Putin: Ich halte ein Treffen mit Selenskyj derzeit nicht für sinnvoll
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Friedensgesprächen abgelehnt und erklärt: "Ein Treffen mit Selenskyj könnte erst nach dem Erreichen konkreter Vereinbarungen möglich sein. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich ein Treffen nicht für sinnvoll."
Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg zum anhaltenden Krieg in der Ukraine sowie zum Gesprächsangebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Beendigung des Konflikts. Putin erklärte, er habe den an ihn gerichteten Brief Selenskyjs oberflächlich geprüft und sagte: "Ich habe den Brief gelesen. Der Inhalt enthält einige grobe Elemente. Ist das Ziel, ein Umfeld für Gespräche zu schaffen oder ein Umfeld, in dem diese Gespräche nicht stattfinden können? Kiew fordert einerseits Gespräche, begeht aber andererseits schreckliche Verbrechen wie den Angriff auf Starobelsk. Ein Treffen mit Selenskyj könnte erst nach dem Erreichen konkreter Vereinbarungen möglich sein. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich ein Treffen nicht für sinnvoll."
Im weiteren Verlauf seiner Rede betonte Putin, dass zur Beendigung des Konflikts dauerhafte Abkommen geschlossen werden müssten, und sagte: "Russland braucht keine kurzfristige Unterbrechung des Konflikts, sondern Vereinbarungen, die auf einer langfristigen und historischen Perspektive basieren."
"Wir rücken vor"
Putin, der das Angebot von Wolodymyr Selenskyj zu einem persönlichen Treffen ablehnte, wandte sich auch an die russische Armee: "In diesem Brief wird behauptet, unser Ziel sei die Befreiung des Donbass. Es wird jedoch behauptet, dass dies niemals erreicht werden könne. Weiß Kiew etwa nicht, dass sich seit Anfang dieses Jahres das gesamte Gebiet Luhansk unter russischer Kontrolle befindet? Weiß man in Kiew nicht, dass der von der ukrainischen Armee kontrollierte Bereich in Donezk unter 15 Prozent liegt? Wir rücken vor. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das erreichen werden. Arbeitet weiter, meine Brüder", so Putin.
"Wir liefern weiterhin Uran an den US-Markt"
Bezüglich der wirtschaftlichen Sanktionen westlicher Länder gegen Russland im Ukraine-Krieg argumentierte Putin, dass sie trotz allem nicht von der Weltwirtschaft isoliert seien: "Eine internationale Isolation gegen Russland hat es von Anfang an nicht gegeben. Erst unter Joe Biden gab es diesbezügliche Bemühungen. Wir liefern weiterhin Uran an den US-Markt. Kein Projekt, das im Interesse der USA liegt, wurde gestoppt", erklärte er.
Wladimir Putin fügte hinzu, dass der Kampf um Souveränität in der Welt an Fahrt gewinne: "Der Wettbewerb um Souveränität beschleunigt sich zunehmend, da Länder versuchen, ihren Platz in einer sich schnell verändernden Welt zu sichern. Trotz des schwierigen internationalen Umfelds stärkt Russland seine Souveränität, erweitert seine Partnerschaften und festigt seine Position auf der globalen Bühne", sagte er.
Putin äußerte zudem, dass auf Indien, das gute Handelsbeziehungen zu Russland unterhält, Druck ausgeübt werde, Indien sich diesem jedoch nicht beuge. Er wies zudem darauf hin, dass die Staatsverschuldung Russlands bei 16 Prozent liege, während die Staatsverschuldung in Europa bei etwa 80 Prozent liege.
Nachrichtenquelle: 12punto
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