Israel bereitet Operation in Rafah vor: USA warnen vor „Katastrophe“
Die US-Regierung hat vor möglichen israelischen Militäroperationen in Rafah gewarnt und erklärt, dass eine solche Operation „eine Katastrophe“ wäre und von ihr nicht unterstützt werde.
John Kirby, Koordinator für strategische Kommunikation des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, bewertete bei einer täglichen Pressekonferenz die aktuelle Lage im Gazastreifen sowie die mögliche israelische Operation in Rafah.
„EINE MILITÄROPERATION IN RAFAH WÄRE EINE KATASTROPHE“
Kirby erinnerte daran, dass Hunderttausende Menschen, die in den Süden des Gazastreifens gedrängt wurden, auf engstem Raum zusammengepfercht sind, und äußerte sich wie folgt:
„Wir haben keine Pläne gesehen, die darauf hindeuten, dass (Israel) unmittelbar oder in naher Zukunft militärische Operationen im Gebiet Rafah beginnen wird. Die Palästinenser finden in und um Rafah Schutz. Es gibt dort eine große Anzahl vertriebener Menschen. Militäroperationen gegen diese Menschen (in Rafah) wären zum jetzigen Zeitpunkt eine Katastrophe, und das ist nichts, was wir unterstützen würden.“
Auch der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Vedant Patel, beantwortete Fragen zum selben Thema und betonte, dass die Biden-Regierung eine Militäroperation in Rafah nicht unterstütze.
Patel erklärte bei einer Pressekonferenz im Ministerium: „Eine ungeplante Operation in diesem Gebiet, in das mehr als 1 Million Menschen geflüchtet sind, wäre eine Katastrophe.“
ISRAEL SIGNALISIERT „ANGRIFF AUF RAFAH“
Im Gazastreifen, wo etwa 2,3 Millionen Menschen leben, wurden rund 1,9 Millionen Palästinenser zwangsvertrieben. Ein Großteil der Vertriebenen hat in der Stadt Rafah an der ägyptischen Grenze im Süden des Gazastreifens Zuflucht gesucht.
Die Bevölkerung von Rafah, in der vor den israelischen Angriffen etwa 280.000 Menschen lebten, ist bis heute auf über 1,2 Millionen angewachsen, was einem Anstieg um mehr als das Vierfache entspricht.
Da es an ausreichendem Wohnraum mangelt, kämpft die große Mehrheit dieser Palästinenser in Lagern aus behelfsmäßigen Zelten ums Überleben.
Die israelische Regierung signalisiert nun, dass sie auch Rafah angreifen wird.
Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant hatte am 1. Februar bei einem Besuch israelischer Truppen in der Region Chan Yunis im Gazastreifen erklärt, dass sie ihre Bodenangriffe auf die Stadt Rafah an der ägyptischen Grenze ausweiten würden.
Auch Premierminister Benjamin Netanjahu hatte am 4. Februar angedeutet, dass sie einen Bodenangriff auf die Stadt Rafah starten würden.
Israelische Streitkräfte nehmen die Stadt Rafah häufig mit Luftangriffen ins Visier. Es wird befürchtet, dass Zivilisten im Gazastreifen keinen Ort mehr haben werden, an den sie flüchten können, sollte Israel einen Bodenangriff auf die Stadt Rafah starten.
Nachrichtenquelle: AA
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