzende der İYİ Parti, Mehmet Tolga Akalın, reagierte auf die jüngsten Äußerungen des ehemaligen CHP-Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu. Kılıçdaroğlu hatte erklärt: "Bei den Präsidentschaftswahlen haben sich diejenigen, die wir als Nationalisten und Patrioten kannten und die mir als Vermächtnis sagten: 'Ich vertraue Kılıçdaroğlu meiner Familie an', als Kollaborateure entpuppt. Es war ein Fehler, ihnen zu vertrauen. Ja, ich habe einen Fehler gemacht." Akalın argumentierte, dass Kılıçdaroğlu falsch informiert sei und seine Aussagen nicht der Wahrheit entsprächen.
AKŞENER HATTE ÜBER KANDIDATUR NACHGEDACHT
Mehmet Tolga Akalın erläuterte in seiner Social-Media-Stellungnahme detailliert die Schritte, die Meral Akşener im Jahr 2023 bezüglich ihrer Präsidentschaftskandidatur unternahm, sowie die darauffolgenden Ereignisse. Akalın erinnerte an das Treffen vom 2. März 2023, bei dem Akşener die Bestimmung des Präsidentschaftskandidaten des "Sechsertisches" (6’lı Masa) thematisierte. Er berichtete, dass Akşener dort die Frage stellte: "Was sollen wir sagen, wenn der Name von Herrn Kemal auf den Tisch kommt?" Viele der anwesenden Teilnehmer gaben an, dass sie die Kandidatur von Mansur Yavaş oder Ekrem İmamoğlu der von Kemal Kılıçdaroğlu vorziehen würden. Laut Akalın verfolgte Akşener jedoch eine Kandidatur jenseits dieser Optionen.

ABLEHNUNG VON AKŞENERS ABSTIMMUNGSVORSCHLAG
Akalın erklärte, er habe in einer Rede während des Treffens gefordert, die Kandidatur von Kemal Kılıçdaroğlu zur Diskussion zu stellen. Er schlug den Mitgliedern des Sechsertisches vor, durch eine Abstimmung unter den Parteimitgliedern zu entscheiden, welcher Kandidat anstelle von Kılıçdaroğlu unterstützt werden solle. "Zum heutigen Stand haben die sechs politischen Parteien des Tisches insgesamt etwa 2.800.000 Mitglieder. Wir könnten die Telefonnummern dieser Mitglieder sammeln und per elektronischer Abstimmung die Präferenz für die Kandidatur bestimmen", sagte er. Akşener lehnte diesen Vorschlag jedoch mit der Begründung ab, er habe "technische Nachteile". Laut Akalın traf Akşener diese Entscheidung aus Angst vor der Durchführung einer solchen Abstimmung.
AKŞENERS KANDIDATURZIEL
Akalın behauptete, Akşener habe eigentlich das Ziel verfolgt, gegen Kemal Kılıçdaroğlu anzutreten. Akşener habe geplant, die Türkei bei der Präsidentschaftswahl zwischen Erdoğan und Kılıçdaroğlu einzuklemmen und sich selbst als dritte Kandidatin in den Vordergrund zu spielen. Akalın legte diese Strategie Akşeners offen und fasste die Ereignisse nach der Entscheidung, den Sechsertisch zu verlassen, wie folgt zusammen: "Nachdem sie am 3. März 2023 den Tisch verlassen hatte, sagte Akşener: 'Keine Sorge, ich lasse euch nicht allein, ich werde kandidieren', doch einen Tag später machte sie einen Rückzieher und bot psychologisch am Boden zerstört Ersan Şen Hoca die Kandidatur an."

DRUCKPROZESS IN DER İYİ Parti
Akalın erklärte, dass einige Führungskräfte der İYİ Parti, die Akşeners Entscheidung für falsch hielten, eine harte Kampagne gegen sie gestartet hätten. Laut Akalın zog Akşener nach diesem Druck am 5. März 2023 ihre Kandidaturansprüche zurück, kehrte an den Sechsertisch zurück und handelte aus, dass "die beiden Bürgermeister zu stellvertretenden Präsidenten ernannt werden". Akalın sagte: "Akşener zog sich zurück, weil sie Angst vor ihrem eigenen Kandidaturplan hatte. Die Kollaboration mit der Regierung begann erst später."
Akalın betonte, dass Kılıçdaroğlus Interpretation von Akşeners Rückzug als "Kollaboration" falsch sei. Er erklärte gegenüber Kılıçdaroğlu, dass Akşener diese Entscheidung aufgrund eines Mangels an Mut getroffen habe und die spätere Kollaboration erst in einer späteren Phase begonnen habe.
Nachrichtenquelle: 12punto
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