Warum hat sich Trumps außenpolitischer Ansatz geändert? Was ist der 'neue' Plan der USA? 'Die multipolare Weltordnung ist im Aufstieg'
US-Beamte prüfen, ob ein Abkommen geschlossen werden kann, das China dazu bewegt, mehr amerikanische Waren zu kaufen. Diese Behauptung folgte auf Kommentare über Trumps Wandel in der Chinapolitik, wonach er sich auf eine 'multipolare Weltordnung vorbereite'. Politikexperten vermuten, dass hinter der veränderten Haltung der USA gegenüber Europa die Überzeugung steckt, dass die unipolare Weltordnung 'am Ende' sei.
Zusammenstellung: Suat TEKİN - 12punto.com.tr
US-Präsident Donald Trump hat sich an den Verhandlungstisch gesetzt, um den Ukraine-Krieg mit Russland zu beenden, auch auf die Gefahr hin, es sich mit seinen europäischen Verbündeten zu verderben. Westliche Medien vermuteten, dass dieser Schritt darauf abziele, China und den Nahen Osten ins Visier zu nehmen. Einige Experten sind jedoch der Ansicht, dass Trump zwar darauf abzielt, US-Truppen im asiatisch-pazifischen Raum und gegen den Iran zu positionieren, aber keinen endlosen Konflikt mit China anstrebt. Einem Bericht der US-Presse zufolge hat der US-Präsident davon Abstand genommen, China als langfristiges Ziel zu betrachten. In asiatischen Analysen wurde hingegen darauf hingewiesen, dass der eigentliche Grund für Trumps politische Entscheidungen der Aufstieg der multipolaren Weltordnung sei.
Trump, der den Wunsch äußerte, sich in naher Zukunft mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu treffen, hat Schritte unternommen, um die größte Produktionswirtschaft der Welt davon zu überzeugen, amerikanische Waren zu kaufen. Trump erklärte, er sei an einem Abkommen interessiert, das bedeutende Investitionen und Verpflichtungen enthalte, damit die Chinesen mehr amerikanische Produkte erwerben.
Das mögliche Treffen zwischen Trump und Xi wird nicht nur darauf abzielen, den Handel zwischen den beiden Ländern neu zu ordnen. Quellen aus dem Umfeld des Weißen Hauses berichteten, dass der US-Präsident mit dem chinesischen Staatschef das 'Handelsabkommen des Jahrhunderts' schließen wolle.
Laut einem Bericht der The New York Times wird Trump bei seinem Treffen mit Xi die Themen Abrüstung von Atomwaffen und die Unterzeichnung eines umfassenden Handelsabkommens zur Sprache bringen. Diese Behauptung kam, nachdem Trump am 1. Februar einen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent auf chinesische Produkte erhoben hatte. Trump bezeichnete den Zollschritt als 'Eröffnungssalve'.
Die USA definieren China als eine 'nationale Sicherheitsbedrohung' für sich selbst. Dennoch arbeiten beide Länder in einer Reihe von Bereichen wie nukleare Sicherheit, Technologietransfer und Vorbereitung auf Pandemien eng zusammen. Trump drohte auch damit, die 'normalen Beziehungen' in diesen Bereichen zu beenden.

TRUMPS ANSATZ GEGENÜBER CHINA
Die Zukunft der chinesisch-amerikanischen Beziehungen wird durch die Schritte neu gestaltet, die Trump unternehmen wird. Während sich die beiden Länder während der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Joe Biden 'auf Distanz hielten', sind die Spannungen, die während Trumps erster Amtszeit herrschten, Vergangenheit. Andererseits begann die zweite Trump-Ära mit einer erneuten Eskalation der Spannungen zwischen China und den USA.
Der China-Experte Michael Pillsbury erklärte, der Präsident habe ihm vor einigen Monaten gesagt, er wolle 'ein Abkommen mit Xi Jinping schließen, das beiden Seiten zugutekommt'.
In einem Interview mit der NYT merkte Pillsbury an, dass das Trump-Team Themen wie die Verantwortlichkeiten bei den Verhandlungen und die Frage, wie China wieder an den Verhandlungstisch gebracht werden könne, erörtere, und fügte seinem Bericht folgende Aussagen hinzu:
''Herr Trump scheint keine starke ideologische Haltung zu den US-Technologiebeschränkungen gegenüber China oder Taiwan zu haben; im Gegenteil, er sieht sie als Druckmittel gegenüber Peking.''

'Die USA sind das Land, in das China am meisten exportiert. Trumps Entscheidung für zusätzliche Zölle hat diese Beziehung bisher nicht negativ beeinflusst' The Economist
BERICHTE ÜBER EINE 'NEUE ORDNUNG' IN DER WELTPRESSE
Der Grund für diesen Ansatz Trumps gegenüber China könnte die Überzeugung sein, dass die unipolare Weltordnung am Ende ist. Politische Analysten betonten, dass in einer multipolaren Weltordnung stabile Beziehungen zwischen Großmächten wichtiger seien als auf Loyalität basierende Bindungen zu Verbündeten.
In einer Analyse des The Guardian wurde geschrieben, dass Trump und sein Team davon ausgehen, dass die multipolare Weltordnung im Aufstieg begriffen ist. Stephen Wertheim von der Yale University, der die Analyse für die Zeitung verfasste, erklärte, dass US-Vizepräsident Marco Rubio glaube, die unipolare Ordnung sei beendet, und dass die Trump-Regierung ihre Politik entsprechend gestalten werde.
Auf Wertheims Analyse folgte ein Artikel von Prof. Dr. William J. Jones im Magazin Modern Diplomacy. Jones wies wie Wertheim auf die Signale hin, die Rubio bezüglich des Übergangs zu einer multipolaren Weltordnung gegeben hat. Laut Jones gestalten die USA ihre Außenpolitik in diesem Sinne neu, um nicht globale, sondern regionale Hegemonie zu etablieren. Jones definiert den Grund für die Aggression der USA gegenüber Kanada, Mexiko, Panama und Grönland ebenfalls als den Aufstieg der multipolaren Weltordnung.
Die in Indien ansässige The Economic Times veröffentlichte am 19. Februar ihre Schlagzeile mit dem Titel ''Willkommen in der wahrhaft multipolaren Welt, und wir können dem plündernden Trump dafür danken''. Die Zeitung deutete darauf hin, dass Europa in der neuen Ordnung als Machtzentrum aufsteigen könnte. Laut The Economic Times wird die neue kapitalistische Weltordnung durch Machtbeziehungen geprägt sein, die gegenseitige Abhängigkeiten im globalen Maßstab beinhalten.

US-Außenminister Marco Rubio äußerte in einem Interview im Jahr 2016: 'Früher waren wir die Supermacht der Welt...'. Rubio hat in den vergangenen 9 Jahren keinen Versuch unternommen, diese Aussage zu korrigieren oder zu ändern. The Guardian schrieb, es sei 'allgemein bekannt', dass Rubio glaube, die 'multipolare Weltordnung sei im Aufstieg' und die 'USA seien keine Supermacht mehr'
Nachrichtenquelle: 12punto
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