Cyberangriff auf den französischen Rüstungskonzern Naval Group: 1 Terabyte Daten
Berichten zufolge wurde der französische Rüstungskonzern Naval Group Opfer eines Cyberangriffs. Es wird behauptet, dass sensible Informationen über Atom-U-Boot-Systeme gestohlen und im Internet veröffentlicht wurden.
Der französische Rüstungskonzern Naval Group, einer der größten Akteure der französischen Verteidigungsindustrie, soll Ziel eines Cyberangriffs geworden sein. Ein Hacker, der unter dem Pseudonym "Neferpitou" agiert, behauptet, 1 Terabyte an Daten von dem Unternehmen gestohlen zu haben. Unter den entwendeten Daten sollen sich hochsensible Informationen zu Atom-U-Boot-Systemen befinden.
In Berichten der französischen Presse heißt es, dass das 1 Terabyte an Daten, das dem französischen Rüstungsriesen zugeschrieben wird, Software-Codes für Waffensysteme, Infrastrukturhandbücher, vertrauliche Korrespondenz sowie technische Dokumente aus dem Zeitraum von 2006 bis 2024 umfasst.
Der Hacker, der das Unternehmen zur Kontaktaufnahme aufforderte, setzte eine Frist von 72 Stunden und veröffentlichte anschließend zunächst ein Datenpaket von 13 GB im Internet. Später veröffentlichte der Hacker ein zweites Datenpaket von 6 GB sowie Dokumente, bei denen es sich angeblich um Teile der Software für das STORM-Waffensystem handelt, das auf Atom-U-Booten eingesetzt wird.
"OPERATION ZUR RUFSSCHÄDIGUNG"
Naval Group erklärte, dass zu keinem Zeitpunkt Kontakt mit dem Angreifer aufgenommen wurde und keine Lösegeldforderung vorliege. Die internen Sicherheitsteams des Unternehmens bestätigten zwar, dass die Dokumente aus ihrem Bestand stammen, betonten jedoch, dass es sich nicht um geheime Verteidigungsunterlagen handele und kein direkter Einbruch in die Systeme stattgefunden habe. Aus diesem Grund stuft das Unternehmen den Vorfall als eine "Operation zur Rufschädigung" ein.
VERDACHT AUF RUSSISCHE HACKER HINTER DEM ANGRIFF
Nach dem Vorfall richtete sich der Blick auf die russische Hackergruppe NoName05716_16, die bereits in der Vergangenheit Angriffe auf staatliche Institutionen in Europa und den USA verübt hat. Die Gruppe hatte vor Kurzem behauptet, Zugriff auf die Systeme der Naval Group erlangt zu haben. Die Behörden teilten jedoch mit, dass bisher keine direkte Verbindung zwischen diesem Angriff und den jüngsten Datenlecks festgestellt werden konnte.
CYBERBEDROHUNGEN NEHMEN ZU
Die französische Direktion für Verteidigungsnachrichtendienst und Sicherheit (DRSD) gab bekannt, dass die Cyberangriffe auf die Verteidigungsindustrie im Jahr 2024 deutlich zugenommen haben. Während die Naval Group in Zusammenarbeit mit der nationalen Cybersicherheitsbehörde ANSSI die Ermittlungen fortsetzt, ist das Ausmaß des Risikos der geleakten Daten für die nationale Sicherheit noch unklar.
Nachrichtenquelle: İHA
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