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Thermometer auf historischem Höchststand: Erreicht die extreme Hitzewelle in Europa auch die Türkei?

Während in Frankreich, Spanien und Großbritannien Rekorde gebrochen werden, weisen Experten darauf hin, dass sich die Hitzewelle auch auf die Türkei ausdehnen könnte.

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Thermometer auf historischem Höchststand: Erreicht die extreme Hitzewelle in Europa auch die Türkei?

Die außergewöhnliche Hitzewelle, die Europa erfasst hat, erschwert den Alltag in vielen Ländern von West- bis Mitteleuropa. Während Frankreich einen der heißesten Tage seiner Geschichte erlebt, verzeichnete Großbritannien Rekordtemperaturen für den Monat Juni; in Spanien wurden die höchsten täglichen Durchschnittstemperaturen seit 1950 gemessen.

Experten zufolge geht das Bild über eine gewöhnliche Sommerhitze hinaus. Dass die Hitzewelle Wochen vor dem Zeitraum Mitte bis Ende Juli, der als die heißeste Phase des Sommers gilt, begonnen hat und Rekordwerte erreicht, hat die Auswirkungen des Klimawandels auf Europa erneut in den Fokus gerückt.

REKORDTEMPERATUREN BEEINFLUSSEN DEN ALLTAG

Millionen Menschen in Westeuropa kämpfen mit Temperaturen von über 40 Grad. In Paris näherten sich die Thermometer der 41-Grad-Marke, und in mehr als der Hälfte Frankreichs wurde die höchste Hitzewarnstufe, Rot, ausgerufen. Während es im Westen des Landes in zehntausenden Haushalten zu Stromausfällen kam, wurden Wahrzeichen wie der Louvre und der Eiffelturm wegen der extremen Hitze früher als üblich geschlossen.

Der nationale Temperaturindikator in Frankreich erreichte am Mittwoch 30 Grad und markierte damit den höchsten Wert seit 1947. Am Dienstag wurde in 147 Ortschaften ein Juni-Temperaturrekord gebrochen; an 41 Wetterstationen stiegen die Temperaturen auf über 43 Grad. Berichten zufolge näherten sich die Wassertemperaturen in einigen Flüssen Werten, die die sicheren Kühlprozesse von Kernkraftwerken gefährden könnten.

In Spanien stiegen die Temperaturen in vielen Regionen auf über 45 Grad, während die Thermometer an einigen Orten selbst nachts nicht unter 30 Grad fielen. In der englischen Stadt Gosport wurde mit 36,1 Grad ein Juni-Temperaturrekord aufgestellt. Während in den nördlichen und mittleren Teilen Italiens die rote Alarmstufe gilt, wird erwartet, dass die Temperaturen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien zum Wochenende hin ihren Höhepunkt erreichen.

HITZEGLOCKE UND KLIMAWANDEL-EFFEKT

Wissenschaftler erklären, dass der Hitzewelle im Kern Hochdrucksysteme zugrunde liegen, die über längere Zeit stationär über einer Region verharren. Bei dieser atmosphärischen Konstellation, die als „Omega-Blockade“ bezeichnet wird, staut sich die heiße Luft in bodennahen Schichten, die Wolkenbildung nimmt ab und die Sonnenstrahlen heizen den Boden stärker auf. Diese Bedingungen erzeugen den in der Öffentlichkeit als „Hitzeglocke“ bekannten Effekt.

Experten zufolge bereiten menschengemachte Treibhausgasemissionen den Boden dafür, dass solche Systeme häufiger auftreten und schwerwiegendere Folgen haben. Dass Europa der Kontinent ist, der sich weltweit am schnellsten erwärmt, erhöht das Risiko zusätzlich. Daten des Copernicus Climate Change Service zufolge liegt der globale Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bei etwa 1,4 Grad, während dieser Anstieg in Europa bereits etwa 2,4 Grad erreicht hat.

Während Europa im 50-Jahres-Zeitraum zwischen 1950 und 1999 fünf große Hitzewellen erlebte, stieg diese Zahl im Zeitraum 2000-2021 auf 18. Rechnet man die extremen Temperaturen der Jahre 2022, 2023 und 2025 hinzu, war der Kontinent in den letzten 25 Jahren mit mehr als 20 schweren Hitzewellen konfrontiert.

Es wird auch diskutiert, ob die Hitze durch El Niño verursacht wird. Obwohl die Weltorganisation für Meteorologie die Wahrscheinlichkeit einer El-Niño-Entwicklung im Sommer 2026 als hoch einschätzt, betonen Experten, dass die aktuelle Welle in Europa nicht direkt mit El Niño erklärt werden kann. Die Klimawissenschaftlerin Sarah Perkins-Kirkpatrick bezeichnet dieses Bild als „klassische Jetstream-Blockade“ und erklärt, dass die langfristige globale Erwärmung den Mechanismus verstärke.

ERREICHT SIE DIE TÜRKEI?

Nach aktuellen Prognosen besteht die Möglichkeit, dass sich die Hitzewelle auch auf die Türkei ausdehnt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es jedoch keine Vorhersage, die darauf hindeutet, dass die Rekordwerte von 44-45 Grad wie in Frankreich in der gesamten Türkei in gleicher Weise auftreten werden. Inwieweit die Türkei betroffen sein wird, hängt davon ab, wie weit sich das Hochdrucksystem in den kommenden Tagen nach Osten ausdehnen wird.

WELCHE REGIONEN KÖNNTEN BETROFFEN SEIN?

Sollte sich das System in Richtung Balkan und Osteuropa bewegen, könnten die Temperaturen in Thrakien und Marmara deutlich ansteigen, und die Werte, die bereits über dem saisonalen Durchschnitt liegen, könnten in der Ägäis und im Mittelmeerraum noch weiter zunehmen. Es wird als wahrscheinlich angesehen, dass die heiße Luft auch im Westen Zentralanatoliens an Wirkung gewinnen wird.


Nachrichtenquelle: 12punto

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