Erster Rückgang der Immobilienpreise in Europa seit 10 Jahren
Der stärkste Rückgang der Immobilienpreise auf Jahresbasis wurde mit 9,9 Prozent in Deutschland verzeichnet. Trotz des Preisverfalls bei Immobilien stiegen die Mieten weiter an.
Trotz eines leichten Anstiegs im zweiten Quartal verzeichneten die Immobilienpreise in der Europäischen Union (EU) zum ersten Mal seit fast zehn Jahren einen Rückgang auf Jahresbasis. Laut den Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) sind die Immobilienpreise in den EU-Mitgliedstaaten trotz steigender Zinssätze, hoher Inflation und schwächerem Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal dieses Jahres gegenüber dem ersten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen. In den 27 Mitgliedstaaten waren die Preise jedoch in den beiden vorangegangenen Quartalen gesunken, da steigende Hypothekenzinsen und höhere Lebenshaltungskosten für viele Menschen abschreckend wirkten. Demnach fielen die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahr EU-weit um 1,1 Prozent und in der Eurozone um 1,7 Prozent, was den ersten Rückgang auf Jahresbasis seit 2014 darstellt.
Nach den Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer straffen Geldpolitik seit dem vergangenen Jahr haben auch die Banken ihre Hypothekenzinsen angehoben und die Kreditvergabekriterien verschärft, wodurch der seit fast zehn Jahren anhaltende Anstieg der Immobilienpreise ein Ende fand. Die lang anhaltenden Negativzinsen und die Anleihekäufe der EZB, die die Hypothekenzinsen in vielen Ländern auf ein Niveau nahe Null drückten, hatten zu einem Anstieg der Immobilienpreise geführt. Vor Beginn des Preisverfalls waren die Immobilienpreise in der gesamten EU seit 2015 um durchschnittlich 50 Prozent gestiegen. Der starke Anstieg der Kosten für Baumaterialien und Arbeitskräfte, stornierte Projekte und Insolvenzen von Immobilienentwicklern führen in einigen EU-Ländern, darunter auch Deutschland, zu Schwierigkeiten im Bausektor.
Der stärkste jährliche Rückgang der Immobilienpreise wurde mit 9,9 Prozent in Deutschland verzeichnet, gefolgt von Dänemark mit 7,6 Prozent und Schweden mit 6,8 Prozent. Die größten Zuwächse gab es in Kroatien mit 13,7 Prozent, in Bulgarien mit 10,7 Prozent und in Litauen mit 9,4 Prozent.
Nachrichtenquelle: 12punto
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