Petitionen an das Parlament sorgen für Kopfschütteln: 'Frühstücks-Platten verbieten', 'Diensthabende Moschee', 'Erfinder-Einheit...'
Vom Beginn der 28. Legislaturperiode am 15. Mai 2023 bis zum 15. November 2023 gingen beim Petitionsausschuss der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) fast 5.000 Anträge ein. Einige der darin enthaltenen Forderungen sorgten für Aufsehen.
Beim Petitionsausschuss der TBMM gingen hunderte kuriose Anträge ein – von der Forderung, Frauen nach 25 Ehejahren in den Ruhestand zu versetzen, über die Einführung einer „diensthabenden Moschee“ in jedem Stadtviertel bis hin zum Verbot von sogenannten „Serpme-Frühstücks-Platten“ (üppige Frühstücksarrangements), da diese Lebensmittelverschwendung verursachen würden.
Der Petitionsausschuss der TBMM, der die Eingaben und Beschwerden der Bürger an das Parlament prüft, verzeichnete zwischen dem 15. Mai 2023, dem Beginn der 28. Legislaturperiode, und dem 15. November 2023 fast 5.000 Anträge. Dabei stammten 1.453 Petitionen von Frauen und 3.501 von Männern.
90 Prozent der Anträge wurden per E-Mail eingereicht, der Rest erfolgte persönlich, per Fax, Post oder über Abgeordnete.
Das Präsidium des Petitionsausschusses entschied in neun Sitzungen über insgesamt 12.386 Petitionen, einschließlich der aus der vorangegangenen Legislaturperiode übernommenen Anträge. 84 Petitionen wurden aufgrund von Verstößen gegen die Vorschriften oder wegen Mehrfacheinreichung nicht weiterverfolgt. Die Prüfung der übrigen Anträge dauert an.
FORDERUNG NACH RUHESTAND NACH 25 EHEJAHREN
Unter den beim Ausschuss eingegangenen Petitionen befanden sich auch ungewöhnliche Forderungen.
Ein in Konya lebender Mann namens M.E. wandte sich an den Ausschuss mit der Bitte, Frauen die Möglichkeit zu geben, nach 25 Ehejahren in den Ruhestand zu gehen.
In der Antwort des Präsidiums des Petitionsausschusses der TBMM auf diesen Antrag wurde darauf hingewiesen, dass für ein solches Anliegen Änderungen am Gesetz über die Sozialversicherung und die allgemeine Krankenversicherung oder neue gesetzliche Regelungen in bestimmten Bereichen erforderlich seien. Es wurde erklärt: „Gemäß dem Gesetz über die Ausübung des Petitionsrechts Nr. 3071 und Artikel 116 der Geschäftsordnung der TBMM wurde beschlossen, dass unser Ausschuss bezüglich dieser Petition keine weiteren Schritte unternehmen kann.“
Unter den Anträgen befanden sich auch zahlreiche Forderungen zur Beendigung der israelischen Angriffe auf Gaza.
Bürger wandten sich mit Petitionen an den Ausschuss, in denen sie unter anderem forderten, dass die Türkei Israel eine diplomatische Note zustellt, einen freiwilligen Militärdienst für Palästina einführt, alle israelischen Produkte verbietet, die israelische Botschaft schließt, türkischen Staatsbürgern mit doppelter israelischer Staatsbürgerschaft die türkische Staatsangehörigkeit entzieht und eine Blutspendenaktion für Gaza startet.
Zu den weiteren bemerkenswerten Forderungen zählten der Kampf gegen Betrug auf dem Kryptowährungsmarkt, das Verbot von „Serpme-Frühstücks-Platten“ wegen Lebensmittelverschwendung, die Forderung nach einer „diensthabenden Moschee“ in jedem Viertel, um diese rund um die Uhr nutzen zu können, die Erhebung einer zusätzlichen Kfz-Steuer (MTV) für Yachtbesitzer sowie das Verbot von Feierlichkeiten auf öffentlichen Straßen.
Während ein Bürger die Übersetzung einiger zwischen 1920 und 1929 von verschiedenen Ministerien erlassener Verordnungen in das lateinische Alphabet forderte, gab es auch den Antrag, Einheiten zur Identifizierung von Erfindern im Land zu schaffen, um sicherzustellen, dass nützliche Erfindungen dem Gemeinwohl zugutekommen.
Weitere Themen einiger beim Ausschuss eingegangener Petitionen sind:
„Die Schaffung einer gesetzlichen Regelung zur Überwachung der Geschäfte und Abläufe von Wohnanlagenverwaltungen in Istanbul, die Abschaffung der unbefristeten Unterhaltszahlungen, die Möglichkeit des physischen Kaufs und Verkaufs von Viertel-, Halb- und Republik-Goldmünzen bei staatlichen Banken, die Einführung gestaffelter Arbeitszeiten zur Lösung des Verkehrsproblems in Istanbul sowie die Suche nach Lösungen für überhöhte Wohnungsmieten.“
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