Özgür Özel fordert zum Jahrestag der Soma-Katastrophe Gerechtigkeit
CHP-Chef Özgür Özel betonte bei der Gedenkveranstaltung zum 12. Jahrestag der Minenkatastrophe von Soma, dass keine Gerechtigkeit geübt wurde, und erklärte: „Wir werden dieses Regime zu Fall bringen!“
Zwölf Jahre sind seit der Katastrophe vom 13. Mai 2014 im Bezirk Soma in der Provinz Manisa vergangen, bei der 301 Bergleute ihr Leben verloren. Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP), Özgür Özel, besuchte anlässlich des Jahrestages den Friedhof der Bergleute in Soma, um der Verstorbenen zu gedenken, und beklagte, dass die Verantwortlichen für die Katastrophe bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.
Nach seinem Besuch auf dem Friedhof teilte Özel über seine Social-Media-Kanäle mit: „Heute ist für uns nicht nur ein Tag der Trauer; es ist ein Tag des Erinnerns, des Wachhaltens und des aufrechten Stehens für die Gerechtigkeit“, und versprach, den Kampf für die 301 Bergleute fortzusetzen.
SIE WERDEN DIE VERANTWORTLICHEN DER KATASTROPHE WEITER ZUR RECHENSCHAFT ZIEHEN
In seiner Rede bei der Gedenkveranstaltung in Soma argumentierte Özel, dass die wahren Verantwortlichen für die Katastrophe auch nach zwölf Jahren noch nicht ermittelt worden seien. Er betonte, dass der 13. Mai in Soma seit jenem Tag stets im Zeichen der Solidarität stehe: „Wir sind am Tag des Unglücks sofort hierher geeilt. Seitdem verbringen wir den 13. Mai gemeinsam. Es gab Leute, die in den ersten und zweiten Jahren formell hier waren. Heute sind sie nicht mehr da; damals waren sie lokal an der Macht, sie waren in der Stadtverwaltung. Sie waren als Protokollgäste hier. Viele Menschen, die damals keinen Platz im Protokoll hatten, aber hier waren, nehmen heute deren Platz ein. Einer meiner größten Schmerzen ist, dass zwei unserer Anwaltskollegen heute in den Kerkern von Silivri sitzen. Ein Trost ist jedoch, dass Sercan Okur, der als Anwalt aus Soma die Familien der Opfer vom ersten bis zum letzten Tag im Kampf begleitet und sie nie allein gelassen hat, nun als Bürgermeister dieser Stadt ihnen den Rücken stärkt.“
Özel wies auf die mangelnden Sicherheitskontrollen in den Minen unter der AKP-Regierung und die Fortführung dieses Systems hin und erklärte, dass die Gerechtigkeit trotz des öffentlichen Aufschreis nach der Katastrophe nicht gesiegt habe. In seiner Rede wurde darauf hingewiesen, dass die Urteile im Prozess der Arbeiter, die Opfer des Dreiecks aus Gewerkschaften, Kapital und Politik wurden, das öffentliche Gewissen nicht befriedigt hätten.
KRITIK AM JUSTIZMINISTER
Özel kritisierte auch die Probleme im aktuellen Justizsystem und sprach von einer Einflussnahme auf die Gerichtsverfahren sowie einer Unterordnung der Justiz unter die Politik. Der CHP-Vorsitzende wies auf Menschenrechtsverletzungen und willkürliche Urteilsänderungen in den Gerichtsverfahren hin und äußerte seinen Unmut mit den Worten: „Deshalb fungiert heute jener ‚Justizhenker‘, der an jedem schmerzhaften Ereignis, jeder schlechten Entscheidung und jedem ungerechten Urteil unserer Vergangenheit beteiligt war, als Justizminister dieses Regimes.“
BOTSCHAFT FÜR EINEN POLITISCHEN WANDEL
Zum Abschluss seiner Rede bei der Gedenkveranstaltung betonte Özgür Özel, dass er den Kampf gegen das korrupte System im Land fortsetzen werde. Er sandte eine klare Botschaft für einen politischen Wandel: „Von hier aus, aus Soma, sage ich zum 12. Jahrestag dieses großen Schmerzes: So wie wir das Schicksal von Soma verändert haben, so wie wir gemeinsam mit Glauben, Anstand und Entschlossenheit die Kontrolle über das lokale Schicksal von Soma übernommen haben, werden wir – ohne uns zu trennen oder auseinanderzufallen – bei den ersten Wahlen das schwarze System der AKP ändern. Wir werden natürlich die zu Unrecht inhaftierten Anwälte, Politiker, Aktivisten und Journalisten freilassen. Wir werden dafür sorgen, dass alle Prozesse, die neu aufgerollt werden müssen – allen voran der Fall Soma und der 301 Bergleute, bei dem ich damals unter Tränen geschworen habe, dass jeder ungerechte und rechtswidrige Fall neu verhandelt wird –, wieder aufgenommen werden. Wir werden den Schweiß der Arbeiter entlohnen, die Tränen der Mütter trocknen und die Gerechtigkeit für Berkan, der damals 14 Jahre alt war und heute hier seine Stimme erhebt, bis zum Ende verteidigen. Wir werden dieses schwarze System der AKP bei der ersten Wahl ändern. Wir werden dieses Regime zu Fall bringen!“
Nachrichtenquelle: 12punto
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