Explosionen im Libanon versetzen Iran in Alarmbereitschaft: Strenge Maßnahmen bei den Revolutionsgarden
Nach den Explosionen im Libanon, die 39 Menschen das Leben kosteten, haben die iranischen Revolutionsgarden ihren Mitgliedern die Nutzung jeglicher Kommunikationsgeräte untersagt. Berichten zufolge haben die Garden eine umfassende Untersuchung eingeleitet, bei der alle Details von Bankkonten bis hin zur Reisehistorie überprüft werden.
Nach den Explosionen von mobilen Pagern und Handfunkgeräten, die auch von der Hisbollah genutzt wurden, im Libanon in der vergangenen Woche, bei denen 39 Menschen ums Leben kamen, sollen die iranischen Revolutionsgarden ihren Mitgliedern die Nutzung jeglicher Kommunikationsgeräte untersagt haben.
Einer von zwei hochrangigen iranischen Sicherheitsbeamten, die gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sprachen, erklärte, dass die Revolutionsgarden nach den Explosionen eine groß angelegte Operation eingeleitet hätten und nicht nur Kommunikationsmittel, sondern alle Geräte überprüft würden. Der Beamte gab an, dass diese Geräte entweder „selbstgebaut“ seien oder aus China oder Russland importiert wurden.
Die Hisbollah und der Libanon machten Israel für die gleichzeitigen Explosionen am vergangenen Dienstag und Mittwoch verantwortlich; Tel Aviv hat keine offizielle Erklärung abgegeben, in der es die Verantwortung für die Explosionen direkt übernimmt. Am Freitag führte Israel zudem einen Luftangriff auf die Hauptstadt Beirut durch, bei dem 45 Menschen getötet wurden, darunter hochrangige Hisbollah-Kommandeure sowie Frauen und Kinder.
AUCH BANKKONTEN WERDEN ÜBERPRÜFT
Während sich die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah durch die heutigen israelischen Luftangriffe auf den Libanon weiter verschärfen, sorgt sich auch der Iran vor einer „Infiltration“ durch israelische Agenten. Aufgrund der Sensibilität des Themas wollte der Beamte anonym bleiben und erklärte gegenüber Reuters, dass die iranischen Revolutionsgarden eine umfassende Untersuchung gegen ihr Personal eingeleitet hätten, die auch mittlere und hochrangige Offiziere der Armee einschließe. Der Sicherheitsbeamte sagte dazu: „Dies umfasst sowohl Bankkonten im Iran als auch im Ausland sowie die Reisehistorie der Betroffenen und ihrer Familien.“
Der Sicherheitsbeamte lehnte es ab, Details darüber zu nennen, wie die 190.000 Mann starke Armee der iranischen Revolutionsgarden derzeit kommuniziert, und erklärte lediglich: „Derzeit nutzen wir für unsere Nachrichtensysteme eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.“ Den Informationen desselben Beamten zufolge herrscht auch in den Machtzirkeln des Iran eine weit verbreitete Besorgnis.
„NOCH NIE GAB ES DERART STRENGE SICHERHEITSMASSNAHMEN“
Ein weiterer iranischer Beamter erklärte, dass die Hauptsorge des Iran der Schutz der nuklearen Anlagen und Raketenstandorte des Landes sei, insbesondere der unterirdischen Einrichtungen. Der Beamte verwies auf die Sicherheitsvorkehrungen, die nach einem israelischen Sabotageversuch gegen das Raketenprogramm im Jahr 2023 verschärft wurden, und sagte: „Aber seit letztem Jahr wurden die Sicherheitsmaßnahmen in diesen Bereichen massiv erhöht.“ Israel hat sich bisher nicht zu dem Thema geäußert.
Mit Blick auf die jüngste Zeit fuhr der Beamte fort: „Bisher gab es noch nie so strenge und extreme Sicherheitsmaßnahmen wie die, die derzeit in Kraft sind.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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