21. Außerordentlicher Parteitag der CHP heute: Zwei Herausforderer für Özel, Wettbewerb um den Parteirat, Schattenkabinett und İmamoğlu
Die CHP versammelt sich in Ankara zu ihrem 21. Außerordentlichen Parteitag, um der Gefahr einer Zwangsverwaltung zu begegnen. Während Özgür Özel erneut kandidiert, sind auch Ümit Uysal und Berhan Şimşek in das Rennen eingestiegen.
Die Republikanische Volkspartei (CHP) wird am Sonntag, den 6. April, in Ankara ihren 21. Außerordentlichen Parteitag abhalten, um die Gefahr einer Zwangsverwaltung abzuwenden.
Auf dem Parteitag, bei dem der Parteivorsitzende Özgür Özel erneut kandidiert, haben auch der Bürgermeister von Muratpaşa (Antalya), Ümit Uysal, und der ehemalige Abgeordnete Berhan Şimşek ihre Kandidaturen angekündigt.
Wie BBC berichtet, werden auf dem Parteitag, an dem insgesamt 1368 Delegierte teilnehmen, nicht nur der Parteivorsitzende, sondern auch die 60 Mitglieder des Parteirats (PM) sowie die Mitglieder des Hohen Disziplinarausschusses (YDK) gewählt.
Özel hatte den außerordentlichen Parteitag einberufen, um eine Zwangsverwaltung der Partei zu verhindern, nachdem Ermittlungen zu Vorwürfen eingeleitet worden waren, wonach Delegierte auf dem 38. Ordentlichen Parteitag am 4. und 5. November 2023 "Stimmen gegen Geld" abgegeben hätten.
SLOGAN DES PARTEITAGS: "DER WILLE GEHÖRT DEM VOLK"
Das Hauptmotto des Parteitags, der im Nazım-Hikmet-Kulturzentrum stattfindet, lautet "Der Wille gehört dem Volk" – eine Botschaft gegen die Diskussionen um eine mögliche "Zwangsverwaltung".
Der Parteitag ist für Parteimitglieder zugänglich, aufgrund der begrenzten Kapazität des Saals wird jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Personen eingelassen. Für Pressevertreter und geladene Gäste wurden Nebensäle vorbereitet. In dem Saal mit etwa 1600 Plätzen werden nur Delegierte, ehemalige Parteivorsitzende und Ehrengäste Platz finden.
Özgür Özel bereitet sich darauf vor, den Parteitag fast wie eine Kundgebung zu gestalten. Um 16.00 Uhr wird er bei einer Veranstaltung neben dem Tagungssaal zu den Parteimitgliedern sprechen. Zudem soll eine Unterschriftenaktion für die Freilassung von Ekrem İmamoğlu gestartet werden.
TEILNAHME VON KILIÇDAROĞLU ERWARTET
Der ehemalige Parteivorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu hatte erklärt, nicht erneut zu kandidieren. Er hatte jedoch angedeutet, dass er am Parteitag teilnehmen könne, falls er eingeladen werde. CHP-Chef Özel hat die früheren Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu, Altan Öymen, Hikmet Çetin sowie den ehemaligen SHP-Vorsitzenden Murat Karayalçın zum Parteitag eingeladen. Es wird erwartet, dass alle ehemaligen Parteiführer teilnehmen.
ÜBERRASCHUNG DURCH ÜMİT UYSAL UND BERHAN ŞİMŞEK
Zunächst wurde angenommen, dass Özel der einzige Kandidat sein würde. Doch Ümit Uysal und Berhan Şimşek haben ebenfalls ihre Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt. Um die Kandidatur offiziell zu machen, ist die Unterstützung der Delegierten erforderlich; hierfür müssen sie die Unterschriften von mindestens 5 Prozent der registrierten Delegierten sammeln.
Es wird kommentiert, dass dieser kritische Parteitag der CHP sowohl die Parteibasis als auch die Delegierten einen und Özels Position stärken könnte.
WETTBEWERB UM DEN PARTEIRAT VERSCHÄRFT SICH
Der eigentliche Wettbewerb des Parteitags wird bei den Wahlen zum Parteirat (PM) erwartet. Die CHP-Führung hat beschlossen, die Wahl für den PM mittels einer offenen Liste (Çarşaf-Liste) durchzuführen. Es wird jedoch erwartet, dass Özgür Özel eine "Schlüsselliste" vorbereitet, um den Delegierten eine Orientierung zu geben.
Es heißt, dass Özel, von dem nach dem Erfolg bei den Kommunalwahlen keine radikalen Veränderungen im PM erwartet werden, einige erfahrene Politiker in das Führungsteam aufnehmen könnte. Es wird betont, dass besondere Anstrengungen unternommen werden, um unterschiedliche Ansichten innerhalb der Partei auf den Listen zu repräsentieren.
Die Opposition hingegen zielt darauf ab, über den PM Einfluss zu nehmen. Wie bekannt wurde, bereitet der Istanbuler Abgeordnete Oğuz Kaan Salıcı eine Gegenliste vor, die er "Ausgleich und Solidarität" nennt.
IMAMOĞLU UND DAS EINFLUSSREICHE SCHATTENKABINETT
Nach dem Parteitag wird Özel aus dem neuen Parteirat den Zentralvorstand (MYK) bestimmen. Im 24-köpfigen MYK, das nach dem 38. Ordentlichen Parteitag gebildet wurde, bildeten 18 Personen das "Schattenkabinett".
Diesmal steht zur Debatte, das "Schattenkabinett" nicht direkt aus dem MYK zu bilden, sondern so zu strukturieren, dass es aktiv in den Wahlkampf eingebunden wird. Die Pläne des zum Präsidentschaftskandidaten erklärten Ekrem İmamoğlu, Arbeitsbüros in Ankara und Istanbul einzurichten, deuten ebenfalls auf diese neue Struktur hin.
In Parteikreisen wird gemunkelt, dass das Schattenkabinett nach den Vorlieben von İmamoğlu geformt werden wird.
Nachrichtenquelle : 12punto
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