Italien debattiert über Verbot von sozialen Medien für Kinder: Regierung wird aktiv
In Italien steht ein Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen und sozialen Medien für Kinder zur Debatte.
In Italien hat eine von einer Gruppe von Experten und Künstlern initiierte Kampagne, die ein Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen und sozialen Medien für Kinder einer bestimmten Altersgruppe fordert, Unterstützung von der Regierung erhalten. Bildungsminister Giuseppe Valditara kündigte an, die Verbotskampagne zu unterstützen.
Die in Italien gestartete Unterschriftenaktion, die darauf abzielt, Kindern die Nutzung von Smartphones und den Besitz von Social-Media-Konten zu untersagen, hat zu hitzigen Debatten geführt.
PROMINENTE HABEN KAMPAGNE FÜR VERBOTSENTSCHEIDUNG GESTARTET
Berichten der italienischen Presse zufolge wird die von dem Pädagogen Daniele Novara und dem Psychotherapeuten Alberto Pellai initiierte Unterschriftenaktion, die durch eine gesetzliche Regelung den Besitz von Mobiltelefonen für Kinder unter 14 Jahren sowie die Erstellung von Profilen in sozialen Netzwerken für Kinder unter 16 Jahren verhindern will, auch von bekannten Persönlichkeiten Italiens unterstützt.
Neben der Regisseurin Paola Cortellesi haben sich auch italienische Schauspieler wie Alba Rohrwacher, Stefano Accorsi und Luca Zingaretti der Kampagne angeschlossen und argumentiert, dass Kinder vor Mobiltelefonen und sozialen Medien geschützt werden müssen.
Auch Bildungsminister Valditara aus der rechten Koalitionsregierung erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA, dass er sich dem Vorstoß der prominenten Namen anschließe.
Valditara sagte: 'Dies ist eine Haltung, die international immer mehr geteilt wird. Der Schaden, der durch die frühzeitige Nutzung von Mobiltelefonen und sozialen Netzwerken verursacht wird, ist mittlerweile für jeden deutlich sichtbar.'
JUGEND- UND SPORTMINISTER REAGIERT AUF VERBOTSKAMPAGNE
Trotz dieser Ansicht von Valditara erklärte Jugend- und Sportminister Andrea Abodi in einem Beitrag in den sozialen Medien, dass ein Verbot nicht der richtige Weg sei und das Thema durch Dialog angegangen werden müsse.
Der Pädagoge Novara, einer der Initiatoren des Themas, stellte in einem Interview mit der Zeitung La Repubblica fest, dass die Situation bezüglich der Nutzung von Mobiltelefonen und sozialen Medien durch Kinder außer Kontrolle geraten sei. Um dies zu belegen, reiche ein Blick auf den Anstieg der Fälle von Lernschwierigkeiten in bedeutenden Studien aus.
Novara betonte, das beängstigendste Problem sei die soziale Isolation von Kindern und Jugendlichen.
Eine gestern in La Repubblica veröffentlichte Studie ergab zudem, dass 47 Prozent der 11- bis 19-Jährigen täglich mehr als 5 Stunden mit Internetanwendungen verbringen; im Jahr 2020 lag dieser Anteil noch bei 30 Prozent.
Der italienische Bildungsminister Valditara hatte im Juli in einer Erklärung bekannt gegeben, dass er ein Rundschreiben unterzeichnet habe, das ab dem neuen Schuljahr die Nutzung von Smartphones in Klassenzimmern für jeden Zweck, einschließlich Bildungszwecken, bis zur Mittelschule verbietet.
Nachrichtenquelle: AA
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