Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht: Bis zu 10 Jahre Haft gefordert
Der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat im laufenden Korruptionsprozess vor Gericht ausgesagt. Netanjahu wies die Anschuldigungen gegen ihn zurück und bezeichnete das Verfahren als 'absurd'. Während der Anhörung kam es zu einem Wortgefecht zwischen Netanjahus Anwalt und dem Staatsanwalt.
Der wegen Korruption angeklagte Netanjahu erschien vor Gericht, um sich gegen Vorwürfe wegen 'Bestechlichkeit, Vertrauensbruch und Amtsmissbrauchs' zu verteidigen. In der Anhörung wies der israelische Ministerpräsident die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurück und bezeichnete das Verfahren als 'erfunden' und 'absurd'. Netanjahu beschrieb den Prozess als 'Hölle' und behauptete, der Staatsanwalt habe die Korruptionsvorwürfe aus politischen Gründen erhoben.
Während der Anhörung kam es zu Spannungen zwischen Netanjahus Anwalt und dem Staatsanwalt. Netanjahu beschrieb die Situation mit den Worten: 'Ich werde seit 8 Jahren durch diese Hölle geschleift.' Netanjahu war zuvor dafür kritisiert worden, dass er nicht an früheren Anhörungen teilgenommen hatte. Der Ministerpräsident hatte in der Vergangenheit aus Gründen wie Operationen, diplomatischen Besuchen und Sicherheitsfragen nicht an den Verhandlungen teilgenommen.
Wie die Zeitung Yedioth Ahronoth berichtet, wurde im Jahr 2019 von Israels Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit Anklage gegen Netanjahu in drei separaten Fällen wegen Bestechlichkeit, Vertrauensbruch und Amtsmissbrauchs erhoben. In dem Verfahren wird behauptet, dass Netanjahu dem Telekommunikationsunternehmen Bezeq finanzielle Vorteile verschafft habe, um im Gegenzug eine positive Berichterstattung über sich selbst zu erhalten. Zudem wird ihm vorgeworfen, wertvolle Geschenke vom Hollywood-Produzenten Arnon Milchan und dem australischen Milliardär James Packer angenommen zu haben.
HAT ER SICH IN ZEITUNGEN EINGEMISCHT?
Netanjahu nahm aufgrund einer Sicherheitsangelegenheit, um die er sich kümmern musste, verspätet an der Anhörung teil. Netanjahu wies alle Anschuldigungen zurück und behauptete, unschuldig zu sein. Es wurde bekannt gegeben, dass der Prozess mit drei Anhörungen pro Woche fortgesetzt wird. In der Anklageschrift heißt es, es gebe ausreichende Beweise dafür, dass die Geschenke als Gegenleistung für politische Vorteile an Netanjahu übergeben wurden.
Andererseits wurde in der Anklageschrift festgehalten, dass Netanjahu mit Arnon Mozes, dem Eigentümer der Zeitung Yediot Ahronot, vereinbart habe, die redaktionelle Linie der Zeitung zugunsten der Likud-Partei zu beeinflussen. Dem Abkommen zufolge habe Netanjahu gesetzliche Regelungen vorangetrieben, um die Wettbewerbsfähigkeit der Konkurrenzzeitung Israel Hayom zu schwächen.
Sollte Netanjahu am Ende des Verfahrens schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft. Netanjahu, der erste israelische Ministerpräsident, der während seiner Amtszeit vor Gericht steht, bezeichnete den Prozess als politische Verschwörung.
Nachrichtenquelle: AA
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