Kaja Kallas warnt vor Verhandlungen für die Ukraine
Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, bezeichnete die Debatte um die Vertretung bei möglichen Friedensgesprächen zum Ukraine-Russland-Krieg als russische Manipulation und betonte, dass der Fokus von den Personen auf strategische Themen verlagert werden müsse.
Die Außenminister der Europäischen Union trafen sich zu einem informellen Treffen in Limassol, Zypern, um kritische Entwicklungen in der Region zu erörtern. Die EU-Hohe Vertreterin Kaja Kallas beantwortete am Rande des Treffens Fragen von Journalisten und äußerte sich dabei eindringlich sowohl zur Instabilität im Nahen Osten als auch zu möglichen Verhandlungsprozessen mit Russland. Kallas betonte insbesondere, dass die Diskussionen darüber, wer Europa am Verhandlungstisch vertreten solle, eine "Falle" seien, und unterstrich, dass die Union geschlossen agieren müsse.
THEMEN SIND WICHTIGER ALS PERSONEN
Kallas erklärte, dass die Debatten darüber, wer am Verhandlungstisch sitzen werde, ein von Russland gewünschtes Terrain seien und dazu dienten, die Aufmerksamkeit Europas abzulenken. Kallas erinnerte daran, dass Russland versuche, die Union durch den Versuch, sich seine Gesprächspartner auszusuchen, zu spalten, betonte jedoch, dass Verhandlungen eine Teamarbeit seien. Die Hohe Vertreterin verwies auf die Bedeutung einer Strategie, die Rollen wie „Good Cop, Bad Cop“ beinhaltet, und stellte klar, dass es nicht darum gehe, wer am Tisch sitze, sondern welche Themen verteidigt würden. Auf die Frage, ob sie selbst die Chefunterhändlerin sein werde, antwortete sie, dass man sich eher auf die gemeinsame Stärke Europas als auf individuelle Rollen konzentrieren müsse.
RUSSISCHE TRUPPEN MÜSSEN SICH AUS NACHBARLÄNDERN ZURÜCKZIEHEN
Kallas teilte ihre Ansichten zum Umfang eines möglichen Friedensabkommens und erklärte, dass Russland nicht nur in der Ukraine, sondern in der gesamten Region zum Völkerrecht zurückkehren müsse. Sie betonte, dass es für die Sicherheitsinteressen Europas von entscheidender Bedeutung sei, dass die russischen Truppen, die sich in Ländern wie Georgien und Moldau befinden, aus diesen Gebieten abgezogen werden. Kallas argumentierte zudem, dass Russland bei Themen wie Wahleinmischung und der Verletzung von Souveränitätsrechten einen Rückzieher machen müsse und dass jede militärische Beschränkung, die von der Ukraine gefordert werde, auf der Grundlage der Gegenseitigkeit auch auf die russische Seite übertragen werden müsse.
STRASSE VON HORMUS UND GLOBALE WIRTSCHAFTLICHE KOSTEN
Kallas ging auch auf die Spannungen im Nahen Osten ein und sagte, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Region ein vorrangiges Thema bei den Gesprächen mit Vertretern aus Indien und Saudi-Arabien gewesen sei. Kallas wies darauf hin, dass sich die Straße von Hormus derzeit an einem unsicheren Punkt zwischen Krieg und Frieden befinde, und erinnerte daran, dass die mangelnde Sicherheit in dieser Region für die ganze Welt sehr hohe Kosten verursache. Sie bekräftigte erneut, dass Europa sowohl für seine eigene Sicherheit als auch für seine wirtschaftlichen Interessen eine aktive und geeinte Diplomatie bei der Lösung dieser Krisen betreiben müsse.
Nachrichtenquelle: 12punto
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