Spannungen um Nachwahlen in der Politik: Özgür Özel beantwortet kritische Frage
Der Aufruf des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel zu Nachwahlen hat in Ankara neue Szenarien auf die Tagesordnung gesetzt. Inmitten der Diskussionen um die 30-Abgeordneten-Schwelle, die Rücktrittsformel und die Haltung der AKP hat Özel die kritischste Frage beantwortet.
Die Möglichkeit von Nachwahlen in der Großen Nationalversammlung der Türkei ist mit dem Vorstoß des CHP-Chefs Özgür Özel zu einem der zentralen politischen Themen geworden. In den Kulissen von Ankara wurden verschiedene politische Szenarien, insbesondere im Hinblick auf eine „Rücktrittsformel“, erörtert.
KRITISCHE SCHWELLE FÜR NACHWAHLEN
Damit es im Parlament mit seinen 600 Sitzen zu Nachwahlen kommen kann, müssen mindestens 30 Abgeordnetensitze vakant werden. Während derzeit 8 Sitze als unbesetzt gelten, wird darauf hingewiesen, dass weitere 22 Abgeordnete ihr Mandat niederlegen müssten, um eine zwingende Nachwahl auszulösen.
„RÜCKTRITTSFORMEL“ IN DEN KULISSEN
Eine der am häufigsten diskutierten Optionen in den Kulissen ist der Rücktritt von 22 CHP-Abgeordneten. Damit dieses Szenario jedoch umgesetzt werden kann, müssen die Rücktritte vom Parlament akzeptiert werden. An diesem Punkt erreicht der Prozess eine politisch kritische Phase, da die Haltung der Abgeordneten der Regierungspartei bei der Annahme entscheidend ist.
„WENN DIE WAHLURNE KOMMT, ENTSCHEIDET DAS VOLK“
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel erklärte gegenüber dem Journalisten Deniz Zeyrek, dass die öffentliche Überzeugung, die Gerichtsverfahren seien politisch motiviert, bereits 65 Prozent erreicht habe. Özel betonte, dass es ihr Ziel sei, diese Diskussionen an die Wahlurne zu tragen, und äußerte sich wie folgt:
„Das wäre sowohl gegenüber der Welt als auch im Inland ein Zeichen von Stärke. Wenn das Volk sagt: ‚Ich will einen Wandel‘, dann wird alles ganz anders. Wenn sie sich sicher sind, dann sollen sie die Wahl zulassen; wenn wir Diebe sind, soll das Volk uns bestrafen.“

„EINIGUNG MIT DER AK-PARTEI KEINE VORAUSSETZUNG“
Özel erläuterte, dass sie einen zweistufigen Plan verfolgen, wobei der erste Schritt die Durchführung von Wahlen für die derzeit 8 vakanten Sitze sei. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Verantwortung des Parlamentspräsidenten Numan Kurtulmuş.
Der zweite Schritt bestehe darin, den Weg für zwingende Nachwahlen zu ebnen, so Özel, der dazu folgende Ansichten äußerte:
„Dafür müssen wir uns nicht mit der AK-Partei einigen. Es reicht aus, wenn die AK-Partei die Verfassung einhält. Nachwahlen können 30 Monate nach den Wahlen und bis zu einem Jahr vor dem regulären Wahltermin durchgeführt werden. Wenn wir Wahlen für die acht vakanten Sitze abhalten wollen, muss Numan Bey handeln. Wenn sie diese nicht für die acht Abgeordneten planen, müssen sie es tun, sobald die Zahl der vakanten Sitze 30 erreicht. Wenn sie es dann nicht tun, hat das politische Kosten, wie etwa der Vorwurf, ‚vor der Wahl und der Urne davonzulaufen‘.“
„WAS PASSIERT, WENN DIE AKP DIE RÜCKTRITTE NICHT AKZEPTIERT?“
Özel klärte auch die in der Öffentlichkeit am meisten gestellte Frage: „Was passiert, wenn die AKP die Rücktritte nicht akzeptiert?“ Er betonte, dass der Prozess gesetzlich klar geregelt sei, und äußerte sich wie folgt:
„22 Abgeordnete werden zurücktreten, die AK-Partei wird Widerstand leisten. So ist es nicht, die Rechtslage ist klar. Das Präsidium prüft innerhalb einer Woche, ob die Unterschriften korrekt sind, und leitet sie an die Große Nationalversammlung weiter. Im Plenum wird dann ohne Debatte darüber abgestimmt.“
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel äußerte sich nicht nur zu Parlamentswahlen, sondern auch zur Möglichkeit von Kommunalwahlen. Er erklärte, dass für Gemeinden, in denen Treuhänder eingesetzt wurden oder die aufgrund von Verhaftungen ihrer Ämter enthoben wurden, Sonderwahlen abgehalten werden könnten:
„Unsere Behauptung ist folgende: In keinem der Orte, an denen wir Wahlen fordern, stehen wir schlechter da als am Tag unserer Wahl. Wenn wir in Bursa diesen Sonntag die Wahlurnen aufstellen würden, bekämen wir 70 Prozent. Letzten Sonntag wären es 50 Prozent gewesen. Diese Reaktion wird von der Regierung zensiert. Die AK-Partei und die CHP könnten sich einigen, die Gemeinderatsmitglieder zum Rücktritt bewegen und die Wahlen erneuern, oder wir könnten durch eine Verfassungsänderung mit einer Übergangsbestimmung vorgehen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu