Niederlande-Wahl: Wilders' Freiheitspartei laut Nachwahlbefragungen vorn
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in den Niederlanden endete die Stimmabgabe am heutigen Tag um 21:00 Uhr Ortszeit, woraufhin die Auszählung begann. Ersten Informationen zufolge, die sich auf die Nachrichtenagentur Reuters und die BBC stützen, liegt die rechtspopulistische Freiheitspartei (PVV) unter der Führung von Geert Wilders auf dem ersten Platz.
Die Freiheitspartei (PVV) ist auf dem besten Weg zu einem großen Sieg und steigert ihre Sitzzahl von bisher 17 auf 35. Das Bündnis aus der Arbeiterpartei (PvdA) und der Grün-Links-Partei (GL) unter der Führung von Frans Timmermans liegt mit 26 Sitzen auf dem zweiten Platz.
Die Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) unter der Führung von Dilan Yeşilgöz verliert im Vergleich zur Wahl 2021 elf Mandate und landet mit 23 Sitzen auf dem dritten Platz.
Der neuen rechts-zentristischen Partei Neuer Sozialer Vertrag (NSC) unter der Führung von Pieter Omtzigt werden 20 Parlamentssitze zugerechnet.
Es wird erwartet, dass die restlichen 46 Sitze auf kleinere Parteien entfallen. Darunter befindet sich auch die DENK-Partei, die vor allem von Wählern türkischer und marokkanischer Herkunft unterstützt wird und zwei Sitze erhält.
Die Veröffentlichung der Nachwahlbefragungen löste im Wahlkampfquartier von Wilders zunächst Überraschung und anschließend Jubel aus.
PVV-Anhänger, die gegenüber niederländischen Medien Stellung nahmen, äußerten, sie könnten das Ergebnis kaum fassen.
PVV-Chef Geert Wilders verkündete das Ergebnis auf der Social-Media-Plattform X mit der Nachricht „35!“.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán war der erste Regierungschef, der Wilders gratulierte und erklärte: „Die Winde der Veränderung sind da!“
VIER PARTEIEN MÜSSEN SICH FÜR EINE REGIERUNGSBILDUNG ZUSAMMENTUN
Den Nachwahlbefragungen zufolge ist für eine Koalitionsregierung der Zusammenschluss von mindestens vier Parteien erforderlich, doch die bisherigen Erklärungen der politischen Parteien deuten darauf hin, dass dies schwierig werden dürfte.
Abgesehen von kleineren rechtsextremen Gruppierungen stehen die anderen politischen Formationen einer Regierungsbeteiligung mit Wilders skeptisch gegenüber.
Obwohl Dilan Yeşilgöz zu Beginn des Wahlkampfs noch grünes Licht für eine Koalition mit Wilders gegeben hatte, erklärte sie zwei Tage vor der Wahl, dass sie nicht in eine Regierung unter der Führung des rechtspopulistischen Politikers eintreten werde.
Auch die Sozialdemokraten und die NSC unter der Führung von Pieter Omtzigt hatten bereits zuvor erklärt, dass sie keine Regierungspartner von Wilders sein würden.
YEŞİLGÖZ VERLIERT CHANCE AUF DAS PREMIERMINISTERAMT
Den ersten Ergebnissen zufolge schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass Dilan Yeşilgöz die erste weibliche Ministerpräsidentin in der Geschichte der Niederlande wird.
Die VVD unter der Führung von Dilan Yeşilgöz scheint eine der größten Verliererinnen der Wahl zu sein. Die liberalkonservative VVD, die jahrelang die größte Partei der Niederlande war, verliert 11 ihrer 34 Sitze aus dem Jahr 2021.
Die linksliberale Partei Demokraten 66 (D66) verliert ebenfalls 14 ihrer 24 Mandate.
Die christdemokratische Partei (CDA) fällt von 15 auf 5 Sitze zurück.
Die rechtspopulistische Partei Forum für Demokratie (FvD) sinkt von 8 auf 3 Sitze, die Sozialistische Partei von 9 auf 5 Sitze.
Die von Wählern türkischer und marokkanischer Herkunft unterstützte Denk-Partei verliert ebenfalls einen ihrer bisher drei Sitze.
Nachrichtenquelle: 12punto
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