Israel greift trotz IGH-Entscheidung erneut Rafah an: 12 Tote
Die Angriffe Israels auf die Stadt Rafah im Gazastreifen dauern trotz der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) an. Berichten zufolge kamen bei einem israelischen Luftangriff auf die Stadt mindestens 12 Palästinenser ums Leben.
Israels Angriffe auf Rafah im Süden des Gazastreifens dauern trotz der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (IGH), die militärischen Operationen und Angriffe unverzüglich einzustellen, weiter an. Bei einem Luftangriff der israelischen Streitkräfte auf Rafah kamen gestern mindestens 12 Palästinenser ums Leben.
Wie Reuters berichtet, setzte Israel seine Angriffe auf Rafah fort, nachdem es gestern die 'Pufferzone' zwischen Ägypten und Rafah eingenommen hatte. Gesundheitsbehörden in Gaza meldeten, dass bei den israelischen Angriffen mindestens 12 palästinensische Zivilisten getötet wurden und es zudem Verletzte gab.
Das palästinensische Telekommunikationsunternehmen Jawa gab bekannt, dass die Kommunikationsdienste in Rafah nach den israelischen Angriffen unterbrochen wurden.
Bei einem Luftangriff auf das Flüchtlingslager Al-Schati westlich der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens kam ebenfalls eine Person ums Leben.
Die israelische Armee gab zudem den Tod von zwei weiteren Soldaten im Gazastreifen bekannt.
'ANTRAG AUF HAFTBEFEHL IST WAHNSINN'
Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu äußerte sich in einem Interview mit dem französischen Sender LCI zu dem Antrag des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag, Karim Khan, einen Haftbefehl gegen ihn zu erlassen.
Unter Verweis darauf, dass der Chefankläger auch Haftbefehle gegen Hamas-Führer beantragt hat, bezeichnete Netanyahu den Antrag als 'Wahnsinn'. Er behauptete, der IStGH-Chefankläger ziehe eine 'falsche Gleichsetzung zwischen den Hamas-Führern und den demokratisch gewählten Führern Israels'.
Wie die Nachrichtenagentur AA berichtet, bestritt Netanyahu die Vorwürfe des Gerichts, es gebe eine 'Politik des Aushungerns von Zivilisten'. Er behauptete, die von Khan gegen ihn vorgebrachten Gründe seien 'erfunden' und man tue 'alles', um eine Hungersnot in Gaza zu verhindern.
PROTESTE GEGEN NETANYAHU
Auf die Frage nach zivilen Opfern in Gaza behauptete Netanyahu, die zivilen Opferzahlen in Gaza seien im Vergleich zu militärischen Verlusten 'die niedrigsten Raten, die man in modernen Stadtkriegen sieht'. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu kritisierte die weltweiten Proteste gegen Israel und warf den Aktivisten vor, auf die 'Demokratie Israels' abzuzielen.
Bezüglich der Frage, ob sie einen palästinensischen Staat anerkennen würden, behauptete Netanyahu, Palästina werde kein 'friedlicher Staat' sein und erklärte: "Wenn man ihnen jetzt einen Staat gibt, wäre das die größtmögliche Belohnung für Terroristen."
Auf die Frage nach einer israelischen Besatzung des Gazastreifens antwortete Benjamin Netanyahu: "Ich weiß nicht, ob es notwendig sein wird, Gaza zu besetzen, aber wir müssen jederzeit in der Lage sein, dort einzudringen, um die Terroristen zu stoppen."
Während der Ausstrahlung des Netanyahu-Interviews versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Fernsehgebäude, um dagegen zu protestieren, dass Netanyahu eine Plattform für 'Propaganda' geboten wurde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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