Mutter eines im Gazastreifen verstorbenen israelischen Geisels rebelliert gegen den Staat
Yael Adar, die Mutter eines israelischen Geisels, dessen Tod im Gazastreifen gestern bekannt gegeben wurde, erklärte: "Wenn der Staat funktionieren würde, wäre mein Sohn gerettet worden."
Laut einem Bericht der Zeitung Times of Israel kritisierte die Mutter des israelischen Geisels Tamir Adar die israelischen Behörden, die behaupteten, ihr Sohn sei bei den Hamas-Angriffen am 7. Oktober getötet worden.
"WENN DER STAAT FUNKTIONIEREN WÜRDE, WÄRE MEIN SOHN GERETTET WORDEN"
Im Gegensatz zur Darstellung der israelischen Regierung erklärte Mutter Adar, dass Tamir bei dem Angriff am 7. Oktober verletzt worden sei und nach seiner Verschleppung in den Gazastreifen aufgrund eines Mangels an medizinischer Ausrüstung ums Leben gekommen sei. Sie sagte: "Tamir starb, weil keine medizinische Notfallversorgung bereitgestellt werden konnte. Wenn der Staat funktionieren würde, wäre mein Sohn gerettet worden. Das wäre kein Versagen gewesen."
Mutter Adar betonte, dass mit der Behauptung, ihr Sohn sei bereits am 7. Oktober getötet worden, versucht werde, "das Ausmaß des staatlichen Versagens herunterzuspielen".
Adar forderte, dass alle Anstrengungen für die Freilassung der Geiseln unternommen werden müssten. Sie sagte: "Alles muss jetzt getan werden, damit die Geiseln lebend freikommen. Bevor es auch für sie zu spät ist und man dann wieder schreibt, sie seien am 7. Oktober getötet worden. Wir haben das Wertvollste verloren. Lassen Sie nicht zu, dass andere Familien ihre Liebsten verlieren."
GEISELN KOMMEN BEI ISRAELISCHEN BOMBENANGRIFFEN UMS LEBEN
Tamir Adar, Mitglied des Notfallteams der Region Nir Oz, war am 7. Oktober bei dem Hamas-Angriff zusammen mit seiner Großmutter als Geisel in den Gazastreifen verschleppt worden. Seine Großmutter Yaffa Adar wurde später im November im Rahmen des Abkommens über den gegenseitigen Austausch von Geiseln während der "vorübergehenden humanitären Feuerpause" zwischen der Hamas und Israel freigelassen.
Zuvor war man davon ausgegangen, dass Tamir während der Hamas-Angriffe am 7. Oktober gefangen genommen wurde und im Gazastreifen festgehalten wurde. Die Behörden der Region Nir Oz gaben gestern bekannt, dass Tamir tatsächlich bereits am 7. Oktober gestorben sei.
Dass Israel trotz der Geiseln im Gazastreifen die schweren Bombardierungen der Stadt fortsetzt, stößt bei den Familien der Geiseln auf Wut. Seit Beginn der Angriffe wurde der Tod von 26 der 132 Geiseln im Gazastreifen gemeldet.
Im Gazastreifen, wo die israelischen Streitkräfte die Einfuhr humanitärer Hilfe blockieren, herrscht neben einem Mangel an Grundversorgungsgütern auch ein akuter Mangel an Medikamenten und medizinischem Material.
Nachrichtenquelle: AA
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