Selbst bei einer Freilassung Öcalans steht die Adresse fest! 'Aus Sicherheitsgründen...'
Im Bericht der Kommission, die ihre Arbeit im türkischen Parlament abgeschlossen hat, wurden das 'Recht auf Hoffnung', das zur Freilassung von zu lebenslanger Haft verurteilten Häftlingen führen könnte, sowie der Umfang von Terrorstraftaten neu bewertet. Es werden Alternativen diskutiert, wonach der Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, im Falle einer Freilassung auf der Insel İmralı bleiben könnte.
MHP-Chef Devlet Bahçeli ist der Architekt des zweiten Öffnungsprozesses, den die Regierung als 'Terrorfreie Türkei' bezeichnet und der mit der DEM-Partei sowie dem Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, geführt wird. Die im türkischen Parlament eingerichtete Kommission für nationale Solidarität, Brüderlichkeit und Demokratie hat ihre langjährige Arbeit beendet und ihren 68-seitigen umfassenden Bericht erstellt.
KEIN KAPITEL ZUM 'RECHT AUF HOFFNUNG' IM BERICHT
In dem Bericht, der heute auf die Tagesordnung des Parlaments kommen soll, werden zwar die universellen Prinzipien des Strafrechts bei der Regelung von Vollstreckungsfristen betont, ein explizites Kapitel zum 'Recht auf Hoffnung' ist jedoch nicht enthalten. Es wird jedoch erwartet, dass Vorschläge zur Änderung des Strafvollzugsrechts und des Strafregimes auf die Tagesordnung kommen.
Wie Veli Toprak von Sözcü berichtet, wird in dem Bericht zudem die Aussage hervorgehoben: „Keine gewaltfreie Handlung sollte als Terrorstraftat eingestuft werden; Handlungen, die die Gedanken-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit betreffen, sollten nicht bestraft werden.“ Es wird darauf hingewiesen, dass durch gesetzliche Regelungen der Weg für die Freilassung einiger CHP-Bürgermeister, des ehemaligen HDP-Ko-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş sowie von Inhaftierten im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten geebnet werden könnte.
'RECHTLICHE ABSICHERUNG' FÜR DIE AKTEURE DES PROZESSES
Während Forderungen nach einer umfassenden rechtlichen Absicherung für die am Prozess beteiligten Personen laut werden, wird betont, dass in Bezug auf Mitglieder der Organisation unbedingt gerichtliche Verfahren durchgeführt werden müssen.
Nach dem Bericht der Kommission ist vorgesehen, gesetzliche Änderungen im türkischen Strafgesetzbuch (TCK), im Anti-Terror-Gesetz, in der Strafprozessordnung und im Vollzugsregime auf die Tagesordnung zu setzen.
SELBST BEI EINER FREILASSUNG WIRD ÖCALAN WEITERHIN AUF İMRALI BLEIBEN
Den Einschätzungen der Kommission zufolge wird im Falle einer möglichen Freilassung des PKK-Anführers Abdullah Öcalan im Rahmen des 'Rechts auf Hoffnung' zum Ausdruck gebracht, dass er aus Sicherheitsgründen nicht in einer Großstadt leben könne und ein Aufenthalt in einem Haus auf der Insel İmralı als eine der Optionen in Betracht gezogen werden könnte. In diesem Zusammenhang wurden neue Regelungen diskutiert, wie etwa die Organisation von Besuchen auf der Insel und die Bereitstellung von Kommunikation über das Internet.
FETÖ-VERURTEILTE FRÜHESTENS 2046 FREI
Der Chefberater des Präsidenten, Mehmet Uçum, äußerte sich zu einer möglichen Regelung zum 'Recht auf Hoffnung' und erklärte, dass bei einer Anerkennung dieses Rechts FETÖ-Verurteilte frühestens im Jahr 2046 entlassen werden könnten.
ÖCALAN IST SEIT 27 JAHREN AUF İMRALI
Das 'Recht auf Hoffnung' ermöglicht für Verurteilte, die eine lebenslange Haftstrafe verbüßen und 25 Jahre im Gefängnis verbracht haben, nach einer Prüfung durch ein Gremium unter geeigneten Bedingungen eine Freilassung auf Bewährung. Der Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, befindet sich seit 1999 und damit seit 27 Jahren im Gefängnis.
GEMEINSAMER AUFRUF DER DEM-PARTEI AN DIE PARTEICHEFS
Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncer Bakırhan, rief bei der Fraktionssitzung seiner Partei erneut alle politischen Führungskräfte zu einem Treffen für den gesellschaftlichen Frieden auf. Tuncer Bakırhan schlug einen Gipfel unter der Schirmherrschaft des AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor und erklärte: „Lassen wir unsere Trennungen und Differenzen beiseite. Kommen wir als politische Führungskräfte zusammen, um das Wohl und den Frieden der Türkei zu diskutieren und Lösungen zu finden.“ Bakırhan plädierte zudem dafür, den Status und die Arbeitsbedingungen Öcalans durch offizielle und gesetzliche Regelungen abzusichern.
Nachrichtenquelle: 12punto
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