Korruptionsvorwürfe in Spanien: Ehefrau von Pedro Sánchez im Visier der Ermittlungen
Begoña Gómez, die Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten, steht wegen des Vorwurfs der Veruntreuung öffentlicher Mittel zu persönlichen Zwecken unter Ermittlung. Ein Gericht wird entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt.
Ein Korruptionsvorwurf, der für erhebliche Unruhe im spanischen politischen Leben sorgt, rückt Begoña Gómez, die Ehefrau von Ministerpräsident Pedro Sánchez, in den Mittelpunkt. Das zuständige Gericht gab nach einer zweijährigen Untersuchung bekannt, dass ausreichende Beweise vorlägen, um ein Verfahren gegen Gómez zu eröffnen.
WAS SIND DIE VORWÜRFE?
Wie BBC Türkçe berichtet, umfassen die gegen Gómez erhobenen Vorwürfe unter anderem den Missbrauch ihres Einflusses zur Förderung ihrer persönlichen Karriere an der Complutense-Universität Madrid, die Zuweisung öffentlicher Gelder für persönliche Ziele, Korruption bei Handelsgeschäften sowie die Veruntreuung von Geldern. Das Gericht wird diese Anschuldigungen prüfen und in den kommenden Tagen darüber entscheiden, ob ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird.
AUSGANGSPUNKT DER ERMITTLUNGEN
Der Name Gómez war vor einigen Jahren durch ein Strafverfahren in die Schlagzeilen geraten. Die Ermittlungen wurden durch eine Anzeige der regierungsnahen, rechtsextremen zivilgesellschaftlichen Gruppe Manos Limpias (Saubere Hände) ausgelöst. Es ist bekannt, dass der Anführer der Gruppe, Miguel Bernad, bereits in der Vergangenheit andere Politiker mit ähnlichen Vorwürfen ins Visier genommen hat, wobei die meisten dieser Anzeigen bisher ergebnislos blieben.
VORWURF DES „EINFLUSSMISSBRAUCHS“
Gómez steht insbesondere deshalb in der Kritik, weil sie ihren Status als Ehefrau des Ministerpräsidenten als Vorteil genutzt haben soll, um eine Führungsposition in einem renommierten Betriebswirtschaftsprogramm an einer Madrider Universität zu erhalten. Der ermittelnde Richter behauptete, sie erfülle nicht die erforderlichen Kriterien für diese Position.
SÁNCHEZ: „POLITISCHE OPERATION“
Während all dieser Debatten weist Begoña Gómez die Vorwürfe entschieden zurück. Ministerpräsident Pedro Sánchez argumentiert, dass es sich bei dem Prozess um einen „Versuch der Rechten handelt, die Koalitionsregierung zu erschüttern und ihn über seine Ehefrau zu schwächen“. Zu Beginn der Ermittlungen hatte Sánchez erklärt, er lege eine fünftägige Arbeitspause ein, um „gegen die Versuche der extremen Rechten, die Politik zu vergiften“, zu protestieren.
ENTWICKLUNG WÄHREND DES CHINA-BESUCHS
Es wurde berichtet, dass sich Gómez und Pedro Sánchez während der laufenden Ermittlungen im Rahmen eines offiziellen Besuchs in China aufhielten.
WEITERE VORWÜRFE GEGEN DIE REGIERUNG
Unterdessen sieht sich die spanische Regierung in jüngster Zeit mit weiteren Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Gegen David Sánchez, den Bruder von Ministerpräsident Sánchez, läuft ein separates Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts, dass er seine Position genutzt habe, um eine Stelle in einer lokalen Verwaltung zu erhalten. Zudem wird der ehemalige Verkehrsminister José Luis Ábalos beschuldigt, während der Pandemie bei der Lieferung von Schutzausrüstung an den öffentlichen Sektor korrupt gehandelt zu haben, und steht in diesem Zusammenhang vor Gericht.
Sánchez ist seit 2018 Vorsitzender der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) und bekleidet das Amt des Ministerpräsidenten des Landes.
Nachrichtenquelle: 12punto
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