Todeszahl nach Kirchenanschlag in Damaskus steigt: Debatte über die Drahtzieher
Die Zahl der Todesopfer bei dem Selbstmordanschlag auf die Mar-Elias-Kirche in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist auf 25 gestiegen. Bezüglich der Verantwortung für den Angriff wurden unterschiedliche Behauptungen laut.
Der Selbstmordanschlag, der am Sonntag im Stadtteil Duwaila der syrischen Hauptstadt Damaskus verübt wurde, hat im Land für großes Entsetzen und Sorge gesorgt. Bei dem Angriff auf die Mar-Elias-Kirche kamen 25 Menschen ums Leben, 52 weitere wurden verletzt. Die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA gab die Zahl der Toten und Verletzten nach dem Anschlag bekannt.
Gesundheits- und Sicherheitsbehörden erklärten zum Tathergang, dass der Angreifer am Nachmittag die Kirche betreten, zunächst das Feuer eröffnet und anschließend seine Sprengstoffweste gezündet habe. Das syrische Innenministerium gab an, dass der Angreifer ein IS-Mitglied gewesen sei. Sicherheitskreise äußerten hingegen, dass der Anschlag von zwei Personen geplant worden sei und einer der Täter sich selbst in die Luft gesprengt habe.

AUFNAHMEN VOM MOMENT DES ANSCHLAGS AUFGETAUCHT
Gemeindemitglieder, die sich während des Vorfalls für den Sonntagsgottesdienst in der Kirche befanden, hielten das Grauen mit ihren Mobiltelefonen fest. Nach dem Anschlag brach in der Kirche große Panik aus; Dutzende Menschen wurden verletzt, und die Leichen der Getöteten blieben zwischen den Kirchenbänken liegen. Angehörige, die ihre Liebsten retten wollten, versuchten, die Verletzten mit eigenen Mitteln ins Krankenhaus zu bringen. Das Entsetzen und die Fassungslosigkeit im Gesicht eines kleinen Mädchens, das im Krankenhaus behandelt wurde, wurden zum Symbol für das Trauma, das der Anschlag ausgelöst hat.

An der Kirchenwand war nach dem Anschlag eine Drohbotschaft auf Arabisch zu sehen, die besagte: „Ihr seid als Nächste dran“. Diese Inschrift verstärkte die Sorge vor weiteren Anschlägen in der Region.

Der Priester der Mar-Elias-Kirche, Pater Malatius, äußerte sich wie folgt: „Ich bin über diesen Anschlag nicht überrascht. Dieser Angriff ist die natürliche Folge davon, dass die regierungstreuen Sicherheitskräfte bei ‚individuellen Fehlern‘ ein Auge zudrücken.“
WER IST FÜR DEN ANSCHLAG VERANTWORTLICH?
Während die syrische Regierung erklärte, der Anschlag sei vom IS verübt worden, kursierten in den sozialen Medien Bekennerschreiben zweier verschiedener Organisationen.
Malfono von der Telegram-Gruppe „Levantine Nation“ wies darauf hin, dass die in den sozialen Medien verbreiteten IS-Bekennerschreiben einige Ungereimtheiten aufwiesen. Es wurde festgestellt, dass das Schreiben nicht über die offiziellen Kanäle des IS verbreitet wurde und die verwendete Sprache nicht mit früheren Erklärungen übereinstimme. Malfono fügte hinzu: „Obwohl die syrische Regierung den IS beschuldigt, gibt es bisher keine offizielle Stellungnahme des IS.“ Die lokale Bevölkerung vermutet zudem, dass auch die HTS eine Rolle bei dem Anschlag gespielt haben könnte.

STELLUNGNAHME DER SYRISCHEN REGIERUNG
Die syrische Übergangsregierung erklärte nach dem Anschlag, dass der Vorfall vom IS verübt worden sei und das Ziel darin bestehe, die nationale Einheit des Landes zu untergraben. In der Erklärung wurde betont, dass der Anschlag ein „vergeblicher Versuch sei, die Stabilität im Land zu schädigen“. Zudem hieß es: „Dies ist nicht nur ein Angriff auf eine Konfession, sondern auf die gesamte syrische Identität. Dieser brutale Anschlag wird die Einheit und Entschlossenheit der Syrer weiter stärken.“

Nachrichtenquelle: 12punto
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