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Stellungnahme der TEMA-Stiftung zu İliç: 'Wir wollen keinen Raubbau in unserem Land'

Die TEMA-Stiftung hat auf die Zerstörungen durch Bergbauaktivitäten der 4. Gruppe in der Türkei aufmerksam gemacht. In Bezug auf die Katastrophe in der Goldmine in Erzincan erklärte die Stiftung: „Wir müssen leider feststellen, dass dies kein Unfall ist; die Katastrophe war absehbar.“ Die Stiftung wiederholte ihre Forderung, Gebiete, die für den Bergbau gesperrt sind, gesetzlich stärker zu schützen.

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Stellungnahme der TEMA-Stiftung zu İliç: 'Wir wollen keinen Raubbau in unserem Land'

Am 13. Februar wurden Bergleute durch einen Erdrutsch in der Çöpler-Goldmine im Landkreis İliç in der Provinz Erzincan verschüttet.

Durch den Erdrutsch gelangten Millionen Kubikmeter Erde, die zahlreiche giftige Chemikalien, allen voran Zyanid, enthielten, in das Euphrat-Becken.

Bereits am 21. Juni 2022 waren auf demselben Minengelände nach dem Bruch einer Rohrleitung für Zyanidlösungen tonnenweise Chemikalien in die Umwelt gelangt.

Aus diesem Grund war gegen das Bergbauunternehmen eine Geldstrafe verhängt und sein Betrieb vorübergehend eingestellt worden.

'WIR HABEN ES MIT GROSSEM SCHMERZ ERLEBT'

Deniz Ataç, Vorstandsvorsitzende der TEMA-Stiftung, betonte, dass die gegen das Unternehmen verhängte Strafe keine präventive Maßnahme gewesen sei. Sie unterstrich, dass die Ereignisse erneut verdeutlichten, dass der in unserem Land betriebene Raubbau an unseren Lebensgrundlagen, unserem Boden, unserem Wasser und unserer Luft große Zerstörungen anrichte. Sie erklärte: „Wir müssen leider feststellen, dass das, was in İliç geschehen ist, kein Unfall und kein Schicksal ist. Wir haben mit großem Schmerz erleben müssen, dass nach der vorangegangenen Katastrophe absolut keine ausreichenden Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit und den Umweltschutz ergriffen wurden, dass Wissenschaft und das übergeordnete öffentliche Interesse ignoriert wurden und welch große Gefahren dieser Raubbau birgt.“

Ataç gab Informationen zur Geschichte der Mine: „Wie bekannt ist, begannen die Bauarbeiten in der Çöpler-Goldmine im Jahr 2009, und seit der Inbetriebnahme im Jahr 2010 wurde die Kapazität viermal erweitert. Am 07.10.2021 wurde für das Projekt ‚Çöpler-Komplex-Mine 2. Kapazitätserweiterung und Flotationsanlage‘ eine positive UVP-Entscheidung (Umweltverträglichkeitsprüfung) getroffen, und am 16.08.2023 wurde für das Projekt ‚Çöpler-Komplex-Erweiterung des Tagebaus‘ entschieden, dass keine UVP erforderlich sei.

Diese Genehmigungen, die ohne ausreichende Prüfung für die unendlichen Wachstumsforderungen des Raubbaus erteilt wurden, sind eine Bestätigung für die Erhöhung der Gefahr, der das Euphrat-Becken ausgesetzt ist, und des Drucks auf das Ökosystem; sie sind eine Einladung zu der Katastrophe, die wir erleben. Eine der wichtigen Tatsachen, die bei der Erteilung dieser Genehmigungen ignoriert wurden, ist, dass Erzincan in einer Erdbebenregion liegt. Erdbeben werden zu großen Umweltkatastrophen führen, die durch den Abfalldamm, die Haufenlaugung und andere bergbaubedingte Ursachen ausgelöst werden.“

IN DEN LETZTEN 10 JAHREN GAB ES IN DER TÜRKEI 8 BERGBAUKATASTROPHEN

Zwischen 2021 und 2024 kam es zu bergbaubedingten Umweltkatastrophen in: Artvin-Murgul (Januar 2021), Balıkesir-Ayvalık (Januar 2021), Giresun-Şebinkarahisar (November 2021), Balıkesir-Ayvalık (Dezember 2021), Mersin-Toroslar (Januar 2022), Manisa-Gördes (März 2022), Erzincan-İliç (Juni 2022) und Erzincan-İliç (Februar 2024).

Darüber hinaus wurde der Einsturz der Mauer eines Abfalldamms eines in Şebinkarahisar weiterhin betriebenen Bergbauunternehmens als große Umweltkatastrophe registriert. Aufgrund von Tausenden Tonnen giftiger chemischer Bergbauabfälle sind die Wasserressourcen der Region sowie die Kelkit-Ebene und die lokale Bevölkerung einer großen Bedrohung ausgesetzt.

UVP-ANTRÄGE NEHMEN WEITER RAPIDE ZU

Allein im Jahr 2023 ist bekannt, dass es für Erdöl, Erdgas sowie Bergbau der III. und IV. Gruppe 525 Projekte mit begonnenem UVP-Verfahren, 443 Projekte mit der Entscheidung ‚Keine UVP erforderlich‘ und 37 Projekte mit positiver UVP-Entscheidung gibt.

KANN ZU TÖDLICHEN KRANKHEITEN FÜHREN

Die bei der Laugung verwendeten Chemikalien setzen auch Schwermetalle wie Arsen, Antimon, Cadmium, Blei, Quecksilber und Zink, die im Boden vorhanden sind, frei und wandeln sie in schädliche Formen um.

Diese toxischen Metalle können sich durch Einatmung oder Nahrungsaufnahme im lebenden Körper anreichern und viele Krankheiten verursachen, einschließlich tödlicher Verläufe. Durch die Aufnahme von Zyanid und anderen Schwermetallen über die Atmung, Wasser und Nahrung können bei allen Lebewesen akute und chronische Vergiftungen, Anämie, Herzversagen, Krebs, Nierenversagen, psychische Erkrankungen und Fehlgeburten auftreten.


Nachrichtenquelle: 12punto

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