Regierung in Deutschland verliert an Rückhalt
Bei den Landtagswahlen in Deutschland haben die regierenden Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen massiv an Boden verloren.
Bei den Landtagswahlen in Deutschland belegten die Christlich-Soziale Union (CSU) in Bayern und die Christlich-Demokratische Union (CDU) in Hessen jeweils den ersten Platz, während die regierenden Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen erhebliche Verluste hinnehmen mussten.
Wie Euronews berichtet, war die rechtsextreme Partei diejenige, die bei den Wahlen, bei denen Themen wie Migration und Wirtschaft im Vordergrund standen, den größten Stimmenzuwachs verzeichnen konnte. In den beiden Bundesländern gibt es insgesamt 14 Millionen wahlberechtigte Bürger.
In Anbetracht der Tatsache, dass ein Fünftel aller deutschen Wähler in diesen beiden Bundesländern lebt, entwickelten sich diese Wahlergebnisse gewissermaßen zu einer Vertrauensabstimmung für die seit zwei Jahren amtierende Koalitionsregierung von Bundeskanzler Olaf Scholz.
Bayern gilt als das größte Bundesland des Landes. In diesem Bundesland mussten alle drei Regierungsparteien Stimmenverluste hinnehmen.
Das meistverkaufte Wochenmagazin des Landes, Der Spiegel, schrieb, dass die Ergebnisse zwei Jahre nach Amtsantritt der Regierung Scholz gewissermaßen als "Halbzeitzeugnis" für die Koalition zu bewerten seien.
Das deutsche Magazin interpretierte die Ergebnisse als "Katastrophe" für die Regierung und kommentierte, dass sich die Koalitionsregierung "von Grund auf erholen müsse, wenn sie in zwei Jahren wiedergewählt werden wolle".
Mitte-Rechts-Parteien gewinnen das Rennen
Laut den Nachwahlbefragungen erreichte die CDU in Hessen mit 35,5 Prozent den ersten Platz und steigerte ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl 2018 um 8,5 Prozentpunkte.
Die beiden Bundesländer gelten als "Hochburgen" der konservativen Parteien im Land.
Im Bundesland Hessen gewinnt die CDU als größte Oppositionspartei seit 24 Jahren die Landtagswahlen, in Bayern ist es die CSU seit 1957.
Bei dieser Wahl wurde die CSU in Bayern mit 37 Prozent der Stimmen erneut stärkste Kraft. Die Stimmenanteile der CSU sanken im Vergleich zur vorangegangenen Wahl um 0,2 Prozentpunkte.
Damit erzielte die CSU das schlechteste Ergebnis der letzten 70 Jahre. Zuvor hatte die CSU bei vielen Wahlen die absolute Mehrheit im Bundesland erreicht.
Rechtsextreme erzielen Sprung in Bayern
Den größten Sprung machte in Bayern die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD). Die AfD steigerte ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Wahl um 4,8 Prozentpunkte und wurde mit 15 Prozent drittstärkste Kraft.
SPD erlebt Debakel mit Verlusten von 3,8 Prozentpunkten in Hessen und 1,2 Prozentpunkten in Bayern
Die SPD, der auch Bundeskanzler Olaf Scholz angehört, erlebte ein Debakel und verlor im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren in Hessen 3,8 und in Bayern 1,2 Prozentpunkte.
Die Spitzenkandidatin der SPD für das Bundesland Hessen war die Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Die SPD konnte in diesem Bundesland 15 Prozent der Stimmen erreichen.
In Berichten der deutschen Medien wurde die Frage aufgeworfen, ob Faeser nach diesen Ergebnissen ihr Amt als Innenministerin aufgeben werde.
Die Stimmenanteile der Grünen sanken im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen in Bayern um 4,3 und in Hessen um 1,6 Prozentpunkte.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) scheiterte in Bayern mit 3 Prozent an der parlamentarischen Hürde, während in Hessen erst nach Auszählung aller Stimmen feststehen wird, ob sie die 5-Prozent-Hürde übersprungen hat.
Wie hoch war die Wahlbeteiligung?
Die Wahlbeteiligung lag in Bayern bei 72,5 Prozent und in Hessen bei 64,5 Prozent.
Es wird erwartet, dass CSU und Freie Wähler (FW) ihre Arbeit fortsetzen
Nach diesen Ergebnissen wird erwartet, dass die derzeitige Regierung aus CSU und den Freien Wählern (FW) in Bayern ihre Arbeit fortsetzt.
Im Bundesland Hessen wird davon ausgegangen, dass die CDU ihre Regierungskoalition mit den Grünen fortsetzen wird. Bei den Wahlen in Bayern erreichte die CSU 37 Prozent, die SPD 8,5 Prozent, die Grünen 16 Prozent, die AfD 15 Prozent und die FW 14 Prozent; in Hessen erreichte die CDU 35,5 Prozent, die SPD 16 Prozent, die Grünen 15,5 Prozent und die AfD 16 Prozent. Die Linke schaffte in beiden Bundesländern nicht den Einzug ins Parlament.
Nachrichtenquelle: 12punto
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