Russischer Oppositioneller Alexei Nawalny in Rom geehrt
In der italienischen Hauptstadt Rom fand eine Gedenkveranstaltung für den russischen Oppositionellen Alexei Nawalny statt, dessen Tod in einem russischen Straflager am 16. Februar bekannt gegeben wurde.
Bei der abendlichen Gedenkfeier auf dem historischen Kapitolsplatz (Campidoglio), an dem sich auch das Rathaus von Rom befindet, wurde ein Foto von Nawalny auf das Gebäude projiziert, während auf dem Platz selbst weitere Bilder aufgestellt wurden.
An der Zeremonie, an der etwa 1000 Menschen teilnahmen, zündeten zahlreiche Anwesende Kerzen an, während andere mitgebrachte Blumen vor dem Foto von Nawalny auf dem Platz niederlegten.
ZAHLREICHE POLITIKER NAHMEN AN DER GEDENKFEIER TEIL
Die von Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri ausgerichtete Veranstaltung wurde von zahlreichen Politikern sowie etwa 30 Botschaftern aus verschiedenen Ländern besucht. Unter den Teilnehmern waren der Minister für Sport und Jugend, Andrea Abodi, im Namen der rechten Koalitionsregierung, die Vorsitzende der größten Oppositionspartei Demokratische Partei (PD), Elly Schlein, sowie der Vorsitzende der Oppositionspartei Azione, Carlo Calenda.
Bürgermeister Gualtieri betonte in seiner Rede gegenüber Nawalnys Familie und seinen Anhängern: "Sie sind nicht allein." Er fügte hinzu: "Niemand, der die Werte von Freiheit und Demokratie liebt, kann diesen Tod schweigend hinnehmen."
Unterdessen äußerten einige Teilnehmer der Gedenkfeier ihren Unmut gegenüber den anwesenden Vertretern der Lega-Partei, einem Partner der rechten Regierung, die in der Vergangenheit enge Beziehungen zu Russland unterhielt und deren Name daher in einigen Ermittlungen auftauchte, indem sie ihnen "Schämt euch" zuriefen.
Andererseits brachten einige Mitglieder des römischen Stadtrats heute den Vorschlag ein, die Via Gaeta, in der sich die russische Botschaft befindet, in "Alexei-Nawalny-Straße" umzubenennen.

NAWALNYS VERURTEILUNG UND TOD
Der Kreml-Kritiker Nawalny wurde am 17. Januar 2021 bei seiner Rückkehr nach Moskau am Flughafen festgenommen, nachdem er zuvor in Berlin wegen eines mutmaßlichen Giftanschlags behandelt worden war.
Auf Antrag des russischen Strafvollzugsdienstes wurde am 2. Februar 2021 das Verfahren vor dem Moskauer Stadtgericht abgeschlossen. Dabei wurde eine frühere, zur Bewährung ausgesetzte 3,5-jährige Haftstrafe wegen Korruptionsvorwürfen in eine tatsächliche Gefängnisstrafe umgewandelt, da Nawalny gegen die Auflagen der gerichtlichen Aufsicht verstoßen habe.
Im August 2023 verurteilte ein russisches Gericht den inhaftierten Nawalny wegen der Gründung einer extremistischen Vereinigung zu weiteren 19 Jahren Haft.
Der russische Strafvollzugsdienst (FSIN) teilte am 16. Februar mit, dass der Oppositionelle Nawalny in dem Straflager, in dem er inhaftiert war, verstorben sei.
Nachrichtenquelle: AA
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