Hamas-Führungskader Hamdan: „Die USA sind für die Massaker im Gazastreifen verantwortlich“
Osama Hamdan, ein hochrangiger Hamas-Funktionär, äußerte sich bei einer Pressekonferenz in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen.
Hamdan erklärte, dass die US-Regierung für alle täglichen Massaker verantwortlich sei, die Israel im Gazastreifen verübt, insbesondere nachdem sie Israel grünes Licht gegeben habe.
Hamas-Funktionär Hamdan sagte: „Unsere Botschaft an die US-Regierung: Wir sagen dem US-Präsidenten Joe Biden und seiner Regierung, dass Sie den Traum von einer Verwaltung Gazas nach dem Angriff aufgeben müssen. Der Widerstand und unser Volk werden siegreich sein. Lernen Sie aus Ihren früheren Lektionen im Nahen Osten und anderswo.“
Hamdan betonte, dass die Welt und die US-Bevölkerung die „wiederholte Behauptung, dass trotz des Drängens Israels kein humanitärer Waffenstillstand erreicht werden könne“, zunehmend als eine Art Täuschung und Verzögerungstaktik betrachteten, um Israel mehr Zeit für weitere Massaker zu verschaffen. Er wies darauf hin, dass das Gebot der Stunde sei, „auf ein sofortiges Ende der Angriffe auf das palästinensische Volk hinzuarbeiten“.
An den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu gerichtet, sagte Hamdan: „Die Ausländer (Geiseln) werden freigelassen werden; wie wir bereits sagten, sind sie Gäste, aber ihre Sicherheit erfordert die Gewährleistung entsprechender Feld- und Sicherheitsbedingungen. Was Ihre Soldaten betrifft, so wissen Sie, welchen Preis das hat.“
Bezüglich der Behauptungen Israels, die Hamas habe „Tunnel und Kommandozentralen unter Krankenhäusern im Gazastreifen gebaut“, wiederholte Hamdan seine Forderung an die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, Delegationen in alle Krankenhäuser in Gaza zu entsenden, um sich davon zu überzeugen, dass sich dort keine Hamas-Führer aufhalten.
„KEIN ZUGANG ZU SAUBEREM TRINKWASSER“
Basim Naim, ebenfalls ein Hamas-Funktionär, warnte auf der Pressekonferenz vor der anhaltenden humanitären Krise in Gaza und sagte: „Im blockierten Gaza gibt es zu über 90 Prozent kein sauberes Trinkwasser. Die Palästinenser konsumieren verschmutztes oder salzhaltiges Wasser.“
Naim erklärte, dass die palästinensische Bevölkerung, die gezwungen sei, verschmutztes Wasser zu trinken oder Meerwasser zu nutzen, anfällig für Krankheiten und Epidemien geworden sei.
Naim machte das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) und dessen Führung, die sich den Diktaten der Besatzungsmächte beuge, für die humanitäre Katastrophe in Gaza, insbesondere im nördlichen Teil, verantwortlich. Er erklärte, dass das UNRWA, das verpflichtet sei, mehr als 70 Prozent von Gaza zu schützen, seine Verantwortung gegenüber Hunderttausenden Flüchtlingen aufgegeben habe und sie von grundlegenden Bedürfnissen wie Wasser, Nahrung, Medikamenten und Unterkunft abschneide.
Naim bezeichnete diese Haltung des UNRWA als Komplizenschaft mit den „Besatzungsmächten“ und stellte fest, dass diese Institution für die rechtlichen, humanitären und moralischen Folgen der Ereignisse vor der Welt und der Geschichte verantwortlich sei.
Naim appellierte an die Vereinten Nationen (UN) und die internationale Gemeinschaft: „Es ist beschämend, zuzulassen, dass einem ganzen Volk das Wasser abgedreht wird und Wasser als Erpressungsmittel genutzt wird, um Menschen zur Flucht aus ihren Häusern zu zwingen.“
Naim berichtete, dass Israel gezielt Bäckereien bombardiert und eine Politik des Aushungerns gegen die Bevölkerung in der Region, insbesondere in den Städten Gaza und Nord-Gaza, betreibt.
Er erklärte, dass alle Bäckereien in diesen Gebieten bombardiert und die Solarpaneele auf Häusern und Bäckereien gezielt angegriffen wurden. Naim teilte mit, dass 900.000 Menschen im Norden Gazas vor einer humanitären Katastrophe und dem Risiko einer Hungersnot stünden.
Naim appellierte an die internationale Gemeinschaft, sich den israelischen Zumutungen, die gegen internationales Recht und Verträge verstießen, nicht zu beugen, und sagte:
„Wir rufen die zivilisierte Welt auf. Wie lange wollen Sie noch zu dem Verbrechen der kollektiven Bestrafung schweigen, das der zionistische Feind an einem ganzen Volk verübt? Ist das kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Es müssen dringend praktische Schritte unternommen werden, um die Blockade der Bevölkerung, insbesondere in den nördlichen Gebieten Gazas, zu brechen.“
An die islamische und arabische Welt gerichtet, beklagte Naim: „Wie lange sollen sich die humanitären Hilfsgüter noch vor dem Grenzübergang Rafah stapeln und auf die Genehmigung der Besatzungsmächte warten? Wann wird Ihr Wille über den Willen der Besatzung siegen?“
„ES MÜSSEN KOLLEKTIVE UND KLARE ENTSCHEIDUNGEN GETROFFEN WERDEN“
Naim forderte zudem, dass auf den für das Wochenende in Saudi-Arabien geplanten Gipfeltreffen der Arabischen Liga und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) „kollektive und klare Entscheidungen“ getroffen werden, die Israel dazu zwingen, die Grenzübergänge zu öffnen und den Zugang für humanitäre und medizinische Hilfe sowie Treibstoff zu ermöglichen.
Saudi-Arabien bereitet sich darauf vor, zwei außerordentliche Gipfeltreffen auszurichten, bei denen die Entwicklungen im Gazastreifen unter israelischen Angriffen erörtert werden sollen.
Die Arabische Liga hatte bekannt gegeben, dass auf Wunsch Saudi-Arabiens und Palästinas die Angriffe Israels auf den Gazastreifen beraten werden sollen. Der außerordentliche Arabische Gipfel unter saudischem Vorsitz findet am Samstag, den 11. November, statt.
Die OIC hatte ebenfalls erklärt, dass die islamischen Länder am Sonntag, den 12. November, in der saudischen Hauptstadt Riad zu einem außerordentlichen Gipfel zusammenkommen werden, um die Angriffe Israels auf das palästinensische Volk zu erörtern.
Die Hamas hatte heute bekannt gegeben, dass bei den Kämpfen im blockierten Gaza ein israelischer Oberst, der auf „Ortskampf“ spezialisiert war und der Spezialeinheit „Schaldag“ angehörte, getötet wurde.
Die israelische Armee hatte ihrerseits mitgeteilt, dass bei den Bodenkämpfen im Gazastreifen, den sie unter Verschärfung der Blockade ununterbrochen bombardiert, ein weiterer Soldat getötet und vier weitere schwer verletzt wurden.
Nachrichtenquelle: AA
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