Riesige Flächen an Bergbauunternehmen verkauft: 242.000 Hektar Land in Gefahr
Bei den Ausschreibungen der Generaldirektion für Bergbau und Erdölangelegenheiten (MAPEG) wurden große Waldgebiete, landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen an Bergbauunternehmen verkauft.
Durch die Ausschreibung Nr. 317 der Generaldirektion für Bergbau und Erdölangelegenheiten (MAPEG) sind die Naturgebiete der Türkei einer großen Bedrohung ausgesetzt. Am 7. und 8. April wurden insgesamt 30.772 Hektar Land an Bergbauunternehmen verkauft. Laut Karten und Datenanalysen des Polen Ekoloji Kolektifi wurden allein am 7. April 15.532 Hektar und am 8. April 15.240 Hektar zur Versteigerung gebracht. In diesem Prozess wurden insgesamt 242.431 Hektar Land verkauft, was fast der gesamten Fläche der Provinz Düzce entspricht.
DIE VERKAUFTEN FLÄCHEN SIND KEIN ÖDLAND, SONDERN LEBENSRAUM
Wie aus einem Bericht von Evrensel hervorgeht, handelt es sich bei den verkauften Flächen nicht um leere oder unbewohnte Gebiete. Die meisten bestehen aus ausgedehnten Waldgebieten, fruchtbaren Ackerflächen und Siedlungen. Beispielsweise ist das 340 Hektar große Gebiet im Zentrum von Nevşehir vollständig landwirtschaftlich genutzt, während einige Gebiete in Balıkesir und Muğla komplett bewaldet sind. Siedlungen wie das Dorf Horzumalayaka in Salihli (Manisa) und das Dorf Katrancı in Ulukışla (Niğde) befinden sich inmitten der Bergbaukonzessionsgebiete. Dies stellt eine große Bedrohung für die Dorfbewohner und die lokale Bevölkerung dar.
GEWÄSSER UND NATÜRLICHE RESSOURCEN IN GEFAHR
Die Bergbauprojekte bedrohen auch die Wasserressourcen in den Regionen. So fließt beispielsweise der Orhanlar-Bach durch das Bergbaugebiet in Şaphane (Kütahya), während der Eskiköprü-Bach das Gebiet in Hekimhan (Malatya) durchquert. Das riesige Bergbaugebiet in Salihli (Manisa) liegt zudem in unmittelbarer Nähe zum Demirköprü-Staudamm. Diese Projekte könnten zur Verschmutzung der sauberen Wasserquellen in der Region führen.
WELCHE ART VON ROHSTOFFEN WIRD ABGEBAUT?
Obwohl in den Ausschreibungsunterlagen nicht explizit angegeben ist, welche Art von Bergbau betrieben werden soll, lassen die Namen der gewinnenden Unternehmen und deren Projekte darauf schließen, dass Gold, Marmor und Rohstoffe für die Zementherstellung abgebaut werden sollen. So erhielt beispielsweise Medmar Mermer das Gebiet in Malatya, während Çimko Çimento das riesige Areal in Yatağan (Muğla) übernahm. Eines der auffälligsten Projekte ist das an Koza Altın verkaufte Gebiet in Ulukışla (Niğde). In dieser Region gibt es bereits fünf Goldminenprojekte, für die eine Entscheidung getroffen wurde, dass eine „Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nicht erforderlich“ sei, und es wird erwartet, dass ein weiteres hinzukommt.
NEUE MEGA-MINEN IM ANMARSCH
Mit dem fortgesetzten Verkauf großer Flächen im Jahr 2026 beginnen auch neue Mega-Bergbauprojekte zu entstehen. Hier sind einige dieser Projekte:
Kütahya: Asaş Yeşil Enerji Sanayi und FR Endüstriyel Yatırım erwarben Gebiete von 1216 bzw. 1195 Hektar im Bezirk Tavşanlı.
Malatya: Belin Madencilik erwarb ein 1358 Hektar großes Waldgebiet im Bezirk Kuluncak. Medmar Mermer erhielt zwei Gebiete mit insgesamt 1917 Hektar in Hekimhan.
Manisa: Lidya Madencilik erwarb 1805 Hektar in Salihli, Nil Ege Maden erhielt 1397 Hektar. MGS Endüstri Madencilik kaufte eine Fläche von 1901 Hektar im Bezirk Köprübaşı.
Muğla: Çimko Çimento erwarb ein 1996 Hektar großes Gebiet in Yatağan. Dost Endüstriyel Hammadde erhielt ebenfalls in Yatağan 1628 Hektar.
Niğde: Koza Altın İşletmeleri erwarb ein 1356 Hektar großes Gebiet in Ulukışla. Kar Mineral Madencilik erhielt 1955 Hektar und Turyapı Grup 1719 Hektar.
Ordu: Q4 Madencilik erwarb 1994 Hektar in Ulubey und Safi Galata Madencilik 1935 Hektar in Fatsa.
AUSWIRKUNGEN AUF NATUR UND LANDWIRTSCHAFT
Der Verkauf dieser riesigen Flächen wird nicht nur die Siedlungsgebiete, sondern auch die dortige Tierwelt und die landwirtschaftlichen Aktivitäten negativ beeinflussen. Wälder, Bewässerungsgebiete und fruchtbare Böden, die für die Landwirtschaft genutzt werden, sind durch die Bergbauprojekte vom Aussterben bedroht. Die Zerstörung der natürlichen Lebensräume der Lebewesen in der Region sowie der Wälder und Bewässerungsflächen könnte zu einer großen ökologischen Krise führen.
Solche Mega-Bergbauprojekte bedrohen nicht nur die Umwelt, sondern auch die regionale wirtschaftliche und soziale Struktur. Insbesondere Dorfbewohner, Landwirte und Waldbauern könnten durch diese Projekte ihre Lebensgrundlage verlieren.
Nachrichtenquelle: 12punto
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