Europäische Medien verfolgen das Urteil zur absoluten Nichtigkeit gegen die CHP genau
Das Urteil zur absoluten Nichtigkeit bezüglich des Parteitags der CHP vor drei Jahren hat in führenden europäischen Medien ein breites Echo gefunden. Die europäische Presse beleuchtet detailliert die Schritte der türkischen Justiz gegen die größte Oppositionspartei sowie den internen Machtkampf innerhalb der Partei.
Dass ein Gericht in der Türkei den vor drei Jahren abgehaltenen Parteitag der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP) für ungültig erklärt hat, sorgte in der europäischen Presse für großes Aufsehen. Zeitungen und Fernsehsender in Europa hoben diese Entwicklung als „Absetzung des Oppositionsführers“ hervor.
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF wies auf die jüngsten juristischen Eingriffe gegen die CHP hin und erklärte: „Die Justiz in der Türkei ergreift seit über einem Jahr harte Maßnahmen gegen die CHP und ihre Mitglieder.“ Das ZDF verwies zudem auf die internen Machtkämpfe und berichtete, dass die Fraktionsstreitigkeiten um Kılıçdaroğlu und Özel andauern.
In der Analyse des ZDF wurden folgende Punkte hervorgehoben: „Kılıçdaroğlu war über ein Jahrzehnt lang in der Rolle des Oppositionsführers und unterlag 2023 bei der Wahl gegen Erdoğan. Danach ging die Führung an Özel über und es wurde versucht, eine neue Richtung für die Partei festzulegen. Dennoch kursierten in den Kulissen Gerüchte über Kılıçdaroğlus Wunsch, wieder in den Vordergrund zu treten.“
Auch der Sender ARD ging auf die internen Debatten sowie den äußeren Druck ein und schrieb: „Die CHP sieht sich sowohl mit internen Kämpfen als auch mit dem Druck der Justiz konfrontiert. Das Gerichtsverfahren wurde von ehemaligen CHP-Mitgliedern eingeleitet. Dem Urteil zufolge wird Kılıçdaroğlu vorübergehend wieder die Führung übernehmen.“
WICHTIGE KOMMENTARE IN DER DEUTSCHEN PRESSE
Die Handelsblatt, eine der bedeutendsten Wirtschaftszeitungen Deutschlands, widmete den Entwicklungen breiten Raum und stellte die Einschätzung des Politikwissenschaftlers Berk Esen in den Vordergrund: „Dies ist ein dunkler Tag in der türkischen politischen Geschichte.“ Die Zeitung betonte zudem, dass die CHP seit über einem Jahr unter erheblichem Druck stehe und sich selbst als eine Institution sehe, die aus politischen Motiven ins Visier genommen werde.
Die für ihre politischen Analysen bekannte Zeitung Die Zeit wies darauf hin, dass Erdoğans Wahlchancen nach dem Urteil zur absoluten Nichtigkeit gestiegen seien. In der Analyse der Zeitung hieß es: „Die Absetzung von Özel stärkt die Wahrscheinlichkeit einer Wiederwahl Erdoğans. Die CHP hatte in den Umfragen seit einiger Zeit einen leichten Vorsprung gegenüber der regierenden AK Parti.“
Die Bild, eine der auflagenstärksten Zeitungen Deutschlands, berichtete, dass das Gericht zu diesem Urteil gelangt sei, weil der Vorwurf im Raum stehe, dass einige Delegierte auf dem Parteitag durch Bestechung zur Stimmabgabe bewegt worden seien. Die Bild betonte zudem die Erschütterungen an den Finanzmärkten; nach einem Einbruch von sechs Prozent an der Istanbuler Börse sei der Handel automatisch ausgesetzt worden.
Das besagte Urteil gehörte nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Presse in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien zu den wichtigsten Themen auf der Agenda.
Nachrichtenquelle: 12punto
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