Razzia im südkoreanischen Präsidentenamt
Im Rahmen der Ermittlungen zu dem gescheiterten Kriegsrecht, das der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol am 3. Dezember verhängt hatte, hat die Polizei eine Razzia im Amtssitz des Präsidenten in der Hauptstadt Seoul durchgeführt.
In Südkorea hat die Polizei im Zuge der Ermittlungen zu dem von Präsident Yoon Suk Yeol am 3. Dezember verhängten Kriegsrecht eine Razzia im Amtssitz des Präsidenten in der Hauptstadt Seoul durchgeführt.
Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, beschränkten sich die Durchsuchungen nicht nur auf das Präsidentenamt; auch im Hauptquartier der Nationalpolizei sowie bei der Polizei der Metropolregion Seoul wurden Ermittlungen eingeleitet.
Diese Entwicklungen folgen auf die Ankündigung des Parlamentspräsidenten Woo Won-shik, dass die Nationalversammlung ihre Befugnisse zur Untersuchung des Kriegsrechts wahrnehmen werde.
Die südkoreanische Nationalversammlung hatte gestern einen Entschließungsantrag angenommen, der die „sofortige“ Festnahme von Präsident Yoon Suk Yeol aufgrund der Ausrufung des Kriegsrechts am 3. Dezember fordert.
AUSRUFUNG DES KRIEGSRECHTS
In einer Erklärung vom 3. Dezember hatte Präsident Yoon Suk Yeol das Kriegsrecht mit der Begründung verhängt, dass „die Opposition an staatsfeindlichen Aktivitäten beteiligt sei“. Diese Entscheidung wurde jedoch durch eine Abstimmung im Parlament aufgehoben und anschließend vom Ministerkabinett offiziell annulliert. Yoon verteidigte das Kriegsrecht mit dem Ziel, „nordkoreanisch gesinnte Gruppen zu eliminieren und die verfassungsmäßigen Freiheiten zu schützen“, und warf der Opposition vor, die Regierungsarbeit zu blockieren.
Nach der Ausrufung des Kriegsrechts wies das Verteidigungsministerium das Militär an, sich zu versammeln und in Alarmbereitschaft zu versetzen. Zudem wurde berichtet, dass Soldaten, die als „Kriegsrechtstruppen“ eingesetzt wurden, in die Nationalversammlung eingedrungen seien. In einer Dringlichkeitssitzung des Parlaments wurde der Antrag auf Aufhebung des Kriegsrechts mit den Stimmen von 190 Abgeordneten angenommen, wodurch das Kriegsrecht seine Gültigkeit verlor.
Yoon gab daraufhin mit Zustimmung des Ministerkabinetts das Ende des Kriegsrechts bekannt. Im Rahmen der Ermittlungen wegen Vorwürfen wie „Hochverrat“, „Versuch eines bewaffneten Aufstands“ und „Amtsmissbrauch“ wurde gegen Yoon ein Ausreiseverbot verhängt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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