Konfessionelle Konflikte in Syrien entflammt
In der im Süden Syriens gelegenen Provinz Suwaida haben sich Ereignisse, die mit der Entführung eines drusischen Händlers begannen, zu heftigen Zusammenstößen zwischen drusischen Gruppen und sunnitischen Beduinenstämmen entwickelt. In den letzten 24 Stunden kamen mindestens 50 Menschen ums Leben.
In der Provinz Suwaida eskalierte die konfessionelle Spannung, nachdem ein drusischer Händler an einem Kontrollpunkt der Beduinen entführt worden war. Dieser Vorfall führte zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen drusischen Gemeinschaften und sunnitischen Beduinenstämmen. Die Kämpfe breiteten sich vom Zentrum Suwaidas bis in die ländlichen Gebiete aus.
Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass in den letzten 24 Stunden mindestens 50 Menschen getötet wurden. Unter den Todesopfern befinden sich 10 Mitglieder von Beduinenstämmen, 34 drusische Kämpfer und 6 Angehörige der syrischen Armee.
Syrische Medien und lokale Quellen gaben an, dass Gruppen, die den Beduinenstämmen nahestehen, Angriffe auf drusische Dörfer verübt hätten. Das syrische Verteidigungsministerium kündigte an, Sicherheitskräfte in die Region entsandt zu haben, um die Spannungen unter Kontrolle zu bringen. Dieser Eingriff stieß jedoch auf den Widerstand der drusischen Gemeinschaft.
Das syrische Innenministerium erklärte, dass die Krise aufgrund der „Abwesenheit offizieller Institutionen“ eskaliert sei und die Sicherheitslücke die Spannungen verschärft habe. Das Ministerium betonte, dass die Kämpfe sofort beendet werden müssten. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Armee in der Region stationiert sei, um die Zusammenstöße schnell und entschlossen aufzulösen.
Die geistliche Führung der unitarischen drusischen Muslime, die höchste religiöse Autorität der drusischen Gemeinschaft, kritisierte das Eingreifen der syrischen Sicherheitskräfte scharf. In der Erklärung wurde behauptet, dass drusische Dörfer unter dem Vorwand der „Gewährleistung der Sicherheit“ bombardiert würden und Beduinengruppen mit schweren Waffen und unbemannten Luftfahrzeugen unterstützt würden.
In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen, wie Gruppen, die angeblich dem drusischen geistlichen Führer Scheich Hikmat al-Hidschri unterstehen, syrisches Armee- und Sicherheitspersonal festsetzen und körperlich gegen sie vorgehen. Diese Aufnahmen wurden jedoch bisher nicht von unabhängigen Quellen bestätigt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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