Israel zieht angebliche Völkermord-Resolution von der Parlamentsagenda: Dieses Land hat interveniert
Die Entscheidung der israelischen Regierung, die Ereignisse von 1915 als „Völkermord“ anzuerkennen und dem Parlament vorzulegen, wurde infolge intensiver diplomatischer Bemühungen Aserbaidschans ausgesetzt. Die Abstimmung und der Prozess sind Gegenstand unterschiedlicher Bewertungen.
Es wurde bekannt, dass die israelische Regierung im vergangenen Monat zwar einstimmig beschlossen hatte, die Ereignisse von 1915 als „Völkermord“ anzuerkennen, dieser Beschluss jedoch nicht in das Parlament (Knesset) eingebracht wurde. Es heißt, dass die diplomatischen Bemühungen Aserbaidschans maßgeblich zum Stopp des Prozesses beigetragen haben. Berichten in israelischen Medien zufolge soll Hikmet Hacıyev, außenpolitischer Berater des aserbaidschanischen Präsidenten İlham Aliyev, direkten Kontakt zum Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu aufgenommen haben. Nach diesen Initiativen sollen die Behörden Baku darüber informiert haben, dass das Thema nicht auf die Tagesordnung der Knesset gesetzt und in dieser Legislaturperiode nicht zur Abstimmung gebracht werde.
Es wird behauptet, dass Netanjahu persönlich in den Prozess eingegriffen und die von Außenminister Gideon Sa'ar geleiteten Vorbereitungen gestoppt habe.
DEMENTI AUS ISRAEL
In einer Erklärung des Büros des israelischen Außenministers Gideon Sa'ar, die als Reaktion auf die Berichte über eine verhinderte Abstimmung veröffentlicht wurde, wurden die Meldungen dementiert. Es hieß: „Die Regierungsentscheidung zur Anerkennung des Völkermords wurde einstimmig angenommen. Diese Entscheidung wird nicht geändert; das ist die wichtige und historische Wahrheit.“ In der Erklärung wurde jedoch nicht weiter erläutert, warum der Entwurf nicht auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt wurde.
In aserbaidschanischen Medien wurde hingegen berichtet, dass der diplomatische Druck der Regierung Wirkung gezeigt habe und das entsprechende Vorhaben auf Eis gelegt worden sei. Die in Aserbaidschan ansässige Nachrichtenseite Haqqin.az meldete, dass die israelische Seite die Bedenken Bakus berücksichtigt und Maßnahmen ergriffen habe, um das Vorhaben zu stoppen.
SCHARFE STELLUNGNAHME AUS ASERBAIDSCHAN
Nachdem Israel im vergangenen Monat die Regierungsentscheidung bekannt gegeben hatte, reagierte die aserbaidschanische Führung schnell und scharf. Das aserbaidschanische Außenministerium bezeichnete die Anerkennung der Ereignisse von 1915 als „Völkermord“ als „Verzerrung historischer Fakten“ und warnte davor, dass solche politischen Schritte die Spaltung in der Region vertiefen und sich negativ auf die Friedensbemühungen auswirken könnten.
Das Ministerium forderte zudem eine Überprüfung der Entscheidung und betonte, dass Bewertungen, denen es an einer rechtlichen und akademischen Grundlage fehle, die Spannungen in den internationalen Beziehungen verschärfen könnten.
Im weiteren Verlauf zeigte sich, dass das Thema vor der Sommerpause nicht auf die Tagesordnung der Knesset gesetzt wurde. Es wurde erneut deutlich, dass die Kontakte zwischen Israel und Aserbaidschan eine Schlüsselrolle bei der Aussetzung des umstrittenen Entwurfs spielten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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