Italienischer Journalist: 'Mehr als die Hälfte aller Staatsbürgerschaftsverkäufe weltweit stammen aus der Türkei'
Es wurde behauptet, dass die Türkei für mindestens die Hälfte aller weltweit durchgeführten Verfahren zur 'Vergabe der Staatsbürgerschaft durch Immobilienverkauf' verantwortlich ist.
Der italienische Journalist Marco D'eramo argumentierte in einem am 15. Dezember in der renommierten britischen Politikzeitschrift New Left Review veröffentlichten Artikel, dass "mehr als die Hälfte der weltweit durchgeführten Staatsbürgerschaftsverkäufe aus der Türkei stammen".
IRAKISCHE, AFGHANISCHE, PALÄSTINENSISCHE UND ÄGYPTISCHE STAATSANGEHÖRIGE
In dem Artikel wurde dargelegt, dass die Türkei zu den 20 stärksten Volkswirtschaften der Welt gehöre und "Istanbul wohlhabenden Expatriates exzellente Lebensbedingungen biete".
In der Analyse wurde darauf hingewiesen, dass bei der als "Goldenes Visum" bekannten Praxis des Staatsbürgerschaftsverkaufs die Anträge für einen türkischen Pass in der ersten Phase hauptsächlich von irakischen, afghanischen, palästinensischen und ägyptischen Staatsangehörigen stammten. Mit der Pandemie und dem von Russland erklärten Krieg seien auch ukrainische und pakistanische Staatsbürger hinzugekommen.
BETONUNG DES WERTVERLUSTS DER TÜRKISCHEN LIRA
D'eramo schrieb, dass auch wohlhabende Iraner ein großes Interesse an der "Goldenes Visum"-Praxis der Türkei zeigten. Es wurde darauf hingewiesen, dass die visumfreie Einreise für Iraner in die Türkei sowie der Wertverlust der Türkischen Lira dabei eine wichtige Rolle spielten. Es wurde behauptet, dass Iraner jährlich durchschnittlich 10.000 Immobilien in der Türkei erwerben.
Nach Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) kauften im November Russen die meisten Immobilien. In den am 15. Dezember veröffentlichten Daten wurde berichtet, dass russische Staatsbürger 637, Iraner 234, Ukrainer 128 und Kasachen 117 Immobilien erwarben.
Der Journalist erinnerte zudem daran, dass die Türkei von der Europäischen Union 6 Milliarden Euro an Mitteln erhalten habe, um den Übergang von Migranten, insbesondere syrischer und afghanischer Herkunft, nach Europa zu verhindern.
D'eramo verwies in seinem Artikel häufig auf die im September veröffentlichte Studie "The Golden Passport" (Der goldene Pass) der Akademikerin Kristin Surak, die zu Staatsbürgerschaftsverkäufen forscht. Der Journalist nannte jedoch keine offene Quelle für die Daten, die er bezüglich der Türkei verwendete.
Nachrichtenquelle: 12punto
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