Luftverschmutzung um 23 Prozent gestiegen: Der schmutzigste Bezirk Istanbuls wurde bekannt gegeben
Während die Luftqualität in Istanbul im April ein alarmierendes Niveau erreichte, identifizierten wissenschaftliche Messungen Kağıthane als den am stärksten belasteten Bezirk. Der deutliche Anstieg der Feinstaubbelastung beeinträchtigt die Lebensqualität in der Stadt negativ.
Die Luftverschmutzung in Istanbul hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Den Messungen im April zufolge ist die Konzentration von Feinstaub (PM10) in der Luft der Stadt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. In einer Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Hüseyin Toros, dem Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaft und Meteorologie an der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik der Technischen Universität Istanbul (İTÜ), wurden die Luftverschmutzungsdaten der Monate April 2025 und 2026 verglichen.
In diesem Rahmen wurden die Daten der Messstationen des Ministeriums für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel sowie der Stadtverwaltung Istanbul ausgewertet. Den Ergebnissen zufolge stieg der PM10-Durchschnittswert in Istanbul im April 2026 an 25 Stationen auf 34,1 Mikrogramm pro Kubikmeter. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag dieser Wert bei 27,7 Mikrogramm. Dies deutet auf einen Anstieg der Luftverschmutzung in der gesamten Stadt um 23 Prozent hin.
An der Station in Kağıthane wurde mit 63,76 Mikrogramm pro Kubikmeter der mit Abstand höchste PM10-Wert verzeichnet. Es folgen die Stationen Tuzla (54,13) und Sultangazi 2 (53,43). Kumköy war mit 17,14 Mikrogramm die Region mit der geringsten Feinstaubbelastung, während auch an den Stationen Büyükada (18,34) und Alibeyköy (19,42) niedrige Werte gemessen wurden.
Von den 25 stadtweit bewerteten Stationen wurde an 19 ein Anstieg der Luftverschmutzung beobachtet, während sie an 6 Stationen zurückging. Besonders hohe Zuwächse wurden in Sarıyer mit 139 Prozent und in Arnavutköy mit 138 Prozent registriert. Im Gegensatz dazu gab es in Kartal einen Rückgang um 26 Prozent, in Esenler um 18 Prozent und in Sultangazi 1 um 6 Prozent.
BESORGTE STELLUNGNAHME VON PROF. DR. TOROS
Prof. Dr. Hüseyin Toros äußerte sich zu dem Thema wie folgt: „Die durchschnittliche Feinstaubmenge, die im April letzten Jahres bei 27,1 Mikrogramm lag, ist im gleichen Zeitraum dieses Jahres auf 34,1 Mikrogramm gestiegen. Dies zeigt, dass sich die Luftverschmutzung in der Stadt um 23 Prozent verschlechtert hat.“
Toros erklärte, dass die Luftverschmutzung an 37 Punkten in ganz Istanbul gemessen werde, man jedoch ein vollständiges Bild erhalte, wenn man Stationen mit unvollständigen Daten ausklammere. Er erinnerte daran, dass der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Tagesgrenzwert bei 50 Mikrogramm liege, und sagte: „An 4 der 37 Messstationen in Istanbul wurden Werte über diesem Grenzwert festgestellt.“
Der Wissenschaftler wies darauf hin, dass in einigen Regionen eine Verbesserung der Luftqualität zu beobachten sei: „An den Stationen Kartal, Esenler und Sultangazi 1 ist die Luftqualität im Vergleich zum Vorjahr besser.“ Er betonte jedoch, dass die Regionen Sarıyer, Arnavutköy und Kağıthane im April einen ernsthaften Höchststand bei der Luftverschmutzung erreicht hätten.
Prof. Dr. Toros erklärte, dass die Verkehrsdichte und die Zunahme der Fahrzeuganzahl in der Stadt negative Auswirkungen auf die Luftqualität hätten. Er wies darauf hin, dass in Istanbul über 6 Millionen Fahrzeuge zugelassen seien und häufiges Stop-and-Go die Emissionen erhöhe, was wiederum zur Luftverschmutzung beitrage.
Andererseits merkte Prof. Dr. Toros an, dass auch die noch aktiven Industriegebiete in der Stadt sowie die in einigen Stadtvierteln verwendeten Öfen zu den wichtigen Schadstoffquellen zählten: „Die aus all diesen Quellen freigesetzten Schadstoffe sind maßgeblich für die Luftqualität in Istanbul.“
Toros betonte, wie wichtig es sei, das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft zu stärken, und empfahl den Bürgern, die Luftqualitätsmessungen zu verfolgen. Er fügte hinzu, dass eine verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Schadstoffemissionen reduzieren würde: „Eine der wichtigsten Lösungen ist der öffentliche Nahverkehr. Indem wir unseren Anteil an der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erhöhen, können wir dazu beitragen, dass weniger Schadstoffe in Istanbul freigesetzt werden.“
Abschließend erklärte Prof. Dr. Toros, dass die Luftqualität durch die Vergrößerung von Grünflächen verbessert werden könne, und fuhr fort: „Bäume tragen dazu bei, sowohl Gase als auch Partikel aus der Luft zu binden. Durch die Erhöhung der Grünflächen können wir unsere Luftverschmutzungswerte wieder senken.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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