Dringender Bedarf zur Unterstützung des Umweltjournalismus im FID-Bericht
Ein neuer Bericht des Forums für Information und Demokratie (FID) zeigt auf, dass Desinformation im Bereich Klima und Umwelt zu einem globalen Risiko geworden ist. Reporter ohne Grenzen (RSF) wies darauf hin, dass für wirksame Klimaschutzmaßnahmen der Schutz von Umweltjournalisten sowie die dringende Unterstützung unabhängiger und qualitativ hochwertiger Berichterstattung erforderlich sind.
Der neue Bericht des Forums für Information und Demokratie (FID) macht auf eine grundlegende Gefahr aufmerksam, die von der Verbreitung von Desinformation zu Klima- und Umweltthemen ausgeht. Reporter ohne Grenzen (RSF) begrüßte diesen Bericht, der die Dringlichkeit des Schutzes von Umweltjournalisten – einer unverzichtbaren Voraussetzung für wirksame Klimaschutzmaßnahmen – sowie die Notwendigkeit der Unterstützung unabhängiger und qualitativ hochwertiger Berichterstattung unterstreicht.
Der Bericht mit dem Titel „10 Prioritäten zur Bekämpfung von Desinformation im Zusammenhang mit dem Klimawandel“ wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe für Informationsintegrität zu Klima und Umwelt erstellt, die unter dem gemeinsamen Vorsitz der Regierungen von Brasilien und Armenien ein Jahr lang tätig war. Der Bericht bietet Staaten einen konkreten Fahrplan zur Bekämpfung der Manipulation von Klimainformationen.
RSF, das 2019 das Forum für Information und Demokratie ins Leben rief, um demokratische Garantien auf digitaler Ebene zu schaffen, hat zu diesem aktuellen Bericht beigetragen, um Verstöße gegen Umweltjournalisten weltweit zu dokumentieren.
Im Bericht wird betont, dass globale Informationsökosysteme heute durch eine toxische Mischung aus klimabezogener Desinformation, wirtschaftlichem Druck und zunehmender Unterdrückung von Journalisten geprägt sind. Dieser Druck richtet sich insbesondere gegen Journalisten, die Umweltverbrechen, den Bergbausektor oder Greenwashing untersuchen.
Für RSF bestätigt dieser Befund eine Tatsache, die seit einigen Jahren dokumentiert wird: Umweltjournalisten gehören zu denjenigen, die am stärksten Drohungen, Einschüchterungsklagen, physischer und digitaler Gewalt sowie Belästigungen ausgesetzt sind. In vielen Teilen der Welt bedeutet die Recherche zu Klima- und natürlichen Ressourcen, sich Vergeltungsmaßnahmen mächtiger politischer und wirtschaftlicher Interessen auszusetzen.
BRUTTIN: OHNE FREIE MEDIEN GIBT ES KEINE VERLÄSSLICHE KLIMAGOVERNANCE
Thibaut Bruttin, Generaldirektor von RSF und Vorsitzender des Forums für Information und Demokratie, erklärte, man sei erfreut darüber, dass der Schutz von Journalisten und Umweltschützern im Bericht explizit als zentrales Element im Kampf gegen Desinformation zum Klimawandel genannt wird.
„Der Bericht unterstreicht, dass eine verlässliche Klimagovernance ohne freie, pluralistische und wirtschaftlich nachhaltige Medien nicht möglich ist. Als Generaldirektor von RSF und Vorsitzender des Forums für Information und Demokratie fordere ich Entscheidungsträger auf der ganzen Welt auf, diese Lösungen anzunehmen und so schnell wie möglich umzusetzen. Die demokratische Dringlichkeit verbindet sich hier mit der ökologischen Dringlichkeit.“
WICHTIGE EMPFEHLUNGEN DES BERICHTS
• Informationsintegrität direkt in die Rahmenwerke für Klima- und Umweltmanagement integrieren und anerkennen, dass Klimaschutz ohne Zugang zu verlässlichen Informationen nicht erfolgreich sein kann.
• Digitale Werbung und wirtschaftliche Anreize reformieren, um die Monetarisierung von Umweltdesinformation zu bekämpfen.
• Digitale Plattformen in die Verantwortung nehmen.
• Qualitativen Umweltjournalismus nachhaltig unterstützen.
Die Arbeit des Forums für Information und Demokratie, an der rund 100 Experten aus 30 Ländern beteiligt waren, fügt sich in eine breitere internationale Dynamik ein, insbesondere nach der Erklärung zur Integrität von Informationen über den Klimawandel, die auf Initiative von RSF während der COP30 in Brasilien vorbereitet und von rund 20 Ländern unterzeichnet wurde.
WICHTIGES DATUM FÜR DEN SCHUTZ DES UMWELTJOURNALISMUS
Angesichts der bevorstehenden COP17-Biodiversitätskonferenz im Oktober 2026 in Armenien und der COP31-Klimakonferenz im November 2026 in der Türkei fordert RSF alle Staaten auf, diese Verpflichtungen unverzüglich in konkrete öffentliche Maßnahmen umzusetzen. Zu diesen Maßnahmen gehören Schutzmechanismen für Journalisten, eine stärkere Unterstützung unabhängiger Medien und eine ambitionierte Regulierung digitaler Plattformen.
In den letzten Jahren hat RSF zahlreiche Verstöße gegen Umweltjournalisten verurteilt und betont, dass diejenigen, die ökologische Themen untersuchen, in Ländern wie Ghana, Burundi, Indien, Kambodscha und Brasilien (insbesondere im Amazonasgebiet) regelmäßig bedroht, angegriffen, in ihrer Arbeit behindert oder sogar getötet werden. Diese Fälle verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt und Einschüchterung, die diesen Beruf weltweit betreffen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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