Unruhen im Tschad: Militäroperation gegen Angreifer auf den Präsidentenpalast
Bei einem bewaffneten Angriff auf den Präsidentenpalast in der Hauptstadt des Tschad gestern Abend wurden 18 Angreifer getötet und 9 weitere verletzt.
In N'Djamena, der Hauptstadt des zentralafrikanischen Staates Tschad, wurde ein Angriff auf den Präsidentenpalast verübt.
Berichten lokaler Medien zufolge wurden bei einem Schusswechsel zwischen der Präsidentengarde und bewaffneten Personen, die den Palast im Stadtviertel Djambel Bahr angriffen, gestern Abend 18 Angreifer getötet und 9 verletzt.
Bei dem bewaffneten Angriff, der etwa eine Stunde dauerte und gegen 21.30 Uhr Ortszeit von den Sicherheitskräften unter Kontrolle gebracht wurde, kam ein Regierungsbeamter ums Leben.
Die Regierung des Tschad teilte mit, dass die Lage vollständig unter Kontrolle sei und keine ernsthafte Gefahr bestehe.
Zur Identität der Angreifer wurden jedoch noch keine offiziellen Informationen bekannt gegeben.
Während einige Quellen vermuten, dass die Terrororganisation Boko Haram hinter dem Angriff stecken könnte, haben die Behörden diese Behauptungen nicht eindeutig bewertet.
Die tschadische Regierung bezeichnete den Angriff als „Putschversuch“. Ob sich Präsident Mahamat Idriss Déby Itno während des Angriffs im Palast aufhielt, wurde nicht mitgeteilt.
Auf Videos, die nach dem Angriff in den sozialen Medien geteilt wurden, war zu sehen, dass die getöteten Angreifer Zivilkleidung trugen.
DIE ÜBERGANGSPHASE NACH DEM TOD VON PRÄSIDENT IDRISS DÉBY ITNO
Präsident Idriss Déby Itno wurde am 19. April 2021 an der Front während einer Operation gegen die separatistische Gruppe „Front für Wandel und Eintracht im Tschad“ (FACT) im Norden des Landes getötet.
Daraufhin wurde sein 37-jähriger Sohn Mahamat Idriss Déby Itno am 20. April 2021 an die Spitze des aus 15 Generälen bestehenden Militärübergangsrates berufen.
Itno hatte versprochen, dass nach einer 18-monatigen Übergangszeit Wahlen abgehalten würden, die Macht an Zivilisten übergeben werde und er selbst nicht kandidieren würde. Doch beim Nationalen Dialogforum am 9. Oktober 2022, das mit dem Ende der Frist zusammenfiel, wurde die Übergangszeit um weitere zwei Jahre verlängert und Itno die Kandidatur bei den für 2024 geplanten Wahlen gestattet.
Mahamat Idriss Déby Itno wurde bei der Wahl am 6. Mai mit 61 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt.
TSCHAD HATTE VERTEIDIGUNGSABKOMMEN MIT FRANKREICH BEENDET
Die Regierung des Tschad hatte am 28. November 2024 das Ende des Sicherheits- und Verteidigungskooperationsabkommens mit Frankreich bekannt gegeben.
Ein Teil der französischen Soldaten hatte am 10. Dezember mit dem Abzug aus dem Tschad begonnen.
Der tschadische Präsident Mahamat Idriss Déby Itno hatte angekündigt, dass Frankreich bis zum 31. Januar 2025 vollständig aus dem Land abziehen werde.
Nachrichtenquelle: AA
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