Österreichs Bundeskanzler Nehammer tritt zurück
Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer hat angekündigt, in den kommenden Tagen zurückzutreten, nachdem die Koalitionsverhandlungen gescheitert sind.
In Österreich sind die Koalitionsverhandlungen beendet. Bundeskanzler Karl Nehammer gab bekannt, dass bei den Gesprächen zwischen seiner Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der mitte-links orientierten Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) in grundlegenden Fragen keine Einigung erzielt werden konnte und die Verhandlungen daher abgebrochen wurden.
Nehammer erklärte: „Eine Einigung mit der SPÖ in zentralen Punkten ist nicht möglich. Die ÖVP steht zu ihren Versprechen: Wir werden keine Maßnahmen akzeptieren, die der Sozialhilfe und der Wirtschaft schaden, ebenso wenig wie neue Steuern.
Aus diesem Grund beenden wir die Verhandlungen mit der SPÖ und werden diese nicht fortsetzen“, sagte er und kündigte seinen Rücktritt für die kommenden Tage an.
VERHANDLUNGEN WAREN IN EINE SACKGASSE GERATEN
Bereits gestern hatte die liberale Partei Neos, die an den Koalitionsgesprächen beteiligt war, ihren Rückzug erklärt. Die Neos-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger teilte Bundeskanzler Nehammer, dem sozialdemokratischen Parteichef Andreas Babler sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit, dass ihre Partei die Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung nicht fortsetzen werde. Sie begründete dies damit, dass bei „grundlegenden Reformen“ keine Fortschritte erzielt werden konnten und keine Einigung möglich sei.
RECHTSEXTREME PARTEI WURDE STÄRKSTE KRAFT
Bei den Parlamentswahlen in Österreich am 29. September hatte die rechtsextreme Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) einen historischen Sieg errungen und war erstmals als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Karl Nehammer landete auf dem zweiten Platz, die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) auf dem dritten, die Neos auf dem vierten und die Grünen auf dem fünften Platz. Die im Parlament vertretenen Parteien hatten zuvor erklärt, keine Koalition mit der rechtsextremen FPÖ eingehen zu wollen.
Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte im Oktober den konservativen Bundeskanzler Karl Nehammer mit der Regierungsbildung beauftragt. Nehammer hatte versucht, eine Koalitionsregierung mit den Sozialdemokraten und der liberalen Neos-Partei zu bilden.
Nachrichtenquelle: İHA
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