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Ernennung seiner Geliebten zur Ministeriumsberaterin sorgt für Aufruhr im Land

Der italienische Kulturminister Gennaro Sangiuliano hat nach tagelangen Enthüllungen eingeräumt, versucht zu haben, seine Geliebte, eine Social-Media-Influencerin, zur Beraterin im Ministerium zu ernennen.

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Ernennung seiner Geliebten zur Ministeriumsberaterin sorgt für Aufruhr im Land

Die Beziehung des 62-jährigen verheirateten Kulturministers Gennaro Sangiuliano zu der 41-jährigen Influencerin Maria Rosaria Boccia kam durch deren Social-Media-Beiträge ans Licht.

Boccia teilte am 26. August auf Instagram ein Foto mit dem Minister und schrieb dazu: "Ich danke Kulturminister Gennaro Sangiuliano dafür, dass er mich zur Beraterin des Ministers für Großveranstaltungen ernannt hat."

Nachdem diese Ernennung die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zog, folgte ein Dementi des Ministeriums.

NEUE ENTHÜLLUNGEN

Nachdem Sangiulianos Team erklärte, eine solche Ernennung habe es nicht gegeben, begann Boccia mit weiteren Enthüllungen.

Boccias Beiträge und an die Presse durchgesickerte Dokumente zeigten, dass die Influencerin in den letzten Monaten gemeinsam mit dem Minister an offiziellen Veranstaltungen teilgenommen hatte.

Diese Beiträge weckten den Verdacht, dass Boccia auch Zugang zu sensiblen Sicherheitsinformationen über Veranstaltungen wie die G7-Treffen unter italienischem Vorsitz hatte.

Angesichts des wachsenden Skandals sah sich Premierministerin Giorgia Meloni gezwungen, persönlich Stellung zu beziehen, um Sicherheitsbedenken auszuräumen.

In einer Sendung des Kanals Rete 4 am Montagabend erklärte Meloni, dass Boccia keinen Zugang zu geheimen Dokumenten im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel gehabt habe. Meloni betonte zudem, dass für die Influencerin keine Ausgaben aus dem öffentlichen Haushalt getätigt worden seien.

Daraufhin veröffentlichte Boccia erneut Beiträge auf Instagram, die belegen sollten, dass sie Zugang zu vertraulichen Informationen über das Treffen der G7-Kulturminister hatte.

Boccia erklärte zudem, dass sie die Kosten für die offiziellen Veranstaltungen, an denen sie teilnahm, nicht selbst getragen habe.

MINISTER SANGIULIANO SPRICHT ERSTMALS

Trotz der täglichen Vorwürfe und Enthüllungen schwieg Minister Sangiuliano tagelang, bevor er sich gestern Abend erstmals in einer Fernsehsendung äußerte.

Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender Rai gestand Sangiuliano unter Tränen, eine "persönliche, emotionale Beziehung" mit Boccia geführt zu haben.

Der Minister räumte ein, dass Boccia ihn auf Reisen begleitet habe, behauptete jedoch, die Kosten für diese Reisen nicht aus dem Ministeriumsbudget, sondern aus eigener Tasche bezahlt zu haben.

Minister Sangiuliano sagte zudem, er habe seiner Geliebten eine Stelle im Ministerium angeboten, das Angebot jedoch zurückgezogen, nachdem seine Mitarbeiter Einwände erhoben hätten.

MELONI LEHNTE RÜCKTRITT AB

Der Minister entschuldigte sich bei seiner Ehefrau, bei Premierministerin Meloni und bei seinen Kollegen. Er gab an, Meloni seinen Rücktritt angeboten zu haben, die Premierministerin diesen jedoch nicht akzeptiert habe.

Dennoch sieht er sich nun mit Kritik aus der Opposition konfrontiert, da er den öffentlich-rechtlichen Sender Rai für seine persönlichen Angelegenheiten genutzt haben soll.

Der Kulturminister, der bereits zuvor mehrfach durch Fehltritte negativ in die Schlagzeilen geraten war, beherrscht heute aufgrund dieses Skandals erneut die Titelseiten.

Die Zeitung La Repubblica titelte "Erpressung im Schlafzimmer" und berichtete, dass Boccia über Aufzeichnungen verfüge, die die Regierung erschüttern könnten.


Nachrichtenquelle: 12punto