Thema Geiselaustausch: Israel soll Vetorecht gefordert haben
Es wird behauptet, dass Israel ein Vetorecht bei den palästinensischen Gefangenen verlangt, deren Freilassung im Rahmen eines angestrebten Abkommens mit der Hamas erfolgen soll.
Dem Bericht des israelischen Staatssenders KAN zufolge sagte ein namentlich nicht genannter hochrangiger israelischer Beamter, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA die Freilassung von 900 palästinensischen Häftlingen vorgeschlagen habe, darunter 100 Personen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden.
Der Beamte behauptete, dass Israel ein Vetorecht bei einigen der von der CIA zur Freilassung vorgeschlagenen Palästinenser fordere.
Dies würde es Israel ermöglichen, die Freilassung einiger von der Hamas vorgeschlagener Namen abzulehnen.
Dem Bericht von KAN zufolge möchte Israel zudem die Möglichkeit erhalten, die freigelassenen Palästinenser aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland auszuweisen.
In dem Bericht, in dem es hieß, dass der erweiterte israelische Sicherheitskabinett zusammengetreten sei, um das Abkommen über die Freilassung der Geiseln zu erörtern, wurde zudem mitgeteilt, dass Finanzminister Bezalel Smotrich von der US-Regierung erwarte, dass diese ankündige, dass Israel nach Ende der sechswöchigen Waffenruhe den Krieg gegen die Hamas, einschließlich in Rafah, fortsetzen dürfe.
Israelische Medien hatten berichtet, dass die israelische Delegation, die sich für Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen Geiselaustausch in Kairo aufhielt, in ihr Land zurückgekehrt sei und die Lage bei den Verhandlungen unklar sei.
Im Bericht des israelischen Staatssenders KAN wurde zudem darauf hingewiesen, dass israelische Beamte Kommentare zu Berichten über Fortschritte bei den Verhandlungen ablehnten und dass erst in den kommenden Tagen feststehen werde, ob Fortschritte erzielt wurden.
Die Hamas hatte ebenfalls erklärt, dass ihr die Haltung Israels zu den indirekten Verhandlungen, die in der ägyptischen Hauptstadt Kairo über einen Waffenstillstand und einen Geiselaustausch geführt werden, mitgeteilt worden sei.
In der Erklärung, in der die Hamas die großen Bemühungen der Vermittler würdigte, wurde betont, dass die Hamas Wert auf ein Abkommen lege, das die Angriffe auf das palästinensische Volk beende, Israel jedoch weiterhin eine hartnäckige Haltung einnehme und auf keine der Forderungen des palästinensischen Volkes und seines Widerstands positiv reagiere.
Trotzdem wurde in der Erklärung mitgeteilt, dass die Hamas-Führung den ihr vorgelegten Vorschlag mit voller nationaler Verantwortung prüfe und die Vermittler über die Haltung der Hamas zum Vorschlag informieren werde, sobald die Prüfung abgeschlossen sei.
Die Hamas hatte mehrfach erklärt, dass für ein Waffenstillstands- und Geiselaustauschabkommen zunächst "ein Stopp der Kampfhandlungen, der Abzug Israels aus Gaza, die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Häuser und die Erleichterung der Hilfslieferungen" erforderlich seien.
In Berichten der ägyptischen Presse vom 6. April hieß es, dass die Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen Geiselaustausch in Gaza am 7. April in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wieder aufgenommen würden.
INDIREKTE VERHANDLUNGEN
Die israelische Delegation unter der Leitung von Mossad-Chef David Barnea war am 19. März in die katarische Hauptstadt Doha gereist, um eine neue Runde der Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln zu führen.
Die israelische Presse hatte gemeldet, dass mit der Ankunft der vom Mossad-Chef geleiteten Delegation in Doha die Verhandlungen über einen Geiselaustausch zwischen der Hamas und Tel Aviv offiziell begonnen hätten.
Es wurde angegeben, dass auch der Direktor des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet (Schabak), Ronen Bar, sowie Nitzan Alon, der in der israelischen Armee für das Dossier der Entführten und Vermissten zuständig ist, der israelischen Delegation angehörten.
Die Zeitung Haaretz hatte behauptet, dass Israel die Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen Geiselaustausch ohne Vermittler direkt mit dem Hamas-Führer in Gaza, Yahya Sinwar, führen werde.
Im Bericht des israelischen Fernsehsenders Kanal 12 wurde vermerkt, dass die Verhandlungen etwa zwei Wochen dauern könnten. In der israelischen Presse gab es Berichte, dass Mossad-Chef Barnea, der die Delegation aus Tel Aviv leitete, noch am selben Tag in sein Land zurückgekehrt sei.
Nachrichtenquelle: AA
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