Gegenseitige Protestnoten zwischen Aserbaidschan und Russland
Aufgrund einer Razzia im Sputnik-Büro in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku sowie Vorfällen in der russischen Stadt Jekaterinburg haben die Ministerien beider Länder gegenseitige Protestnoten übermittelt.
Die Spannungen zwischen Aserbaidschan und Russland nehmen zu. Russland hat Aserbaidschan eine Protestnote wegen der Razzia im Büro der Nachrichtenagentur Sputnik in Baku und der Festnahme einiger Mitarbeiter übermittelt. Das russische Außenministerium bestellte den aserbaidschanischen Botschafter in Moskau, Rahman Mustafayev, ein und forderte die sofortige Freilassung der in Baku festgenommenen russischen Journalisten.
ANTWORT AUS ASERBAIDSCHAN LIESS NICHT LANGE AUF SICH WARTEN
Nach Angaben des aserbaidschanischen Außenministeriums wurde Moskau während des Treffens von Botschafter Mustafayev im russischen Außenministerium eine Protestnote bezüglich der Tötung und schweren Misshandlung aserbaidschanischer Staatsbürger in Jekaterinburg überreicht. Das "scharfe" Protestschreiben richtet sich gegen die Anwendung von Folter und erniedrigender Behandlung durch russische Sicherheitskräfte während der Befragung aserbaidschanischer Staatsbürger. Es wurde betont, dass diese Handlungen der Sicherheitskräfte einen Verstoß gegen die Gesetzgebung der Russischen Föderation sowie gegen international anerkannte grundlegende Menschenrechte und Freiheiten darstellen. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass die ethnische Intoleranz gegenüber Aserbaidschanern während der Organisation und Durchführung der Razzien sowie die Berichterstattung über solche Vorfälle in den russischen Medien Anlass zu ernster Besorgnis geben. Es wurde erklärt, dass die rechtswidrigen Handlungen der russischen Sicherheitskräfte sowie die Tötung und schwere Verletzung von Aserbaidschanern in der aserbaidschanischen Öffentlichkeit auf eine äußerst negative Resonanz gestoßen seien. Es wurde gefordert, dass Russland unverzüglich Maßnahmen ergreift, um diese Angriffe umfassend und objektiv zu untersuchen und die Verantwortlichen gemäß der geltenden Gesetzgebung der Russischen Föderation zu bestrafen.
AUFRUF ZUR NICHTEINMISCHUNG IN INNERE ANGELEGENHEITEN
In der Note wurde zudem darauf hingewiesen, dass der Leiter der Niederlassung der internationalen Nachrichtenagentur "Rossiya Segodnya" in Baku am 12. Februar in das Außenministerium einbestellt wurde, wobei festgestellt wurde, dass es keine rechtliche Grundlage für die Tätigkeit der Agentur als Zweigstelle oder Vertretung in Aserbaidschan gebe. Es wurde mitgeteilt, dass eine offizielle Mitteilung zur Einstellung der Aktivitäten der Zweigstelle innerhalb von 3 Tagen erfolgt sei, die besagte Zweigstelle jedoch trotz dessen ihre Tätigkeit illegal durch russische Staatsbürger, deren Akkreditierung widerrufen wurde, fortsetze.
In diesem Zusammenhang wurde in der Note betont, dass die Reaktion der russischen Seite keinerlei rechtliche Grundlage habe, und es wurde dazu aufgerufen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Aserbaidschans einzumischen. Im Gegensatz zu den Praktiken der russischen Sicherheitskräfte seien die von Aserbaidschan ergriffenen Maßnahmen und deren Umsetzung vollkommen rechtmäßig, hieß es.
WAS WAR PASSIERT?
Bei den Razzien am Morgen des 27. Juni in der russischen Stadt Jekaterinburg war die aserbaidschanischstämmige Familie Seferov ins Visier geraten. Bei den zeitgleich an mehr als 10 Adressen durchgeführten Razzien kamen die beiden Brüder Ziyeddin und Hüseyn Seferov ums Leben. Bei dem Einsatz wurden 3 Personen schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und 9 Personen festgenommen.
Der Geschäftsträger der russischen Botschaft in Baku war ins Ministerium einbestellt worden.
Das aserbaidschanische Außenministerium hatte nach den Vorfällen am Samstag den Geschäftsträger der russischen Botschaft in Baku, Pjotr Wolokowich, einbestellt und die Erwartung der aserbaidschanischen Seite übermittelt, dass der Vorfall untersucht und alle Täter, die Gewalt angewendet haben, so schnell wie möglich der Justiz übergeben werden. Zudem hatte das aserbaidschanische Kulturministerium angekündigt, dass alle russischen Kulturveranstaltungen im Land abgesagt wurden.
STELLUNGNAHME AUS RUSSLAND
In einer Erklärung des russischen Innenministeriums hieß es, die Operation sei im Rahmen einer Untersuchung zu einigen in den vergangenen Jahren in Jekaterinburg begangenen Straftaten durchgeführt worden und sei mit Unterstützung der Spezialeinheit für schnelle Eingriffe (SOBR) der russischen Nationalgarde erfolgt. Während vermerkt wurde, dass Durchsuchungen an den Adressen der festgenommenen Personen durchgeführt wurden, wurden keine Informationen zu den Todesfällen während des Einsatzes gegeben.
Nachrichtenquelle: İHA
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