Wie begann der Weg in die Unabhängigkeit Aserbaidschans? Das 'Massaker vom Schwarzen Januar'
Der Schwarze Januar, auch bekannt als Blutiger Januar, bezeichnet das Massaker, das die Sowjetarmee 1990 durch ihren Einmarsch in Baku, die Hauptstadt der Aserbaidschanischen SSR, verübte. Dieses Ereignis in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar gilt als Wendepunkt auf dem Weg des aserbaidschanischen Volkes in die Unabhängigkeit.
Der grundlegende Auslöser für das Massaker waren die Gebietsansprüche der Armenischen Sowjetrepublik auf aserbaidschanisches Territorium.
Gegen die wachsenden Gebietsforderungen der Armenier leistete die aserbaidschanische Bevölkerung massiven Widerstand und organisierte Demonstrationen mit Slogans wie 'Armenier raus'.
Diese Ereignisse wurden mit einer Vertreibung beantwortet, die auf die Aserbaidschaner in Armenien abzielte. Um ihren Protest gegen diese Vorgänge zum Ausdruck zu bringen, begannen die Aserbaidschaner am 13. Januar 1990 in Baku mit Protestmärschen.
Die Sowjetarmee marschierte am 20. Januar in Baku ein, um die Proteste niederzuschlagen, und tötete dabei 143 Menschen.
Die Sowjets rechtfertigten diesen Eingriff mit dem Vorwand, die Armenier schützen zu wollen. Doch die aserbaidschanische Bevölkerung reagierte mit großer Wut auf die harte Haltung der Sowjetunion.
Mit diesem Eingriff befeuerte die sowjetische Führung nationalistische Strömungen und Unabhängigkeitsforderungen. Das Ereignis löste in Aserbaidschan eine massive Ablehnung der sowjetischen Herrschaft aus und beschleunigte den Zusammenbruch der Sowjetunion.
Ende der 1980er Jahre hatten die Armenier ihre Aktivitäten verstärkt, um die aserbaidschanische Region Bergkarabach ihrem eigenen Staatsgebiet einzugliedern.
Im Dezember 1989 beschloss die Armenische Sowjetrepublik, Bergkarabach an Armenien anzuschließen.
Die Aserbaidschaner reagierten darauf mit großen Kundgebungen in Baku. Die sowjetische Führung beobachtete die Lage mit Sorge und beschloss, Truppen nach Baku zu entsenden. Die aserbaidschanische Bevölkerung setzte ihre Proteste fort, indem sie die Zufahrtsstraßen zur Stadt blockierte.
Am 19. Januar 1990 sprengte der sowjetische Geheimdienst die Energieversorgung des aserbaidschanischen Fernsehens. Am Abend desselben Tages rückte die 26.000 Mann starke Sowjetarmee mit gepanzerten Fahrzeugen in Baku ein.
Die sowjetischen Soldaten eröffneten das Feuer auf Zivilisten, überrollten Menschen mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen und schossen auf Krankenwagen und Busse. In jener Nacht verloren 130 Zivilisten ihr Leben. Die Sowjetarmee intervenierte auch in anderen Regionen wie Neftçala und Lenkeran, wo es zu Unruhen gekommen war.
Insgesamt kamen 150 aserbaidschanische Zivilisten ums Leben, 744 Menschen wurden verletzt und 400 Personen festgenommen.
Die sowjetische Führung verhängte den Ausnahmezustand über Baku und brachte die Stadt unter ihre Kontrolle. Dennoch ging die aserbaidschanische Bevölkerung erneut auf die Straße, um ihrer Märtyrer zu gedenken.
Die Märtyrer wurden an derselben Stelle beigesetzt wie die Aserbaidschaner, die am 31. März 1918 bei armenischen Angriffen ums Leben gekommen waren. An der Beisetzungszeremonie nahmen etwa 1 Million Menschen teil.
Das Massaker vom Schwarzen Januar zerstörte das Vertrauen der aserbaidschanischen Bevölkerung in die sowjetische Führung vollständig. Dieses Ereignis beschleunigte den Prozess der aserbaidschanischen Unabhängigkeit und reihte sich in die Kette nationalistischer Aufstände ein, die eine entscheidende Rolle beim Zusammenbruch der Sowjetunion spielten.
Nachrichtenquelle : 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Junges Paar stirbt bei Absturz mit Geländewagen 15 Meter in die Tiefe
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu