18. Sanktionspaket der EU gegen Russland
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, haben den Vorschlag für ein 18. Sanktionspaket gegen Russland vorgestellt, das auf die Energieeinnahmen und den Bankensektor des Landes abzielt.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, hielten in der belgischen Hauptstadt Brüssel eine gemeinsame Pressekonferenz zu den Sanktionen gegen Russland ab. Von der Leyen und Kallas kündigten den Entwurf für das 18. Sanktionspaket an, das in dieser Woche von den EU-Mitgliedstaaten beraten werden soll.
Von der Leyen erklärte, man wolle Frieden in der Ukraine, doch trotz wochenlanger diplomatischer Bemühungen bringe Russland weiterhin Tod und Zerstörung über das Land. Aus diesem Grund wolle man den Druck auf Russland erhöhen. Von der Leyen sagte: "Die Sanktionen haben die russische Wirtschaft tiefgreifend getroffen. Die Reserven der russischen Zentralbank in Höhe von 210 Milliarden Euro sind eingefroren. Russlands Einnahmen aus Öl und Erdgas sind im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg um 80 Prozent gesunken. Das Haushaltsdefizit ist in die Höhe geschossen. Die Zinssätze sind extrem hoch und die Inflation liegt bei über 10 Prozent."
Von der Leyen betonte, dass Russland ernsthaft an den Verhandlungstisch zurückkehren müsse, um den Krieg zu beenden und Frieden zu schaffen: "Wir schlagen das 18. Sanktionspaket in diesem Sinne vor. Die Hauptziele dieser harten Sanktionen sind der russische Energiesektor und der russische Bankensektor. Wir weiten Exportverbote und Kontrollen aus und stärken zudem die Maßnahmen gegen die Umgehung von Sanktionen", sagte sie.
"WIR SCHLAGEN VOR, DIE ÖLPREISDECKELUNG ZU SENKEN"
Bezüglich der Maßnahmen im Energiebereich erklärte von der Leyen: "Zum ersten Mal schlagen wir ein Verbot für Transaktionen im Zusammenhang mit den Erdgaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 vor. Das bedeutet, dass kein EU-Betreiber mehr direkt oder indirekt Geschäfte mit diesen Pipelines tätigen darf. Es gibt kein Zurück mehr. Zudem schlagen wir vor, die Ölpreisobergrenze von 60 auf 45 Dollar zu senken. Nachdem diese Grenze 2023 in Kraft getreten war, sind die Ölpreise gesunken und bewegen sich nun nahe an diesem Limit. Durch die Senkung der Obergrenze passen wir uns den Marktbedingungen an und erhalten die Wirksamkeit aufrecht. Ölexporte machen immer noch ein Drittel der staatlichen Einnahmen Russlands aus. Wir müssen diese Einnahmequelle kappen."
Von der Leyen kündigte zudem an, dass das Sanktionspaket neben den bereits auf der schwarzen Liste stehenden 342 Schiffen weitere 77 Schiffe aus der russischen Schattenflotte umfassen werde, die für Öltransporte genutzt werden.
"WIR SCHLAGEN VOR, DAS VERBOT AUF 22 WEITERE RUSSISCHE BANKEN AUSZUDEHNEN"
Von der Leyen betonte, dass der zweite Bereich, auf den das neue Sanktionspaket abziele, der russische Bankensektor sei: "Wir schlagen vor, das bestehende SWIFT-System-Verbot in ein umfassendes Transaktionsverbot umzuwandeln und dieses auf 22 weitere russische Banken auszudehnen", sagte sie.
Darüber hinaus schlug von der Leyen vor, das Transaktionsverbot auf Finanzintermediäre in Drittländern auszuweiten, die den Handel mit Russland finanzieren. Die dritte Säule des neuen Sanktionspakets seien neue Exportverbote im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Euro. Von der Leyen erklärte: "Dieses Verbot wird der russischen Wirtschaft kritische Technologie- und Industrieprodukte entziehen. Zu den betroffenen Produkten gehören Maschinen, Metalle, Kunststoffe und Chemikalien. Diese werden in der Industrie als Rohstoffe verwendet. Zudem beschränken wir den Export von Gütern und Technologien mit doppeltem Verwendungszweck, die bei der Herstellung von Drohnen, Raketen und anderen Waffensystemen zum Einsatz kommen."
Die vierte und letzte Säule des Sanktionspakets bestehe darin, den Geltungsbereich des bestehenden Transaktionsverbots zu erweitern, um eine bessere Durchsetzung der Sanktionen zu gewährleisten. "Wir setzen 22 russische und ausländische Unternehmen auf die Liste, die den militärisch-industriellen Komplex Russlands direkt oder indirekt unterstützen", so von der Leyen.
"DIE SANKTIONEN WIRKEN"
Kallas erklärte, das Sanktionspaket diene sowohl der Unterstützung der Ukraine als auch der Erhöhung des Drucks auf Russland. Sie betonte, dass das neue Paket auf Russlands Energieeinnahmen, seine Schattenflotte, seine Militärindustrie und seinen Bankensektor abziele: "Wir tun all dies, weil Sanktionen wirken. Jede Sanktion schwächt Russlands Fähigkeit, Krieg zu führen. Russland will uns glauben machen, dass es diesen Krieg ewig fortsetzen kann, aber das stimmt nicht. Russland hat zweistellige Milliardenbeträge an Öleinnahmen verloren, seine Wirtschaft schrumpft und das Bruttoinlandsprodukt ist rückläufig", sagte sie.
Kallas fügte hinzu: "Die Sanktionen gegen die Schattenflotte waren besonders effektiv. Nach dem 17. Sanktionspaket sind die russischen Ölexporte über die Routen im Schwarzen Meer und in der Ostsee innerhalb von nur einer Woche um 30 Prozent zurückgegangen. Allein im Mai schrumpfte der russische Staatsfonds von 42 Milliarden Dollar auf 36 Milliarden Dollar, ein Verlust von 6 Milliarden Dollar. Es besteht das Risiko, dass dieser Fonds im nächsten Jahr erschöpft ist."
Nachrichtenquelle: İHA
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